Trotz Katalonien-Krise Spanien ist Wachstumstreiber in der Eurozone

Das Wachstum legt zu, die Zahl der Arbeitslosen sinkt: Die Eurozone ist im Sommer um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen. Die Unterschiede zwischen den Ländern bleiben aber groß.

Einkaufsszene in Madrid (Archivbild)
REUTERS

Einkaufsszene in Madrid (Archivbild)


Die Wirtschaft der Eurozone ist im Sommer überraschend kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat in ihrer Schnellschätzung mitteilte.

Auch im zweiten Quartal gab es revidierten Angaben zufolge ein Plus von 0,7 (bisher: 0,6) Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs die Eurozone im zurückliegenden Quartal um 2,5 Prozent.

Seit Mitte 2013 befindet sich die Eurozone mehr oder weniger stark auf Wachstumskurs. Der robuste Aufschwung setzt die Europäische Zentralbankzunehmend unter Druck, die Geldschleusen langsam zu schließen. Vergangene Woche beschlossen die Notenbanker, ab Januar ihre monatlichen Wertpapierkäufe zu halbieren.

Zu den aktuellen Wachstumstreibern zählt Spanien. Trotz der Katalonien-Krise legte das BIP dort im Sommerquartal um 0,8 Prozent zu. Zuletzt hatte die Regierung in Madrid ihre Wachstumserwartung für das kommende Jahr aber nach unten korrigiert. Österreich wuchs genauso schnell wie Spanien. Frankreich schaffte ein Plus von 0,5 Prozent. Für Deutschland erwarten Ökonomen ebenfalls ein Wachstum von etwa 0,5 Prozent. Eine erste Schätzung gibt das Statistische Bundesamt am 13. November bekannt.

Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Stand seit Januar 2009

Mit der Konjunkturerholung sinkt die Arbeitslosigkeit in der Währungsunion. Im September hatten 14,51 Millionen Frauen und Männer keinen Job - 96.000 weniger als im Vormonat und 1,46 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote fiel auf 8,9 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Januar 2009.

Die Unterschiede bleiben aber groß: Deutschland wies nach diesen Berechnungen mit 3,6 Prozent die niedrigste Quote aus, während sie in Griechenland mit 21,0 Prozent (im Juli) und Spanien mit 16,7 Prozent am höchsten ist.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
franzkanns 01.11.2017
1.
"Das Wachstum legt zu, die Zahl der Arbeitslosen sinkt: Die Eurozone ist im Sommer um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gewachsen" Ja, die Ausdehnung der Eurozone schreitet unaufhaltsam voran, durch heimliches Verschieben der Außengrenzen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.