Euro-Rettung: Schäuble rechnet mit kleinerem Hilfspaket für Griechenland

Bundesfinanzminister Schäuble: "Never again!" Zur Großansicht
dpa

Bundesfinanzminister Schäuble: "Never again!"

Nach der Wahrheit kommt nun die Beschwichtigung: In einem Interview sagt Bundesfinanzminister Schäuble, ein drittes Hilfsprogramm für das rezessionsgeplagte Griechenland werde kleiner sein als seine beiden Vorgänger. Einen weiteren Schuldenschnitt schließt Schäuble kategorisch aus.

Hamburg - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwartet, dass ein neues Hilfsprogramm für Griechenland deutlich geringer ausfallen wird als die beiden ersten Rettungspakete. Seriöse Zahlen über eine Finanzlücke kenne er zwar im Augenblick nicht. Es seien aber weitere Hilfen in Aussicht gestellt worden - unter der Bedingung, "dass die Athener Regierung die ihr auferlegten Maßnahmen erfüllt", sagte Schäuble dem "Handelsblatt".

Woher das weitere Geld kommen solle, sei noch nicht entschieden: "Aber wir haben den Rettungsfonds ESM - und der ist bei weitem nicht ausgeschöpft", sagte Schäuble. Einen weiteren Schuldenschnitt werde es mit Sicherheit nicht geben, bekräftigte er. Nach dem ersten Schuldenerlass, bei dem private Gläubiger auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen verzichtet haben, hätten die Finanzminister der Euro-Zone klar gesagt: "Das war eine einmalige Aktion, es wird keinen zweiten Schuldenschnitt geben. Never again!"

Schäuble verteidigte seinen Vorstoß, mit dem er sich klar für ein drittes Rettungsprogramm für Griechenland ausgesprochen hatte. Aus Sicht der Opposition hat die Regierung damit eine Kehrtwende vollzogen. Schäubles Satz hatte auch in der Koalition für Kritik gesorgt. In dem Interview nannte er den Vorwurf, er wolle irgendetwas verschweigen, "Unfug". Er sei froh, dass nun die breite Öffentlichkeit sehr genau wahrgenommen habe, was er seit 2012 immer wieder gesagt habe: "Wir werden uns Mitte nächsten Jahres mit neuen Maßnahmen für Griechenland beschäftigen müssen."

Der Finanzminister bestritt, die Regierung spiele Risiken der Euro-Rettung herunter: "Die Bundesregierung hat nie behauptet, dass die Euro-Rettung gratis sein wird." Bisher sei Deutschland nur Haftungsrisiken eingegangen. "Aber mit einem Totalausfall zu rechnen, ist nicht seriös. Diesen Fall wird es nicht geben." Auf die Frage, ob er das garantieren könne, sagte Schäuble: "Wenn Sie es so wollen: Ja."

ade/dpa/Reuters

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insgesamt 40 Beiträge
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1. klitzeklein
mloehrer 23.08.2013
Erst war ich ja beunruhigt aber wo ich Schäuble jetzt auf dem Photo sehe wird es ja sogar nur ein klitzekleines Hilfsprogrammlein, nicht der Rede Wert bis zur Wahl.
2.
mooky 23.08.2013
" Einen weiteren Schuldenschnitt werde es mit Sicherheit nicht geben" ...und wenn dann doch, dann ist es eben mal wieder unabwendbar oder oder oder ...und dann noch einer und noch einer bis alles zerschnippelt ist und Griechenland für 1 ? verkauft wird an EON Vattenfall und RWE
3. neues Hilfsprogramm
rolf.walze 23.08.2013
Nachdem die ersten beiden Hilfsprogramme einen Umfang von 210 Milliarden Euro hatten, soll jetzt noch ein Kleineres folgen. Dabei hat Griechenland nur 11 Millionen Einwohner. Wenn wir das auf unsere Bevölkerung hochrechnen ? Und den einfachen Menschen in Griechenland geht es immer schlechter. Die Reichen die sowieso keine Steuern zahlten und zahlen lachen sich ins Fäustchen.
4. Versprechen
qoderrat 23.08.2013
Zitat von sysop"Aber mit einem Totalausfall zu rechnen, ist nicht seriös. Diesen Fall wird es nicht geben." Auf die Frage, ob er das garantieren könne, sagte Schäuble: "Wenn Sie es so wollen: Ja."
Muss er uns doch überhaupt nicht garantieren, wir haben ja das Versprechen von Hr. Samaras: Samaras verspricht Deutschen Rückzahlung der Milliardenhilfen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/samaras-verspricht-deutschen-rueckzahlung-der-milliardenhilfen-a-851549.html) Also schön ruhig bleiben, kann überhaupt nichts passieren.
5. Ein altern Mann regiert D
athoscon 23.08.2013
Warum Seit Ihr alle so geizig? Hier regt ihr euch auf und am 22. wählt Ihr die Merkel.
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