Hamburg - Die Mitarbeiterzahl der Europäischen Zentralbank (EZB) müsste im Zuge des Aufbaus einer Bankenunion mehr als verdoppelt werden. Das geht aus einem vertraulichen Gutachten hervor, das EZB-Präsident Mario Draghi und der Verwaltungsrat der Europäischen Zentralbank in Auftrag gegeben haben sollen. Demnach bräuchte die Zentralbank rund 2000 weitere Mitarbeiter, schreibt die "Financial Times".
Die EU-Finanzminister hatten sich im Dezember auf eine Bankenaufsicht für die Euro-Zone verständigt. Die EZB soll ab Frühjahr 2014 die größten Kreditinstitute im Währungsraum überwachen. Die Aufsicht ist der erste Schritt zu einer europäischen Bankenunion.
Die Autoren des Gutachtens raten der EZB zu einer raschen Aufstockung des Personals, schreibt die Zeitung weiter. Konkret ist die Rede von 1997 Personen bis 2017. Die Empfehlung sei allerdings nicht bindend, sagte ein Insider. Führende EZB-Mitarbeiter hatten bislang auch nur von 500 bis 1000 zusätzlich benötigten Mitarbeitern gesprochen.
Sollten die Empfehlungen der Gutachter dennoch befolgt werden, dürfte das den Konflikt mit den nationalen Notenbanken schüren - schon allein wegen der Größenordnung. Zum Vergleich: In Deutschland arbeiten rund 1500 Personen als Bankenaufseher. Vor allem Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält die geplante Bankenaufsicht durch die EZB für problematisch. Er warnt vor Interessenkonflikten zwischen den aufsichtlichen und den geldpolitischen Aufgaben der Zentralbank und plädiert dafür, dass die EZB nur vorübergehend die Bankenaufsicht übernimmt.
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