Wirtschaft in der Euro-Zone Schuldenlast sinkt erstmals seit 2007

Das gab es in den vergangenen sechs Jahren nicht: Zum ersten Mal seit 2007 sind die öffentlichen Schulden der Euro-Staaten gesunken. Allerdings liegen sie noch immer weit über dem EU-Grenzwert. Vor allem Zypern und Luxemburg haben neue Verbindlichkeiten angehäuft.

Bankkunden in zyprischer Hauptstadt Nikosia: Griechenland häuft neue Schulden an
REUTERS

Bankkunden in zyprischer Hauptstadt Nikosia: Griechenland häuft neue Schulden an


Luxemburg - Der Schuldenstand der Euro-Staaten ist erstmals seit fast sechs Jahren gesunken. Die öffentlichen Schulden der Mitgliedstaaten betrugen zum Ende des dritten Quartals 2013 insgesamt 92,7 Prozent der Wirtschaftskraft der Euro-Zone, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte. Im Vorquartal hatte der Wert noch bei 93,4 Prozent gelegen. Damit ging der Schuldenstand der Euro-Zone erstmals seit Ende 2007 zurück.

Im Durchschnitt liegt der Schuldenstand der Euro-Zone aber immer noch weit über dem EU-Grenzwert von 60 Prozent der Wirtschaftskraft: Die größte Schuldenlast haben Griechenland mit fast 172 Prozent, Italien mit knapp 133 Prozent sowie Portugal mit beinahe 129 Prozent. Allerdings konnten die Portugiesen ihre Schuldenquote um 2,6 Prozent verringern. Am niedrigsten ist die Schuldenquote mit zehn Prozent in Estland, gefolgt von Bulgarien mit 17,3 Prozent und Luxemburg mit 27,7 Prozent.

Deutschland hatte Eurostat zufolge im dritten Quartal des vergangenen Jahres einen Schuldenstand von 78,4 Prozent - im Vorquartal waren es noch 79,8 Prozent. Deutschland gehört damit nach Portugal, Finnland und Belgien zu der Gruppe der EU-Staaten mit dem größten Rückgang ihrer Schuldenlast.

Die größten Zuwächse an Schulden verzeichneten Zypern, Luxemburg und Griechenland. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2013 stieg der Schuldenberg zum Ende des dritten Quartals in insgesamt zehn EU-Staaten. In Slowenien blieb die Last gleich, während sie in allen anderen Mitgliedstaaten sank, darunter auch Frankreich und Italien.

Erst am Dienstag hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen für die Weltwirtschaft veröffentlicht. Demnach ist die Euro-Zone im Aufwind. Nach zwei Jahren Rezession lege sie 2014 voraussichtlich um ein Prozent zu, für 2015 prognostiziert der IWF ein Wachstum von 1,4 Prozent.

aar/AFP



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insgesamt 2 Beiträge
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sudiso 22.01.2014
1. optional
das ich nicht lach. Bulgarien und Estland sollen nicht mehr als 30% Schuldenlast haben????? na klar, und ich bin Bundestagspräsident. den Luxemburgern traue ich das noch zu, weil alle ihr dunkelgraues geld dort anlegen. aber Estland und Bulgarien? wo doch schon Deutschland mit fast 80% des bip verschuldet sind, Tendenz steigend. und wieso ist bei uns deutschen die Verschuldung um 1,4 % gesunken, wo wir doch wieder Kredite aufnehmen müssen. und welcher Aufschwung? Aufschwung heißt für mich das die Gehälter wachsen werden und die Leute mehr geld in der rasche haben werden. doch ist das der fall?
Andreas1979 23.01.2014
2. Bei Bulgarien weiß ich es nicht, aber
Estland hat den niedrigsten Schuldenstand in der EU, da braucht man keine großen Zweifel zu haben. Du kannst gerne mit Fakten gegenteiliges Aussagen, aber bitte nicht ohne fundiertes. Es ist fast schon traurig, dass kleinere Ostblock Länder den Schuldendurchschnitt beschönigen müssen.
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