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10. August 2018, 12:43 Uhr

Export

Deutscher Handelsüberschuss mit USA sinkt kaum

Das wird Donald Trump nicht gefallen: Deutschland führt immer noch deutlich mehr Waren in die USA aus als von dort ein. Der Handelsüberschuss beträgt 24,4 Milliarden Euro - gesunken ist er bisher nur sehr gering.

Der von US-Präsident Donald Trump kritisierte Handelsüberschuss Deutschlands mit den USA sinkt kaum. Im ersten Halbjahr 2018 übertrafen die Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft die Importe von dort um 24,4 Milliarden Euro. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Damit ist der Überschuss nur etwa 100 Millionen Euro geringer als in der ersten Jahreshälfte 2017. Mit keinem anderen Land hat Deutschland in den ersten sechs Monaten einen so hohen Überschuss erzielt.

Trump hat das Ungleichgewicht immer wieder scharf kritisiert und als Gegenmaßnahme mit Strafzöllen auf Autos gedroht. Aber auch Organisationen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) prangern Deutschland wegen des hohen Handelsüberschusses an, da diese eine Gefahr für die Weltwirtschaft seien.

Bei einem Treffen zwischen EU-Kommissionschef Juncker hatten USA und EU Zugeständnisse im Handelsstreit gemacht. Vorerst soll auf neue Sonderabgaben verzichtet und mit Gesprächen über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter begonnen werden. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker stellte Trump verstärkte Einfuhren von US-Soja in Aussicht.

Deutsche Exporte in die USA etwa bei 56,1 Milliarden Euro

Im ersten Halbjahr summierte sich der deutsche Überschuss im Warenhandel mit der restlichen Welt auf 121,5 Milliarden Euro, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet.

Die deutschen Exporte in die USA legten von Januar bis Juni um 0,8 Prozent auf etwa 56,1 Milliarden Euro zu. Damit bleiben die USA der mit Abstand größte Abnehmer von Waren "Made in Germany". Auf Platz zwei kommt Frankreich mit 53,4 Milliarden Euro, einem Plus von 1,4 Prozent. Drittwichtigster Kunde sind die Niederlande. Dort stieg die Nachfrage um 10,4 Prozent auf 45,4 Milliarden Euro.

Die deutschen Importe aus den USA legten um 1,7 Prozent auf 31,7 Milliarden Euro zu. In dieser Statistik belegen die Vereinigten Staaten lediglich den vierten Platz. Sowohl aus China (48,4 Milliarden Euro) als auch aus den Niederlanden (45,5 Milliarden Euro) und Frankreich (32,3 Milliarden Euro) importiert Deutschland mehr.

cop/Reuters

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