VW-Affäre: Volkerts Ex-Geliebte packt vor Gericht aus

Schlussakt in der Volkswagen-Affäre: Die frühere Geliebte von Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert sagte erstmals vor Gericht aus. Sie muss sich wegen Beihilfe zur Untreue verantworten. Die Brasilianerin bestritt alle Vorwürfe - und berichtete vom Luxusleben mit dem "zweitwichtigsten Mann bei VW".

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dapd

Ex-Volkert-Geliebte Barros: Nur Scheinrechnungen vorgelegt?

Wolfsburg - Fast sieben Jahre nach Beginn der VW-Affäre um falsche Abrechnungen und Luxusreisen auf Firmenkosten hat der vermutlich letzte Prozess um den Skandal begonnen. Seit Dienstag muss sich die frühere Geliebte des einst mächtigen Ex-Betriebsratschefs Klaus Volkert vor dem Wolfsburger Amtsgericht verantworten. Ihr wird Beihilfe zur Untreue in 26 Fällen vorgeworfen.

Die aus Brasilien stammende Adriana Barros habe aufgrund von Scheinrechnungen insgesamt rund 250.000 Euro einkassiert, ohne dass sie Leistungen dafür erbrachte, wirft ihr die Anklage vor. Die heute 47 Jahre alte Frau, die nach eigenen Angaben Journalistin ist, soll danach gewusst haben, dass sie darauf keinen Anspruch hatte. Außerdem soll sie in 15 weiteren Fällen privat veranlasste Kosten für Flüge, Hotelaufenthalte und Sprachkurse in Höhe von insgesamt rund 100.000 Euro zu Lasten von VW abgerechnet haben.

Die VW-Affäre, die im Frühsommer 2005 ans Licht gekommen war, erschütterte Europas größten Autobauer. Der Skandal zog schnell immer größere Kreise und beherrschte wochenlang die Schlagzeilen.

Die Angeklagte Barros bestritt vor Gericht alle Vorwürfe. Die Reisen hätten den Hintergrund gehabt, Filme und Videos über soziale Projekte von Volkswagen zu verbreiten. "Ich hatte keinen Moment die Absicht, meine Arbeit nicht durchzuführen - im Gegenteil, mir war sehr daran gelegen", sagte sie. Zahlreiche Filme, die sie in ihrer eigenen Fernsehproduktion hergestellt habe, seien in Brasilien ausgestrahlt worden. Andere Aufnahmen habe sie direkt an Volkert gegeben.

Ende der neunziger Jahre hatte sie Volkert auf einer seiner Dienstreisen in einem Club in Brasilien kennengelernt. Die beiden kamen sich sehr bald näher und waren mehr als sieben Jahre lang ein Paar. Barros war beeindruckt von dem Mann aus Deutschland, der ihr den Eindruck vermittelte "die zweitwichtigste Person bei Volkswagen" zu sein, wie sie vor Gericht aussagte. Er habe sie zum Essen, ins Theater und auch auf Reisen eingeladen. Sie habe geglaubt, dass Volkert aus seiner Privatkasse bezahlte. Wenn ihr etwas seltsam vorgekommen sei, sei das damit begründet worden, dass seine Frau nichts von der Affäre mitbekommen sollte.

Berufliche und persönliche Rehabilitierung

Der Rechtsanwalt der Brasilianerin, die vor Gericht mittels einer Dolmetscherin kommunizierte, sagte zu Beginn der Verhandlung, Frau Barros wolle ihre vollkommene berufliche und persönliche Rehabilitierung erreichen. Sie habe nichts gewusst von den Machenschaften und Abrechnungsmodalitäten in dem VW-Skandal. "Sie ist hier, weil sie es möchte und aktiv mitgestalten will," sagte Rechtsanwalt Hans-Joachim Gerst.

Nachdem die Beziehung bekannt wurde, habe sie ihre Arbeit beim Fernsehen verloren, ihr Büro, ihre Wohnung und ihren guten Ruf. Laut dem Anwalt wird sie von ihrer Familie und ihrem Lebensgefährten unterstützt. Nach dem erwarteten Freispruch wolle sie "an ihre Karriere anknüpfen".

Gegen einen Strafbefehl hatte die Angeklagte Einspruch erhoben. Er war ihr im Juli 2008 zugestellt worden - mit einem Strafmaß von einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Damit hätte die Sache für Barros erledigt sein können. Mit Beginn der Verhandlung ist nun aber wieder alles offen. Dass es so lange gedauert hat, bis das Verfahren eröffnet werden konnte, begründete der Sprecher des Amtsgerichts mit Problemen bei der Zustellung der notwendigen Unterlagen nach Brasilien.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig geht davon aus, dass sich die Verhandlung hinziehen wird. Bisher sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Auch Volkert soll als Zeuge gehört werden. Das Urteil ist bisher für den 8. Mai vorgesehen.

yes/dpa/dapd

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insgesamt 6 Beiträge
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1. Schlussakt in der Volkswagen-Affäre?
Michael KaiRo 27.03.2012
Habe ich etwas verpasst? Der damalige Vorstandschef Ferdinand Piëch stand nicht vor Gericht? Gerade der Kontrollfreak Piëch soll nix gewusst haben? Das glaubt dem doch keiner. Und die anderen damaligen Top-Manager des VW-Konzerns - machen auch einen auf "den drei Affen": Nix hören, nix sehen, nix sprechen?
2. die haben alle was gewusst, als sie in 2005 in puebla waren ubd eine Sause geplant w
puebla 27.03.2012
Im Juni 2005 war neben einem Besuch des VW Werks in Puebla auch wieder eine Sause geplant. Die wurde aber wegen dem Bekanntwerden abgesagt. Volkert fuhr auch nach seiner Demission bei VW weiter einen Dienstwagen. Also war die Rückendeckung des Vorstands da. Billiger konnten sie ja nicht die Arbeiter beruhugen und in die geplnten Bahnen lenken. Ein Piech ist den Anderen immer 2 Schritte voraus...
3.
Jondo 27.03.2012
Zitat von sysopSchlussakt in der Volkswagen-Affäre: Die frühere Geliebte von Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert sagte erstmals vor Gericht aus. Sie muss sich wegen Beihilfe zur Untreue verantworten. Die Brasilianerin bestritt alle Vorwürfe - und berichtete vom Luxusleben mit dem "zweitwichtigsten Mann bei VW". VW-Affäre: Volkerts Ex-Geliebte packt vor Gericht aus - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,824113,00.html)
Und da maule noch mal jemand über Unternehmer. Da spielt sich ein Mensch als zweitwichtigster Mann bei VW auf, der das Unternehmen um Millionen geschädigt hat....alles unter dem Deckmantel der Gewerkschaft.
4.
rainer_daeschler 27.03.2012
Zitat von Michael KaiRoHabe ich etwas verpasst? Der damalige Vorstandschef Ferdinand Piëch stand nicht vor Gericht? Gerade der Kontrollfreak Piëch soll nix gewusst haben? Das glaubt dem doch keiner.
a) muss man ihm das beweisen. b) muss jemand den Mut haben ihm das zu beweisen. Nicht glauben, geht ganz von selber. ;-)
5. Hilfe!!!
distel60 28.03.2012
Ein Klick auf den Artikel und ... ... der Schreck des Morgens! 250.000,- € sollen das gewesen sein? Aber nein, Herr Volkert!
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