Henry Paulson: Ex-US-Finanzminister warnt vor neuer Finanzkrise

Ex-US-Finanzminister Paulson: "Keine Fortschritte bei Baufinanzierern" Zur Großansicht
Reuters

Ex-US-Finanzminister Paulson: "Keine Fortschritte bei Baufinanzierern"

"Es gibt eine Reihe von Problemen": Der ehemalige US-Finanzminister Paulson hat vor neuen Gefahren für das globale Bankensystem gewarnt. Es gebe keine Fortschritte beim Umgang mit Schattenbanken, das Dilemma der systemrelevanten Institute sei ungelöst.

Washington - Der frühere US-Finanzminister Henry Paulson warnt vor einer neuen Krise des globalen Finanzsystems. "Besteht die Gefahr einer erneuten Finanzkrise? Ich fürchte, dass die Antwort darauf 'Ja' lautet", schreibt der langjährige Chef der Investmentbank Goldman Sachs in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt".

Paulson entschied auf dem Höhepunkt der Krise 2008, dass die überschuldete Investmentbank Lehman Brothers nicht mit staatlichen Hilfen gerettet werden sollte. "Trotz aller Fortschritte gibt es eine Reihe von Problemen, die mir Sorge bereiten. Fünf Jahre nach der Finanzkrise haben wir bei der Reform der staatlich geförderten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac keinerlei Fortschritte erzielt, wir sind den Markt der Schattenbanken nicht angegangen und streiten noch immer darüber, ob wir das Dilemma der 'Too big to fail'-Banken gelöst haben", heißt es in dem Beitrag des Ex-Finanzministers.

Paulson schlägt mit Blick auf die systemrelevanten Großbanken vor: "Das 'Too big to fail'-Phänomen ist inakzeptabel und muss aus der Welt geschafft werden. Der beste Ansatz wäre hier, mit Hilfe von stringenteren Kapital- und Liquiditätsanforderungen die Vorteile zu minimieren, die große Geldinstitute genießen. Eine strenge Regulierung einschließlich Größenbeschränkung und Veräußerungszwang bei Banken, die ihre Risiken nicht mehr steuern können, könnte Pleiten unwahrscheinlicher machen."

cte/dpa

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insgesamt 77 Beiträge
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1. Sehr wahr ...
wibo2 11.09.2013
Zitat von sysopReuters"Es gibt eine Reihe von Problemen": Der ehemalige US-Finanzminister Paulson hat vor neuen Gefahren für das globale Bankensystem gewarnt. Es gebe keine Fortschritte beim Umgang mit Schattenbanken, das Dilemma der systemrelevanten Institute sei ungelöst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ex-us-finanzminister-paulson-warnt-vor-neuer-finanzkrise-a-921548.html
Sehr gute, wahrscheinlich zielführende und wirksame Vorschläge. Ob sie gegen die Bankenlobby durchgesetzt werden könnten, das werden wir sehen. Aber selbst die Banker scheinen nun kalte Füße zu kriegen. Wie sichtbare finanzpolitische Hektik überall beweist.
2. grosse Unternehmen genießen zu viele Vorteile
OldJerk 11.09.2013
der vom Gesetzgeber definierte Rahmen fördert Grossunternehmen das ist die Wurzel des Übels. Das sind Gesetze und Vorschriften und vor allem das Steuerrecht.
3. da spricht einer, dessen Arbeitgeber..
cosy-ch 11.09.2013
..in höchstem Masse von den Krisen und Kriegen die USA mitverantwortet , profitiert Siehe Rolle von GS vor und während des Irakkrieges, siehe EU-Krise und Rolle von GS bei Spanien, Italien, Griechenland usf....
4.
albrechtstorz 11.09.2013
Zitat von sysopReuters"Es gibt eine Reihe von Problemen": Der ehemalige US-Finanzminister Paulson hat vor neuen Gefahren für das globale Bankensystem gewarnt. Es gebe keine Fortschritte beim Umgang mit Schattenbanken, das Dilemma der systemrelevanten Institute sei ungelöst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ex-us-finanzminister-paulson-warnt-vor-neuer-finanzkrise-a-921548.html
Tja, entgegen aller Beteuerungen, jetzt vor der Wahl insbesondere auch unserer Politiker Merkel, Schäuble, ist nichts passiert. Wir stehen genauso da wie 2007. Die Bankster bereichern sich genauso schamlos, nur vielleicht etwas weniger spektakulär. Die Banken gehen genau die gleichen Risiken ein ohne mehr Sicherheit, sprich: Eigenkapitalquote, und und und. Jetzt wird sogar noch die, eigentlich lächerlich geringe, Spekulationssteuer auf europäischer Ebene torpediert. Das Umverteilungsfest von unten nach oben hat eigentlich erst so richtig begonnen. Aber laut Merkel und ihrer Bande (von Leyen, Altmaier, Schäuble, ...) ist ja alles gut.
5. paulsen, da war doch was-oder?
viceman 11.09.2013
Zitat von sysopReuters"Es gibt eine Reihe von Problemen": Der ehemalige US-Finanzminister Paulson hat vor neuen Gefahren für das globale Bankensystem gewarnt. Es gebe keine Fortschritte beim Umgang mit Schattenbanken, das Dilemma der systemrelevanten Institute sei ungelöst. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ex-us-finanzminister-paulson-warnt-vor-neuer-finanzkrise-a-921548.html
war das nicht dieser goldmann-boy, der als minister lehmann den todesstoß versetzt hat? nicht zuletzt ,um "seiner" .....firma goldm.-sachs einen rivalen aus dem weg zu räumen. dieser mensch "sorgt" sich also und will jetzt, da er keine macht mehr hat plötzlich strenger regulieren...- ein schelm
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