Verbraucherpreise in der Eurozone Inflation steigt nur um 1,1 Prozent

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind im Februar noch schwächer gestiegen als zunächst geschätzt. Damit ist das Inflationsziel der EZB in weitere Ferne gerückt.

Supermarktkasse (Archiv)
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Die Inflation in der Eurozone ist im Februar stärker gefallen, als zunächst berechnet. Die Teuerungsrate sank auf 1,1 Prozent. Das ist die niedrigste Rate seit Ende 2016. In einer ersten Schätzung hatten die Statistiker noch eine Teuerung von 1,2 Prozent ermittelt. Im Januar hatte die Inflation mit 1,3 Prozent noch spürbar höher gelegen.

Mit dem dritten Rückgang in Folge entfernt sich die Teuerungsrate weiter vom Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie strebt als optimalen Wert für die Wirtschaft knapp zwei Prozent an. Deshalb betreibt die EZB derzeit eine extrem lockere Geldpolitik.

Die Kerninflation, die schwankungsanfällige Komponenten wie Energie ausklammert, lag wie im Vormonat bei 1 Prozent. Diese Teuerung hatte die EZB zuletzt stärker in den Blick genommen, weil sie ihrer Meinung nach die grundlegende Preisentwicklung besser beschreibt als die Gesamtinflation.

Energiepreise moderat gestiegen

Energie verteuerte sich im Februar nur noch um 2,1 Prozent. Für Lebens- und Genussmittel sowie Dienstleistungen, wozu die Mieten zählen, musste ebenfalls mehr gezahlt werden. Industriegüter verteuerten sich mit 0,6 Prozent deutlich schwächer als andere Komponenten.

Die höchsten Inflationsraten im Euroraum wiesen Estland und Litauen mit je 3,2 Prozent auf. Zypernwar das einzige Land der Union, in dem es einen Preisrückgang gab (minus 0,4 Prozent). Die niedrigsten Raten verbuchten Griechenland (0,4 Prozent) und Italien (0,5 Prozent). Deutschland liegt mit einer nach europäischen Standards berechneten Inflationsrate (HVPI) von 1,2 Prozent knapp über dem Durchschnitt des Währungsraums.

EZB-Chef Mario Draghi sagte jüngst, er sei zwar zuversichtlicher, dass man sich mit der Zeit dem Zielwert von knapp zwei Prozent annähern werde. Es brauche aber weitere Hinweise, dass die Entwicklung in die richtige Richtung gehe.

Die Währungshüter wagten vergangene Woche lediglich einen Mini-Schritt in Richtung einer weniger expansiven Geldpolitik. Sie strichen aus ihrem Ausblick die Option, das auf 2,55 Billionen Euro angelegte Anleihen-Kaufprogramm nötigenfalls erneut auszuweiten. Volkswirte gehen davon aus, dass die EZB die umstrittenen Transaktionen Ende 2018 auslaufen lassen wird.

brt/dpa/Reuters



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