Konjunktur 2017 Eurozone wächst so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist im vergangenen Jahr auf ein Zehn-Jahres-Hoch gestiegen. Insbesondere Frankreich hat zugelegt, beflügelt durch die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten.

La Defense,  Bankenviertel von Paris
REUTERS

La Defense, Bankenviertel von Paris


Die Wirtschaft in der Eurozone ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie zuletzt 2007, also vor der Finanzkrise. Sowohl in der EU als auch in der Eurozone stieg die Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. In beiden Fällen war das ein Zehn-Jahres-Hoch.

Zum Vergleich: In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren.

Gegen Ende des Jahres hat sich das Wachstum in Europa allerdings leicht verlangsamt. Im letzten Quartal 2017 legte die Wirtschaft in der EU und in der Währungsunion im Vergleich zum Vorquartal jeweils um 0,6 Prozent zu, wie Eurostat weiter mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresquartal waren es 2,7 Prozent für die 19 Länder der Eurozone und 2,6 Prozent für die gesamte EU aus 28 Staaten.

Das Comeback der Eurozone hat auch mit der neuen Wirtschaftsstärke Frankreichs zu tun. Dort stieg das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Damit war das Wachstum fast doppelt so hoch wie im Jahr 2016. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sprach von einer "Rückkehr der Zuversicht".

Italien und Spanien im Aufwind

"Im Jahr 2017 hat Frankreich in Sachen Wachstum am besten abgeschnitten seit 2011", erklärte Le Maire. Dieser Trend "dürfte sich 2018 fortsetzen", prognostizierte der Minister. Le Maire führte die positive Entwicklung auf eine "Rückkehr der Zuversicht der Haushalte und der Unternehmer" seit der Wahl von Präsident Emmanuel Macron im Mai des vergangenen Jahres zurück.

In Spanien sorgte die Katalonienkrise bei Investoren und Konsumenten für Unsicherheiten. Dennoch stieg das Bruttoinlandsprodukt um 3,1 Prozent. Ende 2017 verlor die spanische Wirtschaft allerdings etwas an Fahrt.

Auch Italien befindet sich nach Jahren der Flaute im Aufwind. Die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni rechnet für das vergangene Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,5 Prozent. Abschließende Daten dazu liegen noch nicht vor. Es wäre das beste Ergebnis seit 2010.

asc/dpa/AFP/Reuters



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bronstin 30.01.2018
1. Nach Artikel lesen
muss ich sagen - bisher alles Spekulation. Interessanter wäre, ob auch Strukturveränderungen stattgefunden haben, was ich mir ehrlich gesagt beim Club Med nicht vorstellen kann...
fatherted98 30.01.2018
2. Echt?
....da muss ich mal ein paar Franzosen fragen die ich kenne...soweit mir bekannt hat sich seit Macron nichts verändert...für den "kleinen Mann" wurde es eher schlechter....aber evtl. stopfen sich ja ein paar Bonzen die Taschen voll.....soll ja vorkommen.
Nordstadtbewohner 30.01.2018
3. Spekulationen vs. Tatsachen
"Insbesondere Frankreich hat zugelegt, beflügelt durch die Wahl von Emmanuel Macron zum Präsidenten." Ich halte die Aussage des Autors für rein spekulativ. Solange ist Macron noch gar nicht Präsident, als dass seine politischen Entscheidungen überhaupt Wirkung zeigen. So etwas behauptet ja nicht einmal er selbst, sondern sieht die Wirkung seiner Reformen mit einem zeitlichen Horizont von 5 Jahren. Die meisten wirtschaftspolitischen Weichenstellungen zeigen sich erst mittelfristig. Das starke Wirtschaftswachstum ist ein Ergebnis des Aufholens der Verluste aus der Weltwirtschaftskrise. Mehr aber auch momentan nicht. Da sollte man ehrlich sein.
hansriedl 04.02.2018
4. Eurozone wächst
In der Eurozone wächst nicht nur die Wirtschaft, die Eurozone auch an der Zahl der Mitglieder wachsen. EU legt Strategiepapier zu Beitritt der Westbalkanländer vor. Bei den sechs Westbalkan-Staaten geht es um Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Albanien und den Kosovo. Serbien und Montenegro könnten aus Sicht der EU-Kommission bereits 2025 der Europäischen Union beitreten. "Mit einem starken politischen Willen, der Umsetzung von Reformen und der noch ausstehenden Lösung von Streitigkeiten mit Nachbarn sollten Montenegro und Serbien bis 2025 für eine Mitgliedschaft bereit sein", heißt es demnach in dem Dokument, das am Dienstag in Straßburg vorgelegt werden soll. "Eine EU-Mitgliedschaft der Westbalkan-Staaten ist im politischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interesse der Union" . Hat die EU aus Ungarn, Polen, etc. noch immer nicht gelernt?
Duggi 05.02.2018
5.
Zitat von hansriedlIn der Eurozone wächst nicht nur die Wirtschaft, die Eurozone auch an der Zahl der Mitglieder wachsen. EU legt Strategiepapier zu Beitritt der Westbalkanländer vor. Bei den sechs Westbalkan-Staaten geht es um Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Albanien und den Kosovo. Serbien und Montenegro könnten aus Sicht der EU-Kommission bereits 2025 der Europäischen Union beitreten. "Mit einem starken politischen Willen, der Umsetzung von Reformen und der noch ausstehenden Lösung von Streitigkeiten mit Nachbarn sollten Montenegro und Serbien bis 2025 für eine Mitgliedschaft bereit sein", heißt es demnach in dem Dokument, das am Dienstag in Straßburg vorgelegt werden soll. "Eine EU-Mitgliedschaft der Westbalkan-Staaten ist im politischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interesse der Union" . Hat die EU aus Ungarn, Polen, etc. noch immer nicht gelernt?
Neoliberale Macht- und Geldgier kennt eben keine Grenzen, die man ihr nicht unmißverständlich aufweist. :-(
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