Eurozone Arbeitslosigkeit fällt auf tiefsten Stand seit 2008

Der Anteil der Arbeitslosen in der Eurozone ist auf 8,2 Prozent gesunken. So niedrig lag der Wert zuletzt vor zehn Jahren. Auch die Inflation im Währungsraum fiel leicht - und liegt nun fast auf dem angestrebtem Niveau.

Kaffeerösterei in Portugal
AFP

Kaffeerösterei in Portugal


Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis die Arbeitslosigkeit in der Eurozone wieder so niedrig ist wie Ende 2008. Im Juli lag die Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Zuletzt hatte es im November 2008 eine Quote unterhalb dieses Werts gegeben.

Bereits im Vormonat Juni war die Arbeitslosigkeit auf diesen Wert gesunken, wie Eurostat jetzt mitteilte. Damit korrigierte die Behörde die ursprünglich bekannt gegebene Arbeitslosenquote für Juni von zuvor 8,3 Prozent um 0,1 Prozentpunkt nach unten.

Eurostat zufolge waren im Juli 13,38 Millionen Menschen in der Eurozone arbeitslos, 73.000 weniger als im Monat zuvor. Die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich laut den Statistikern in der gesamten Eurozone: "Über ein Jahr betrachtet fiel die Arbeitslosenquote im Juli 2018 in allen Mitgliedstaaten." Am deutlichsten waren die Rückgänge demnach in Zypern, Griechenland und Portugal.

Eurostat berechnet die Arbeitslosenquote nach dem Standard der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Sie unterscheidet sich damit von der Arbeitslosenquote, wie sie die Bundesagentur für Arbeit (BA) für Deutschland berechnet. Nach den ILO-Kriterien wird nur jemand als arbeitslos gezählt, der keine einzige Stunde in der Woche gearbeitet hat. Nach den BA-Zahlen werden hingegen alle Menschen, die weniger als 15 Stunden in der Woche arbeiten, ebenfalls als offiziell arbeitslos gewertet.

Während der Eurokrise hatte die Arbeitslosigkeit im Währungsraum stark zugenommen. In der Hochphase der Krise Ende 2013 erreichte die Quote einen Höchststand von mehr als zwölf Prozent. Seitdem jedoch hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt spürbar verbessert. Die Arbeitslosigkeit sank kontinuierlich und erreicht nun wieder das Vorkrisenniveau.

Inflation bei 2,0 Prozent

Die Unterschiede zwischen den Euroländern bleiben aber hoch: Eine weiter sehr hohe Arbeitslosigkeit weist Griechenland auf. Dort lag die Quote laut den aktuellsten Zahlen im Mai bei 19,5 Prozent. Dagegen steht Deutschland laut der ILO-Definition mit einer Quote von 3,4 Prozent besonders gut da. Nach den wesentlich weiter gefassten BA-Zahlen lag die Arbeitslosenquote in Deutschland im Juli bei 5,1 Prozent.

Die Teuerung im gemeinsamen Währungsraum hat sich im August wieder etwas abgeschwächt. Laut Eurostat lagen die Verbraucherpreise um 2,0 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Juli hatte die Inflationsrate noch 2,1 Prozent betragen.

Schwächer als im Vormonat fiel auch die weniger schwankende Kerninflation aus. Ohne Energie, Nahrungs- und Genussmittel erhöhten sich die Verbraucherpreise um 1,0 Prozent zum Vorjahresmonat. Im Juli hatte die Kernteuerung 1,1 Prozent betragen.

Die Kerninflation gilt Ökonomen als aussagekräftiger für den grundlegenden Preisauftrieb. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte sie lange Zeit als wesentliche Begründung für ihre immer noch extrem lockere Geldpolitik herangezogen. Die EZB strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an. Seit dem Frühjahr wird dieses Ziel wieder erreicht, nachdem es jahrelang verfehlt wurde.

Teurer als ein Jahr zuvor war im August vor allem Energie. Die Energiepreise stiegen um 9,2 Prozent zum Vorjahresmonat. Nahrungs- und Genussmittel waren um 2,5 Prozent teurer. Industriegüter und Dienstleistungen, zu denen auch die Mieten zählen, verteuerten sich unterdurchschnittlich um 0,3 beziehungsweise 1,3 Prozent.

fdi/Reuters



insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
darthmax 31.08.2018
1. Zahlenmist
wer keine Stunde beschäftigt war... Deutschland 3,2 %...hier wird ein Europa vorgegaukelt was wohl bei ernsthafter Betrachtung irgendwo eine Arbeitslosigkeit von 20 % aufweist, da schon in Deutschland die echte Arnbeitslosigkeit bei ber 10 % liegt. Mit solchen unglaubwrdigen Zahlen operiert also die EU., ein Schenkelklopfer, wenn es nicht so traurig wäre.
trader_07 31.08.2018
2.
Zitat von darthmaxwer keine Stunde beschäftigt war... Deutschland 3,2 %...hier wird ein Europa vorgegaukelt was wohl bei ernsthafter Betrachtung irgendwo eine Arbeitslosigkeit von 20 % aufweist, da schon in Deutschland die echte Arnbeitslosigkeit bei ber 10 % liegt. Mit solchen unglaubwrdigen Zahlen operiert also die EU., ein Schenkelklopfer, wenn es nicht so traurig wäre.
Sie sollten nicht von Ihrem persönlichen Umfeld auf das ganze Land schließen. Wenn ich das so machen würde, müsste ich sagen, die Arbeitslosigkeit in D liegt bei exakt 0%.
Pumpkin 31.08.2018
3. EU, Europa, Eurozone
Leider sehr typisch bei SPON heutzutage, dass bei sämtlichen Zahlen und Statistiken nur noch die Eurozone berücksichtigt wird. Die EU und Europa bestehenen aber nicht nur aus der Eurozone - so hat z. B. EU-weit mit 2,3 % die niedrigste Arbeitslosigkeit Tschechien, welches der Eurozone nicht angehört. Oft sind das nämlich Länder außerhalb der Eurozone, die bessere Zahlen aufweisen, was gerade in den deutschen Medien gerne verschwiegen wird.
aktiverbeobachter 31.08.2018
4. skurill
Zitat von darthmaxwer keine Stunde beschäftigt war... Deutschland 3,2 %...hier wird ein Europa vorgegaukelt was wohl bei ernsthafter Betrachtung irgendwo eine Arbeitslosigkeit von 20 % aufweist, da schon in Deutschland die echte Arnbeitslosigkeit bei ber 10 % liegt. Mit solchen unglaubwrdigen Zahlen operiert also die EU., ein Schenkelklopfer, wenn es nicht so traurig wäre.
Können Sie denn Ihre Arbeitslosenquote von 20% mal mit Zahlen Daten Fakten belegen und herleiten, wie Sie auf so eine Zahl kommen ?
spmc-12355639674612 31.08.2018
5. Es geht um etwas anderes
Zitat von darthmaxwer keine Stunde beschäftigt war... Deutschland 3,2 %...hier wird ein Europa vorgegaukelt was wohl bei ernsthafter Betrachtung irgendwo eine Arbeitslosigkeit von 20 % aufweist, da schon in Deutschland die echte Arnbeitslosigkeit bei ber 10 % liegt. Mit solchen unglaubwrdigen Zahlen operiert also die EU., ein Schenkelklopfer, wenn es nicht so traurig wäre.
Erstens müssen die Zahlen innerhalb der EU vergleichbar sein. Das sind sie nicht, wenn jedes Land eine andere Definition verwendet. Zweitens ist die Tendenz wichtiger als die absolute Arbeitslosenquote: Fällt die Arbeitslosenquote, wird es besser, steigt sie, wird es schlechter - ganz einfach. Wenn Ihre persönliche Definition für "Arbeitslosigkeit" nur Vollzeitstellen ab 35 Wochenstunden berücksichtigt, ist das nicht das Problem von Eurostat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.