Europas Automarkt Experte sieht größte Krise seit Mitte der Neunziger

Die Nachfrage sinkt, Hersteller provozieren den Preiskampf, und sie haben große Probleme, ihre Produktion an schwankende Kundenbedürfnisse anzupassen: Europas Automarkt droht eine neue Krise - Branchenexperte Dudenhöffer fürchtet, es könnte die schlimmste seit 18 Jahren werden.

Autostadt in Wolfsburg: Schwächelnder Markt
ddp

Autostadt in Wolfsburg: Schwächelnder Markt


Dusiburg - In Europas Automarkt offenbaren sich gewaltige Strukturprobleme: Der schwächelnde Markt erleichtert Kunden die Schnäppchenjagd - gleichzeitig sind die Wartezeiten für bestellte Fahrzeuge bedenklich hoch. Die Autobauer haben Probleme, auf den Marktbedarf zu reagieren. Das ist das Ergebnis einer am Freitag vorgelegten Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

Demnach steuert der europäische Automarkt in die größte Krise seit Mitte der neunziger Jahre. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres seien 164.000 Fahrzeuge weniger verkauft worden als im Vorjahr. Das Minus habe im Februar bei neun Prozent gelegen. "In den nächsten Monaten muss mit weiter sinkenden Verkäufen in Europa gerechnet werden", schreibt CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. Viele Autobauer lebten bei ihren Aufträgen derzeit "von der Hand in den Mund". 2012 werde "das schlechteste Jahr in Europa seit 18 Jahren".

Mit Ausnahme von Hyundai , Mercedes, Mini, Jaguar-Landrover und Skoda seien alle Hersteller vom Marktrückgang betroffen. Die Folge: eine erbitterte Rabattschlacht. Das Problem der Hersteller aber sitze tiefer.

So müssten Kunden, die ein individuelles Auto bestellen, im Schnitt 3,6 Monate auf die Auslieferung warten. Bei Volkswagen betrage die Wartezeit in Deutschland sogar bis zu fünf Monate. "Dabei hat auch VW trotz Marktanteilsgewinnen in Europa mit dem Verkaufsrückgang zu kämpfen", schreibt Dudenhöffer.

Er wertet den Widerspruch aus sinkender Nachfrage und anhaltend langer Wartezeit als Zeichen für unflexible Produktionssysteme, mit denen die Hersteller nur sehr träge auf den Markt reagieren könnten. Das sei auf Dauer gefährlich, so der Experte. "Wenn in einem schwachen Markt potentielle Kunden noch länger auf ihren Neuwagen warten müssen, besteht die große Gefahr, dass Kunden zum Wettbewerber gehen."

ssu/dpa-AFX

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kongoking 23.03.2012
1. Verwunderlich
Es bekammen doch erst vor kurzem die Arbeitnehmer der Automobilindustrie bis zu 9000€ Sonderzahlung
hansmaus 23.03.2012
2. Ddr
Tja wie in der DDR, bei Mercedes wartet man zum Teil noch länger. & Monate auf ein sündhaft teures Auto zu warten ist mit einem Wort gesagt erbärmlich.
Duracellhase 23.03.2012
3. weiß keinen Titel
Zitat von hansmausTja wie in der DDR, bei Mercedes wartet man zum Teil noch länger. & Monate auf ein sündhaft teures Auto zu warten ist mit einem Wort gesagt erbärmlich.
Na ja, ob man daraus jetzt den Niedergang der Autoindustrie herleiten kann, ich weiß nicht. Monatelanges Warten auf neue Autos ist so alt wie die Industrie selbst. Ich kann mich erinnern, dass man schon in den 70er/80er mehrere Monate auf ein neues Auto warten musste. Und durchaus auch länger als 3,6 Monate.
a-synchron 23.03.2012
4.
Zitat von sysopddpDie Nachfrage sinkt, Hersteller provozieren den Preiskampf, und sie haben große Probleme, ihre Produktion an schwankende Kundenbedürfnisse anzupassen: Europas Automarkt droht eine neue Krise - Branchenexperte Dudenhöffer fürchtet, es könnte die schlimmste seit 18 Jahren werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,823300,00.html
Tja, ist schon blöd, wenn man sich kein Auto mehr leisten kann. Bzw. wenn es keine Generation X mehr gibt, welche ein Auto benötigen würden.
idealist100 23.03.2012
5. Wo kein Geld
Zitat von sysopddpDie Nachfrage sinkt, Hersteller provozieren den Preiskampf, und sie haben große Probleme, ihre Produktion an schwankende Kundenbedürfnisse anzupassen: Europas Automarkt droht eine neue Krise - Branchenexperte Dudenhöffer fürchtet, es könnte die schlimmste seit 18 Jahren werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,823300,00.html
Wo kein Geld da kann nichts gekauft werden. Und bei den Kraftstoffkosten fährt es halt mit dem Alten noch immer preiswerter. z.B. Golf 2 GT 24.000.-DM Golf 6 GT 32.000.-€ da überlegt es sich 2 mal bevor so nier dix nier dix 64.000.-DM raus geworfen werden.
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