Wirtschaftswachstum Eurozone hängt USA deutlich ab

Der Euroraum hat sein robustes Wirtschaftswachstum in den ersten drei Monaten des Jahres fortgesetzt. Das hochverschuldete Griechenland rutschte allerdings zurück in die Rezession.

Containerschiffe in den Niederlanden
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Containerschiffe in den Niederlanden


Die Wirtschaftsleistung der Eurozone ist im ersten Quartal mehr als doppelt so schnell gewachsen wie die der weltgrößte Volkswirtschaft USA. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Januar bis März um 0,5 Prozent zum Vorquartal, bestätigte das Statistikamt Eurostat am Dienstag eine frühere Schätzung. Die USA hatten dagegen nur ein Plus von 0,2 Prozent geschafft.

Am besten in das Jahr gestartet ist Finnland: Hier legte die Wirtschaftsleistung um 1,6 Prozent zu. Von den vier großen Euroländern gelang Spanien mit 0,8 Prozent das kräftigste Wachstum, gefolgt von Deutschland mit 0,6 Prozent, dann Frankreich mit 0,3 Prozent und Italien mit 0,2 Prozent.

In Griechenland schrumpfte nach den bisher vorliegenden Daten das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent. Da es bereits im Vorquartal ein Minus gegeben hatte, steckt das Land wieder in der Rezession.

Europaweit sind die Aussichten gut. Die EU-Kommission hatte vorige Woche ihre Wachstumsprognose für die Eurozone angehoben, und zwar von 1,6 auf 1,7 Prozent für das laufende Jahr. "Das Wachstum gewinnt an Fahrt", sagte der für den Euroraum zuständige Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis.

Die Exporte sollen angesichts der besseren Weltkonjunktur stärker zunehmen als im vergangenen Jahr. Auch der private Konsum dürfte ungeachtet der höheren Inflation anziehen, wenn auch nicht mehr so stark. Auch dürften die Unternehmen mehr investieren.

ssu/Reuters



insgesamt 18 Beiträge
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Schweineschnitzel0815 16.05.2017
1.
Wenn das Wachstum in Deutschland derzeit auf 0,6% und Frankreich 0,3% steigt, dann wird es am Jahresende nix mit 1,6% Europaweit. Zudem wenn Herr Marcon seine Liberalisierung des Arbeitsmarkts beginnt, wird eher ein Generalstreik drohen. Oder sind die Franzosen jetzt auch wie der deutsche Michel?
Binschonklug 16.05.2017
2. Warum lässt man nicht Griechenland endlich raus aus dem Euro?
und gäbe ihnen so die Möglichkeit, sich zu erholen? So jedenfalls wird Griechenland zum Dauertransferempfänger und auf lange Sicht werden alle Griechen enteignet - ausser vielleicht die Reeder. Lässt man sie nicht raus, weil Leute wie Soros sie sofort zum eigenen Nutzen kaputt spekulieren würden? Lässt man sie nicht gehen, weil man sich letztlich das gesamte griechische Eigentum aneignen will oder lässt man sie nicht raus, weil man Angst um das NATO-Territorium hat? Ich bin gespannt, wie das Forum dies beantwortet.
decathlone 16.05.2017
3. Geht es nur mir so...
... oder gibt es da eine Korrelation zwischen Schuldenstand und Wachstumsrate? Ist nur die Frage, in welche Richtung der Kausalitätspfeil zeigt. In den USA lauern schon wieder ein paar (kleinere) Schuldenblasen in the background (Autokredite und Studiendarlehen). Sind diese 1A-Wertpapiere eigentlich auch wieder gebündelt, umettiketiert und arglosen Zeitgenossen als todsicheres Investment aufgeschwatzt worden? Auf alle Fälle können die Probleme mit diesen Krediten natürlich eine direkte Auswirkung auf den Binnenkonsum der USA haben - nämlich negativ. Und das gilt mit mehr oder weniger Einschränkungen auf für die anderen Länder mit geringeren Wachstumszahlen.
xxbigj 16.05.2017
4.
Zeigt einmal mehr, dass wir nur zusammen als Europa eine Chance haben auf den Weltmarkt zu bestehen. Nationale Intressen müssen zurück geschraubt werden. Die EU muss weiter gestärkt werden. Deutschland muss die Rolle als alleiniger Profiteur schnellsten ablegen. Aus Neid erwächst Zorn und draus Krieg. Einfach mal ein wenig zurücknehmen. Sind doch Christen an der Regierung. Sollten sie doch hinbekommen. Oder noch nie etwas von Demut gehört?
St.Baphomet 16.05.2017
5. Wie man sieht funktioniert
nach mehr als 100 Tagen Trump ja wirklich "great". Die Schonfrist ist vorbei. Mit Dekreten ist eben nicht Alles regelbar. Siehe Ford momentan: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ford-plant-drastischen-stellenabbau-a-1147849.html
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