Eurozone Arbeitslosenquote sinkt, Inflation steigt

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone ist auf ein Zehnjahrestief gesunken. Gleichzeitig ist die Inflation so hoch wie zuletzt vor sechs Jahren.

EZB
REUTERS

EZB


In der Eurozone ist die Arbeitslosigkeit weiter rückläufig. Im Juni lag die Arbeitslosenquote bei 8,3 Prozent, teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Eine Quote unterhalb dieses Werts gab es zuletzt im November 2008.

Seit dem Sommer 2013 hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im gemeinsamen Währungsraum immer weiter verbessert. Nach der Eurokrise war die Arbeitslosigkeit zunächst sehr angestiegen und hatte im Jahr 2013 Werte von mehr als zwölf Prozent erreicht.

Die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich in allen Mitgliedstaaten der Eurozone. Im Jahresvergleich sei die Arbeitslosenquote im Juni ohne Ausnahme gesunken, teilte Eurostat weiter mit. Am deutlichsten waren die Rückgänge in Zypern (von 11,0 auf 8,2 Prozent), Spanien (von 17,0 auf 15,2 Prozent) und Portugal (von 9,1 auf 6,7 Prozent).

Die Unterschiede zwischen den Ländern bleiben jedoch hoch: Eine weiter sehr hohe Arbeitslosigkeit weist Griechenland mit 20,2 Prozent auf. Dagegen steht Deutschland mit einer Quote von 3,4 Prozent derzeit besonders gut da. Die Arbeitslosenquote für die Eurozone weicht wegen einer anderen Berechnungsgrundlage deutlich von dem Wert der Bundesagentur für Arbeit ab.

Euro-Inflation auf höchstem Stand seit Ende 2012

Die Verbraucherpreise in der Eurozone zogen im Juli weiter an. Wie Eurostat mitteilte, stieg die Inflationsrate von 2,0 Prozent im Vormonat auf nun 2,1 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Dezember 2012. Die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) von mittelfristig knapp zwei Prozent wird damit leicht überschritten.

Besonders deutlich stiegen im Juli die Preise für Energie. Sie verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 9,4 Prozent. Nahrungs- und Genussmittel kosteten 2,5 Prozent mehr. Die Preise für Dienstleistungen stiegen um 1,4 Prozent, die Preise für Industriegüter um 0,5 Prozent.

Die Gesamtwirtschaft in der Eurozone verlor im Frühjahr etwas an Schwung. Laut einer ersten Eurostat-Schätzung war die Wirtschaftsleistung (BIP) im ersten Quartal 0,3 Prozent höher als im Quartal davor.

ssu/dpa



insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
garno 01.08.2018
1. Sparpolitik hilft den Kapital-Eignern, aber nicht den Menschen.
In Portugal ist die Arbeitslosigkeit von 9,1 auf 6,7 % gesunken, und das bei einer linken Regierung, die sich allerdings erfolgreich gegen eine von den Gläubigern geforderte Sparpolitik (wie in Griechenland) gewährt hat.
Socialmen 01.08.2018
2. Die EU bekommt...
...mit sicherheit noch mehr Problem, spätestens dann, wenn die Infaltion noch mehr steigt, und wenn diejenigen die Jahre lang Arbeitslos waren, und die, die jetzt immer noch Arbeitslos sind, später kaum oder keine Rente haben werden. Was sind den das für neue Jobs, die zu der Verbesserung des Arbeitsmarktes führen?...Mini Jobs? 3 Euro Jobs? Das wird eine EU weite katastrophale Situation werden, denn wenn ein Land wie Deutschland stark von dieser Handels Union profitiert, kaum Arbeitslose hat, und trotzdem den Leistungsträgern keine vernünftige und faire Rente ermöglichen will, dann möchte ich die Situationen von Portugal, Italien oder Spanien erst gar nicht wissen. Das ist eben ein Resultat einer Union die für die reinen Interessen der Wirtschaft und dem Kapital handelt, und dabei die eigene Bevölkerung vergisst. Verwunderlich ist dabei wie immer, dass zwar eine höhere Infation da ist, aber die Löhne nicht steigen.
jowitt 01.08.2018
3. Socialmen heute, 14:50 Uhr
Zitat von Socialmen...mit sicherheit noch mehr Problem, spätestens dann, wenn die Infaltion noch mehr steigt, und wenn diejenigen die Jahre lang Arbeitslos waren, und die, die jetzt immer noch Arbeitslos sind, später kaum oder keine Rente haben werden. Was sind den das für neue Jobs, die zu der Verbesserung des Arbeitsmarktes führen?...Mini Jobs? 3 Euro Jobs? Das wird eine EU weite katastrophale Situation werden, denn wenn ein Land wie Deutschland stark von dieser Handels Union profitiert, kaum Arbeitslose hat, und trotzdem den Leistungsträgern keine vernünftige und faire Rente ermöglichen will, dann möchte ich die Situationen von Portugal, Italien oder Spanien erst gar nicht wissen. Das ist eben ein Resultat einer Union die für die reinen Interessen der Wirtschaft und dem Kapital handelt, und dabei die eigene Bevölkerung vergisst. Verwunderlich ist dabei wie immer, dass zwar eine höhere Infation da ist, aber die Löhne nicht steigen.
"Verwunderlich ist dabei wie immer, dass zwar eine höhere Infation da ist, aber die Löhne nicht steigen" Sie irren. Die Lohnsteigerungen liegen dieses Jahr durchweg über den Inflationswerten. Ein Mini Job kann übrigens sehr wohl einen vernünftigen Stundensatz beinhalten. Bei einem meiner größten Kunden bekommen die Minnijbber -je nach Qualifikation und Arbeitsplatz .- immerhin zwischen 15 und 25 € die Stunde. (netto!). Selbst ein kleiner Dienstleister, der viele Helfertätigkeiten (ungelernte Arbeitnehmer) einstellt, zahlt 10 € netto. Das macht dann immerhin ca. 2400 € brutto, wenn man das umrechnet.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.