Luxemburg - Die schwere Schuldenkrise in der Euro-Zone fordert ihren Tribut. Die Arbeitslosenquote hat im Oktober ein Rekordniveau erreicht. Sie sei von 11,6 Prozent im Vormonat auf nun 11,7 Prozent gestiegen, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Volkswirte hatten diesen Anstieg erwartet.
Eurostat schätzt die Zahl der Erwerbslosen im Euro-Raum auf rund 18,7 Millionen Menschen. Das sind 173.000 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um rund 2,17 Millionen. In der gesamten Union waren knapp 26 Millionen Menschen ohne Job.
Am höchsten liegt die Quote laut Eurostat in den Krisenstaaten
Die niedrigste Arbeitslosigkeit im Euro-Raum meldeten
Italien, das seine Arbeitslosenquote ebenfalls am Freitag bekanntgab, hat den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote stieg im Oktober von 10,8 auf 11,1 Prozent, wie das nationale Statistikamt Istat mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der monatlichen Datenerhebung im Januar 2004.
Die Schuldenkrise und der harte Sparkurs der Regierung trüben vor allem die Aussichten junger Menschen ein. Die Arbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen kletterte von September auf Oktober von 35,9 auf 36,5 Prozent und erreichte damit ein Rekordhoch.
Draghi optimistisch für 2013
Einen positiven Ausblick auf das kommende Jahr gab der oberste Währungshüter der Euro-Zone, Mario Draghi, am Freitag. Er sagte, die Europäische Zentralbank (EZB) rechne mit einer Besserung der konjunkturellen Lage. In der zweiten Jahreshälfte 2013 sei eine Erholung möglich, sagte Draghi dem französischen Radiosender Europe1.
Nach den Maßnahmen der Notenbank gegen die Euro-Schuldenkrise sei ein "relativer Friede" an den Finanzmärkten eingekehrt. Die weitere Entwicklung an den Märkten liege aber nunmehr "in den Händen der Regierungen" in der Euro-Zone, so Draghi.
yes/dpa/Reuters
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