Export-Rekord Deutsche Firmen peilen Billionenumsatz im Ausland an

Deutschlands Exporte boomen: In diesem Jahr steigen die Ausfuhren laut Branchenangaben so stark wie zuletzt vor zehn Jahren. 2011 könne sogar die Marke von einer Billion Euro geknackt werden.

Exportautos in Bremerhaven: Verband erwartet 16 Prozent plus
DDP

Exportautos in Bremerhaven: Verband erwartet 16 Prozent plus


Berlin - Die Lage der deutschen Exporteure könnte sich weiter verbessern: Im laufenden Jahr werden die Ausfuhren um 16 Prozent auf 937 Milliarden Euro steigen, erwartet der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Das würde dem größten Wachstum der vergangenen zehn Jahre entsprechen. Die Exportwirtschaft werde damit schneller als erwartet wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Auch 2011 soll der Trend anhalten: "Im kommenden Jahr bestehen gute Chancen, zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von einer Billion Euro beim Export zu erreichen", sagte BGA-Präsident Anton Börner. Er gehe von einem Zuwachs um bis zu sieben Prozent auf 1,003 Billionen Euro aus.

Es gebe aber Risiken. So könnte die US-Wirtschaft zurück in die Rezession fallen oder in China die Immobilienblase platzen. Auch die Euro-Schuldenkrise sei nicht ausgestanden. Beim Streit über Wechselkurse warnte Börner vor einseitigen Schuldzuweisungen Richtung China. Die USA und Europa werfen der Volksrepublik vor, ihre Währung künstlich niedrig zu halten, um die Exporte zu verbilligen. Börner sagte, China sei als Handelspartner willkommen, "wenn alle Spielregeln eingehalten werden".

Börsenexperten sehen Entwicklung skeptisch

Trotz des Exportbooms und der positiven Konjunkturentwicklung sehen Börsenprofis die Aussichten für die deutsche Wirtschaft skeptischer als im Vormonat. Der ZEW-Index (siehe Infobox in der linken Spalte) des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung sank auf minus 7,2 Punkte. Im September stand er bei minus 4,3 Zählern.

In den Index fließen die Einschätzungen von rund 300 professionellen Anlegern und Analysten ein. Die Konjunkturerwartungen sanken im Oktober zum sechsten Mal in Folge.

Die aktuelle Lage beurteilten die Experten deutlich besser als zuletzt: Das Barometer stieg um 12,7 auf 72,6 Punkte. "In den vergangenen Monaten konnte sich die deutsche Wirtschaft mit außergewöhnlich hohen Wachstumsraten von der Wirtschaftskrise erholen", teilte das ZEW mit. "Der erneute Rückgang der Konjunkturerwartungen im Oktober deutet darauf hin, dass sich im Vergleich hierzu das Wachstum in den kommenden sechs Monaten abschwächen dürfte."

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cte/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 61 Beiträge
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lemming51 19.10.2010
1. Prima
Zitat von sysopDeutschlands Exporte boomen: In diesem Jahr steigen die Ausfuhren laut Branchenangaben so stark wie zuletzt vor zehn Jahren. 2011 könne sogar die Marke von einer Billion Euro geknackt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,723919,00.html
Sehr schön. Dann mal fix die Unternehmenssteuern senken, damit "oben" auch genug hängen bleibt.
Bedie 19.10.2010
2. Export-Rekord
Zitat von sysopDeutschlands Exporte boomen: In diesem Jahr steigen die Ausfuhren laut Branchenangaben so stark wie zuletzt vor zehn Jahren. 2011 könne sogar die Marke von einer Billion Euro geknackt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,723919,00.html
Einerseits super - andererseits, was geht es mich an. Ich gebe zu, das ist ketzerisch. Jedoch hatten die deutschen Arbeitnehmer es bislang nur mit Lohnzurückhaltung, Einkommensschwund, Gebührenerhöhungen, kurz gesagt, mit drastischen Erhöhungen der Lebenshaltungskosten zu tun. Profit gab es immer in die Säcke der Manager. Was uns nun als Arbeitnehmer und nicht Exportierende der Exportboom bringen soll, weiß ich noch nicht. Zunächst mal wird forciert, dass wir mehr Fachkräfte aus dem Ausland brauchen. Natürlich sollten diese billig sein, billiger als diejenigen, die wir hier haben. Damit kann dann noch mehr Gewinn generiert werden. Kurz gesagt, wenn der Aufschwung wieder an den Deutschen vorbeigeht, hauptsächlich an den Arbeitnehmern, dann pfeife ich auf den Aufschwung und ich könnte mir vorstellen, dass die Gedankengänge bei einigen Anderen genauso sind. Dem Export wird hier in Deutschland alles geopfert. Der Binnenmarkt ist erlegen. Nur , wenn auch die Arbeitnehmer in Deutschland spürbar vom Aufschwung profitieren wird auch der Binnenmarkt angekurbelt und es kann eine positive Stimmung entstehen. Dass es auch ohne Binnenmarkt wirtschaftlich weitergeht, das steht außer Zweifel. Aber eines sollten sich die Regierenden und die Manager ins Bewußtsein rufen: Wenn die Arbeitnehmer in Deuschland weiterhin von der wirt- schaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden, wird die Unzufriedenheit weiter steigen. Zu was das führen kann, sieht man in Frankreich und nicht zu letzt auch in Stuttgart.
t.h.wolff 19.10.2010
3. .
Zitat von lemming51Sehr schön. Dann mal fix die Unternehmenssteuern senken, damit "oben" auch genug hängen bleibt.
Wäre doch schade um das schöne Geld...
idealist100 19.10.2010
4. Das reicht nicht
Zitat von lemming51Sehr schön. Dann mal fix die Unternehmenssteuern senken, damit "oben" auch genug hängen bleibt.
Es müssen auch die Löhne gesenkt werden,bzw. mehr Zeitarbeit, 1.-€ Jobber eingestellt werden. Des Weiteren müssen die Kommunalabgaben, Strompreise, Krankenkassenbeitrage etc. erhöht werden.
Silosis 19.10.2010
5. nur nominal.....
Zitat von lemming51Sehr schön. Dann mal fix die Unternehmenssteuern senken, damit "oben" auch genug hängen bleibt.
...ist das aber schön, wenn Germany dann 1 Billion Dollar rumliegen hat, für die es dann nur sehr wenig oder eventuell gar nichts bekommt. 1 Billion alter Dollar sind dann gerade mal 1 Mrd neuer Dollar 999 Prozent Energieverlust.Wenn das kein Grund zum jubilieren ist...dann weis ich auch nicht welches ein Grund sein könnte zu jubeln, Tante Hulda sagt dazu, das es ihr wurscht sein kann,bei ihrem Dollarbestand konnte sie keinen Verlust feststellen, dieser ist immer noch gleich hoch : Zero Gruss aus der Lausitz
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