Brüssel - Die Länder der Europäischen Union haben am Donnerstag den Startschuss für ein Freihandelsabkommen mit Japan gegeben. Mehr Wirtschaftswachstum und knapp eine halbe Million neue Jobs erhoffen sie sich von dem Pakt. Die Handelsminister erteilten der EU-Kommission in Brüssel einstimmig das Mandat, das Abkommen innerhalb von fünf Jahren auszuhandeln. Anfang 2013 sollen die Verhandlungen beginnen.
EU-Handelskommissar Karel De Gucht begrüßte die Entscheidung: "Es ist ein sehr mutiger und wichtiger Schritt, diese Verhandlungen zu eröffnen", sagte er. Vor 2018 dürfte ein mögliches Freihandelsabkommen allerdings kaum in Kraft treten. Rund fünf Jahre seien für die Verhandlungen und Ratifizierung ein ambitioniertes Ziel, sagte die Staatssekretärin im deutschen Wirtschaftsministerium, Anne Ruth Herkes.
Protest gab es von der Automobilbranche: Konzerne in Deutschland, Frankreich, Italien und Osteuropa befürchten, dass durch den Pakt zu viele japanische Fahrzeuge auf den europäischen Markt kommen könnten, wenn die EU-Zölle von zehn Prozent für Autoimporte schrittweise abgebaut würden. Sie fürchten dadurch den Verlust von bis zu 70.000 Stellen. Für den Abbau von Zöllen seien auch Übergangsfristen möglich, sodass sich die Europäer auf die Konkurrenz der japanischen Hersteller einrichten könnten, sagte Herkes.
Die Branche fürchtet allerdings außerdem in Japan nicht richtig Fuß fassen zu können: Die Japaner verlangen laut Experten andere Sicherheitsvorkehrungen, andere Lärmmessungen und andere Abgaswerte als die EU-Länder.
Der Pakt dürfte dem Land indes mehr als gelegen kommen: Erst Mitte November hatte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt eine mögliche Pleite abwenden können.
kha/dpa/dapd
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