Grexit-Planspiele Briten wappnen sich für griechischen Euro-Austritt

Der Konfrontationskurs der griechischen Linksregierung verschreckt Politiker und Investoren in Europa. Der britische Premier Cameron und seine Berater spielen bereits Szenarien eines Athener Euro-Austritts durch.

Premierminister Cameron: "Wir wollen wachsam sein"
Getty Images

Premierminister Cameron: "Wir wollen wachsam sein"


London - Die Regierung des Nicht-Euro-Landes Großbritannien hat erste Vorbereitungen für einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone getroffen. Einen entsprechenden Bericht der BBC bestätigte ein Sprecher der Downing Street am Montag. Premierminister David Cameron beriet am Montag mit Spitzenvertretern des Finanzministeriums und der britischen Notenbank über die Folgen eines möglichen "Grexit".

Es gehe darum, Risiken einer Ansteckungsgefahr abzuschätzen, sagte ein Sprecher Camerons. "Wir wollen hier wachsam sein." Bereits 2012 habe man Eventualitäten durchgespielt, als in der Staatsschuldenkrise auch wegen Griechenland Druck auf die Eurozone entstanden war. Vor dem Hintergrund, dass es in Athen nun eine neue Regierung gebe, sei es an der Zeit, die Vorkehrungen zu überprüfen.

Britische Banken mit geringen Forderungen

Der britische Finanzminister George Osborne hatte am Wochenende gewarnt, dass ein Abschied Griechenlands vom Euro der britischen Wirtschaft schaden könnte. Die britischen Experten gehen zwar davon aus, dass ein Kompromiss zwischen Griechenland und anderen Mitgliedern der Eurozone - vor allem Deutschland - erzielt werden kann. Dennoch habe sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Griechenland die Einheitswährung verlässt, berichtet die BBC.

Die neue linksgerichtete Regierung aus Athen lehnt die bisherige Schulden- und Sparpolitik ab. Zudem hat sie die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gekündigt. Großbritannien ist über sein Bankensystem in vergleichsweise geringem Umfang mit Griechenland verknüpft. "Es bleiben aber Ansteckungsgefahren und das Risiko der Verunsicherung, deshalb ist es wichtig, diese Risiken zu betrachten", sagte der Sprecher.

mik/dpa/Reuters



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 69 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
pennywise 09.02.2015
1. die Engländer?
Die wollen doch nixmit dem ? zu und der EU zu tun haben. Plant doch lieber den GB Exit
chrimirk 09.02.2015
2. Positive Überraschung!
Dass ausgerechnet die Briten beim Thema Griechenland genügend Mut aufbringen, ist beachtlich! Bravo. Jetzt kann doch unsere Mutti nachziehen und gleichziehen.
brotkernmehl 09.02.2015
3.
Seien wir doch mal ehrlich, alle EU Mitglieder werden dieses Szenario durchgespielt haben und eventuelle Pläne in der Schublade haben. Vielleicht enthält die britische Version ja einen #GBexit. Das wäre wenigstens eine Meldung wert.
Max Super-Powers 09.02.2015
4.
Ich hoffe, dass man das in Berlin wenigstens hinter den Kulissen auch tut. Es ist niemandem geholfen, wenn man immer nur auf ein Ziel hinarbeitet, aber das andere vollkommen aus den Augen lässt.
gismo63 09.02.2015
5. Respekt
ich wünschte mir das die Bundesregierung genauso denkt. JE eher die Griechen raus aus der Eurozone sind, umso besser. Das Thema Griechenland nervt nur noch! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende !
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.