Eurozone Industrie so zuversichtlich wie seit sechs Jahren nicht

Gute Nachrichten für die Eurozone: Die Stimmung in der Industrie ist laut einer Umfrage so gut wie seit Jahren nicht mehr, auch die Arbeitslosigkeit ist niedrig. Schlechter sieht es in Großbritannien aus.

Container im Hamburger Hafen
DPA

Container im Hamburger Hafen


Die Stimmung in den Industriebetrieben des Euroraums hat sich im Juni weiter verbessert. Wie IHS Markit mitteilt, stieg der Einkaufsmanagerindex um 0,4 Punkte auf 57,4 Zähler. Das ist der höchste Stand seit gut sechs Jahren. Das Institut befragte 3000 Firmen.

Das Stimmungsbarometer deutet auf ein robustes Industriewachstum hin, da es deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt. Besonders gut ist die Stimmung derzeit in Deutschland, gefolgt von Italien, Frankreich und Spanien. Markit verwies darüber hinaus auf bessere Umfrageergebnisse aus den Niederlanden, Irland, Griechenland und Österreich.

Die Industrie dürfte maßgeblich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum im zweiten Quartal beitragen, kommentierte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson die Ergebnisse. Vor allem die Exporte lieferten derzeit wichtige Wachstumsimpulse. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die "beeindruckende" Industriekonjunktur nur von kurzer Dauer sein könnte.

Auch bei den Arbeitslosenzahlen zeichnet sich ein Aufschwung ab: Nach Angaben des Statistikamts Eurostat lag die Arbeitslosenquote wie bereits im April bei 9,3 Prozent. Das ist der geringste Wert seit März 2009. Auch in der gesamten Europäischen Union wurde mit 7,8 Prozent ein unveränderter Wert und damit weiterhin der niedrigste Stand seit Dezember 2008 gemessen.

Stimmung in Großbritannien verschlechtert sich

Die Stimmung der Industrieunternehmen in Großbritannienverschlechterte sich im Juni überraschend deutlich. Der vom Institut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel um zwei Punkte auf 54,3 Punkte.

Analysten hatten einen deutlich geringeren Rückgang erwartet. Der Wert vom Vormonat Mai wurde von 56,7 auf 56,3 Punkte nach unten revidiert, sodass sich eine deutlichere Abschwächung als bislang angenommen ergibt.

Trotz des Dämpfers liegt der Indikator nach wie vor deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der Hauptgrund für die Abschwächung im Juni seien schwache Auftragseingänge, sagte Markit-Ökonom Rob Dobson. Das Wachstum habe sich sowohl bei den Konsum- als auch bei den Vorleistungs- und den Investitionsgütern abgeschwächt.

asa/Reuters/dpa



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
SWK 03.07.2017
1. "Die Stimmung der Industrieunternehmen in Großbritannien...."
ist ein in Politiker- und Journalistenkreisen sehr beliebtes, aber kaum fassbares und belastbares und darum wenig brauchbares Kriterium. Das ist doch nichts anderes als das kollektive Abfragen eines kernigen "Ooch, der Boss meint, dass es wohl so oder so laufen wird..." Wie sieht es denn mit den konkreten Investitionen in UK im 1.und 2 . Quartal 2017 und wie mit dem Auftragseingang der Investitionsgüterindustrie aus UK aus? Das hätte Substanz und damit könnte man wirklich was anfangen.
micschue 03.07.2017
2. Mag sein
Das die Industrie jammert. Der englische Bürger freut sich schon ganz dolle auf den Tag, wenn er bei der Rückkehr aus Italien 200 Zigaretten dutyfree mit nach Glasgow nehmen darf.
florian29 03.07.2017
3. mich würde einmal die Arbeitslosenquote
in GB interessieren. Aber warte. Sie ist über 4% niedriger als im Euro-Raum! Das scheint an der schlechten Wirtschaft dort zu liegen... Wenn man berichtet, dann bitte nicht so lückenhaft SPON.
grommeck 03.07.2017
4. Nunja, die Parlamente sind in Wirtschaftshand, da kann man jubeln.
Die Wünsche werden von s.g. Gesetzgebern umgehend erfüllt, als nächstes der kostenlose Strom für Unternehmen und dann brummt der Laden. Aktionäre, Unternehmer, Börsenhaie - es sind goldene Zeiten bis die blöden Bürger rumoren oder sich gar wehren. Also weiter Beute machen!
Sportzigarette 03.07.2017
5.
Zitat von grommeckDie Wünsche werden von s.g. Gesetzgebern umgehend erfüllt, als nächstes der kostenlose Strom für Unternehmen und dann brummt der Laden. Aktionäre, Unternehmer, Börsenhaie - es sind goldene Zeiten bis die blöden Bürger rumoren oder sich gar wehren. Also weiter Beute machen!
Meine Güte, warum muß man denn hier immer wieder so einen Schwachsinn lesen?! Nein, die Parlamente sind nicht in Wirtschaftshand. Die meisten Parlamentarier sind Lehrer, Beamte, Anwälte, Angestellte etc. und natürlich auch Selbständige. Und was hat das jetzt mit dem Sachverhalt im Artikel zu tun? Nichts! Merke: Wenn es in der Wirtschaft und Industrie gut und besser läuft, bedeutet das, dass es mehr Jobs gibt und mehr Steuereinnahmen, was ja wieder allen zu Gute kommt. Nee, Ihnen natürlich nicht, Sie leben wahrscheinlich in diesem schlimmen Land, wo alle nur von Hartz IV leben oder 3 schlecht bezahlte Jobs haben und ihre Mieten nicht zahlen können usw..........Gibts auch, aber der übergroßen Mehrheit geht es gut und besser!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.