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Vorstoß aus Frankreich: Deutschland lehnt Schwächung des Euro ab

Der Euro wird zu stark: Mit dieser Argumentation drängt der französische Premierminister Valls auf eine Abwertung der Gemeinschaftswährung. Bundesregierung und Bundesbank reagieren mit deutlicher Ablehnung.

Wechselkurs-Anzeige (Archivbild): "Mentalität der siebziger Jahre" Zur Großansicht
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Wechselkurs-Anzeige (Archivbild): "Mentalität der siebziger Jahre"

Berlin - Vertreter von Bundesregierung und Bundesbank haben die französische Forderung nach einer Abwertung des Euro entschieden zurückgewiesen. "Der Euro-Kurs ist keine Angelegenheit nationaler Politiken", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Der Wechselkurs falle in die Zuständigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB), die hier unabhängig arbeite "und der wir auch keine Empfehlungen zu geben haben".

Zuvor hatte der französische Ministerpräsident Manuel Valls laut Medienberichten zum wiederholten Mal kritisiert, der Euro sei zu stark. Auf einer Veranstaltung der Jungsozialisten in Paris sagte Valls demnach: "Wir brauchen einen deutlichen Wandel, der unsere Geldpolitik zu einem Instrument für Wachstum und Arbeitsplätze macht, ein Instrument, dass den Menschen dient." Präsident François Hollande werde nach der Europawahl eine Reihe entsprechender Initiativen starten. Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg hatte schon vor Monaten davon gesprochen, man müsse "eine Schlacht eröffnen, um den Euro zu senken".

Deutlicher Widerspruch kam laut "Bild"-Zeitung auch von der Bundesbank. "Wir sehen mit Sorge, wenn die französische Politik in die Mentalität der siebziger Jahre zurückfällt, eine Zeit, lange bevor der Franc zu einer stabilen Währung wurde", zitierte das Blatt einen Vertreter der Bundesbank-Spitze.

Der Chef der französischen Zentralbank, Christian Noyer, hatte bereits Anfang April die Kritik der sozialistischen Regierung in Paris an der EZB zurückgewiesen. "Es ist nicht die Geldpolitik, die den Euro stark macht, sondern die Anziehungskraft der Euro-Zone", sagte Noyer.

dab/dpa/Reuters

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insgesamt 17 Beiträge
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1.
zeitmax 05.05.2014
Lachhaft! Es ist der schwache Dollar, nicht die "Attraktivität" der EU-Zone, der für die hohe Bewertung sorgt. Aber die Franzosen werden es schon richten, und Ratingagenturen helfen mit.
2. -------------
brux 05.05.2014
Eigentlich kann man es gar nicht glauben, aber in Frankreich verstehen nur sehr wenige etwas von Wirtschaft. Bei den Sozialisten wohl niemand. Dort glaubt man wirklich, dass Wirtschaft darin besteht, dass der Staat Geld verteilt, das ihm die Notenbank gefälligst zu drucken hat. Leider ist dieses Modell grandios gescheitert, in Frankreich, aber auch z.B. in Italien. Trotzdem soll Europa nun sein Heil in diesem absurden Konzept finden.
3. Nichts Neues, Kirche im Dorf lassen.
hubie 05.05.2014
Pofalla hat die NSA-Affäre auch einfach für beendet erklärt. Ich hoffe seitdem auch, dass er die Klimatisierungsprobleme der ICE-Züge sowie Verspätungen für beendet erklärt. Aber da musste ja die Opposition rumterzen und den aalglatten Wechsel zum DB Vorstand kritisieren!!!
4. Ein kleiner Vorgeschmack!
analysatorveritas 05.05.2014
Zitat von sysopDPADer Euro wird zu stark: Mit dieser Argumentation drängt der französische Premierminister Valls auf eine Schwächung der Gemeinschaftswährung. Bundesregierung und Bundesbank reagieren mit deutlicher Ablehnung. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/euro-wechselkurs-deutschland-lehnt-abwertung-ab-a-967691.html
Nach der Europawahl wird in Sachen Euro, Europa und EU eine neue Richtung angeschlagen, die Berlin überhaupt nicht schmecken wird. Merkels Stabilitäts- und Wachstumspakt ist eine reine kosmetische Fassade, um den deutschen Stimmbürger zu besänftigen. Eine neue multinationale Einheitswährung, 18 verschiedene Volkswirtschaften, von denen sich die große Mehrzahl in einer ökonomischen Schieflage befinden, Draghi hat schon vorsorglich den möglichen Ankauf von €-Papierchen im Wert von einer Billion € angekündigt, pro Jahr! Bankenunion, eine neue europäische Arbeitslosenversicherung, eine zentrale Wirtschaftsregierung in Brüssel, Eurobonds, neue Altschuldentilgungsfonds, die €-Party geht in die nächste Runde, Endziel sind die Vereinigten Staaten von Europa, sofern der Laden nicht schon vorher unkontrolliert auseinanderfliegt.
5. Frankreichs altes Lied
andreu66 05.05.2014
Man macht seine Hausaufgaben nicht und wertet dieWährung ab. Was zu Zeiten des Franc geklappt haben mag, geht in Eurozeiten nicht mehr. Aber wenigstens hat man ja einen Schuldigen (und wundert sich dann, dass Marine Le Pen die Europawahlen gewinnt).
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