Einigung mit Ver.di Evangelische Kirche will Tarifverträge abschließen

Die Gewerkschaft Ver.di feiert einen Erfolg im Streit mit den Kirchen. Die evangelische Diakonie in Niedersachen will künftig Tarifverträge abschließen. 30.000 Beschäftigte bekommen mehr Geld.

Diakonie-Klinikum in Stuttgart: Beschäftigte bekommen 5,5 Prozent mehr Gehalt
AP

Diakonie-Klinikum in Stuttgart: Beschäftigte bekommen 5,5 Prozent mehr Gehalt


Hannover - Ver.di spricht bereits von einer bundesweit wegweisenden Entscheidung, die Kirchen bremsen noch: In Niedersachsen haben die Gewerkschaft und die evangelische Diakonie vereinbart, künftig Tarifverträge abzuschließen. Ver.di fordert, dass diese künftig den sogenannten Dritten Weg ersetzen. Darunter versteht man rein kircheninterne Verhandlungen über Löhne und Arbeitsbedingungen.

Die Gewerkschaft streitet mit den Kirchen seit Jahren über den Dritten Weg, der keine Gewerkschaftsbeteiligung und kein Streikrecht vorsieht. Ver.di möchte bundesweit reguläre Tarifverhandlungen durchsetzen. Das Bundesarbeitsgericht bestätigte die kirchliche Praxis im November 2012 zwar im Grundsatz, mahnte aber eine bessere Beteiligung der Gewerkschaften an. Auch das Streikverbot wurde gelockert.

Die Einigung bedeutet zunächst auf jeden Fall mehr Geld für die 30.000 Diakonie-Beschäftigten in Krankenhäusern und Altenheimen in Niedersachsen. Das Klinikpersonal erhält in drei Schritten 5,5 Prozent mehr, die Altenpfleger 2,5 Prozent.

Was das Vorgehen in Niedersachsen für die Zukunft des Dritten Weges bedeutet, sehen beide Seiten weiter unterschiedlich. Ver.di wertete die Tarifpartnerschaft mit der Diakonie als Ende des kirchlichen Sonderwegs, die Diakonie sieht sich weiterhin innerhalb der Grenzen des kirchlichen Arbeitsrechts.

cte/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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spiegelleser_wissen_wenig 22.05.2013
1. Kirchen enteignen!
Die Kirche besteht in der heutigen, aufgeklärten Zeit nur noch um ihrer selbst willen und leistet keinen Beitrag für die Gesellschaft, der nicht auch von weniger bornierten Institutionen geleistet werden könnte. Wobei die Finanzierung ja sowieso meist vom Staat kommt.
Siegmund Marx 22.05.2013
2. Wieso eigentlich ?
Wieso mauern die Kirchen eigentlich beim Geld? Ist doch nicht ihres, das Personal in kirchlichen Heimen, Kliniken etc. wird doch fast ausschließlich aus Steuergeldern bezahlt. Und dann dieser ewige Blödsinn mit den Prozenten: was soll an z.B. 4% mehr Lohn gerecht sein wenn der eine 1500€ bekommt und der andere 5000€? Wer viel hat, bekommt absolut auch mehr, wer wenig hat, ist, wie immer, der ge...
seniorfd 22.05.2013
3. Ein Witz!!!!
Es ist trotz Erhöhungen immer noch ein Witz was man im Sozialen Bereich verdient!Bedauerlich das unserer Gesellschaft den Wert dieser wichtigen Arbeit noch immer nicht zu würdigen weiß.
allesklar? 22.05.2013
4. Omen est nomen
einen besseren Namen hätte sich "spiegelleser_wissen_wenig" nicht geben können...
legastheniker 22.05.2013
5. gleiches recht für.......
"Diakonie sieht sich weiterhin innerhalb der Grenzen des kirchlichen Arbeitsrechts." was schnell überlesen wird ist das es tatsächlich ein anderes recht für kirchenbetriebe giebt. d.h. wenn sie od ich ein krankenhaus eröffnen gilt das normale recht wenn die kirche das tut ein anderes das ist die krux. hoffentlich hat das jetzt bald ein ende.
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