Mehr Aufseher: EZB braucht Tausende neue Mitarbeiter

Die Europäische Zentralbank muss ihren Personalbestand womöglich kräftig aufstocken. Die "Financial Times" zitiert aus einem Gutachten, wonach die EZB rund 2000 zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Grund ist der Aufbau der Euro-Bankenaufsicht.

Frankfurter Bankenskyline mit Neubau der EZB: Bislang war nur von bis zu tausend die Rede Zur Großansicht
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Frankfurter Bankenskyline mit Neubau der EZB: Bislang war nur von bis zu tausend die Rede

Hamburg - Die Mitarbeiterzahl der Europäischen Zentralbank (EZB) müsste im Zuge des Aufbaus einer Bankenunion mehr als verdoppelt werden. Das geht aus einem vertraulichen Gutachten hervor, das EZB-Präsident Mario Draghi und der Verwaltungsrat der Europäischen Zentralbank in Auftrag gegeben haben sollen. Demnach bräuchte die Zentralbank rund 2000 weitere Mitarbeiter, schreibt die "Financial Times".

Die EU-Finanzminister hatten sich im Dezember auf eine Bankenaufsicht für die Euro-Zone verständigt. Die EZB soll ab Frühjahr 2014 die größten Kreditinstitute im Währungsraum überwachen. Die Aufsicht ist der erste Schritt zu einer europäischen Bankenunion.

Die Autoren des Gutachtens raten der EZB zu einer raschen Aufstockung des Personals, schreibt die Zeitung weiter. Konkret ist die Rede von 1997 Personen bis 2017. Die Empfehlung sei allerdings nicht bindend, sagte ein Insider. Führende EZB-Mitarbeiter hatten bislang auch nur von 500 bis 1000 zusätzlich benötigten Mitarbeitern gesprochen.

Sollten die Empfehlungen der Gutachter dennoch befolgt werden, dürfte das den Konflikt mit den nationalen Notenbanken schüren - schon allein wegen der Größenordnung. Zum Vergleich: In Deutschland arbeiten rund 1500 Personen als Bankenaufseher. Vor allem Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält die geplante Bankenaufsicht durch die EZB für problematisch. Er warnt vor Interessenkonflikten zwischen den aufsichtlichen und den geldpolitischen Aufgaben der Zentralbank und plädiert dafür, dass die EZB nur vorübergehend die Bankenaufsicht übernimmt.

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1. Bewerbung
rieberger 05.02.2013
Zitat von sysopDPADie Europäische Zentralbank muss ihren Personalbestand womöglich kräftig aufstocken. Die "Financial Times" zitiert aus einem Gutachten, wonach die EZB rund 2000 zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Grund ist der Aufbau der Euro-Bankenaufsicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/europaeische-zentralbank-braucht-2000-weitere-mitarbeiter-a-881482.html
Ich möchte mich hiermit um eine hoch dotierte Stelle bewerben. Qualifikationen: ich bin fachfremd und habe keine Ahnung und bin vor allem nach allen Seiten offen. Rudimentäre Griechisch- und Italienischkenntnisse sind vorhanden. Ich bitte, mein zukünftiges Gehalt bzw. andere Geldzuwendungen auf mein Konto auf den Cayman-Inseln anzuweisen.
2. Die Apparatschikzentrale in Brüssel
hassowa 05.02.2013
wird immer weiter aufgebläht. Der ganze Laden ist inzwischen unkontrollierbar geworden. Gehalt und Leistung stehen in keinem Verhältnis mehr, wie die WELT diese Woche berichtet hat. Und - wir schauen einfach zu und wählen alle 5 Jahre treudoof ein EU-Parlament, das nicht einmal Wackeldackelfunktion hat - heisst, nicht mal die kruden Ergüsse der beamteten Apparatschiks abnicken darf. Macht den Laden dicht und es wird nicht viele geben, die ihm nachtrauern!
3. Aufsicht über wen?
steuerzahler24 05.02.2013
Die Kontrollieren doch nur uns, ob wir auch wirklich alles Geld in die dolce vita Staaten überweisen. Griechen und Co verarschen die Troika, und auch jede Aufsicht.
4. Gärtner
SirLurchi 05.02.2013
Zitat von sysopDPADie Europäische Zentralbank muss ihren Personalbestand womöglich kräftig aufstocken. Die "Financial Times" zitiert aus einem Gutachten, wonach die EZB rund 2000 zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Grund ist der Aufbau der Euro-Bankenaufsicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/europaeische-zentralbank-braucht-2000-weitere-mitarbeiter-a-881482.html
EZB als Bankenaufsicht! Der Lacher schlechthin. Da wird doch der Bock zum Gärtner gemacht.
5. aber hallo ...
mannausbonn 05.02.2013
hat sich mal einer gedanken darüber gemacht was das kostet? wir reden hier von einem eu-behörden-ähnlichem moloch ... also locker von 250.000.000€ ... und niemand weiss wirklich ob die jungs am ende des tages ihr geld wirklich wert sind! ich finde das alles mehr als nur unseriös!
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Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.