Wirtschaft


Kredite: EZB verschärft Regeln für griechische Banken

Kurz vor der nächsten Troika-Mission in Griechenland erhöht die Europäische Zentralbank den Druck. Die Notenbank teilte mit, sie akzeptiere vorerst keine Anleihen des Krisenstaates mehr als Sicherheiten. Erst müsse der Bericht der Kontrolleure vorliegen.

EZB-Chef Mario Draghi: Schärfere RegelnZur Großansicht
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EZB-Chef Mario Draghi: Schärfere Regeln

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) macht Druck auf Griechenland. Sie werde ab kommenden Mittwoch vorerst keine Staatsanleihen Griechenlands mehr als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften akzeptieren, teilte die Notenbank am Freitag mit. Das heißt, griechische Banken können keine Anleihen ihres Heimatlandes bei der EZB hinterlegen, um sich bei ihr Geld auszuleihen.

Über die Wiederzulassung der Papiere werde erst nach dem nächsten Bericht der Troika über das den Stand der Reformen in dem Euro-Land entschieden, hieß es. Die Kontrolleure von EZB, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) wollen am 24. Juli erneut nach Athen aufbrechen, um dort den Reform- und Sparkurs zu überprüfen. Gründe für die Aktion nannte die Notenbank zunächst nicht.

Bis zur Veröffentlichung des Troika-Berichts könne die griechische Notenbank den Refinanzierungsbedarf der Institute des Landes über die bestehende Notfallkreditlinie bestreiten, hieß es weiter. Das heißt, die griechischen Banken können auf die so genannte "Emergency Liquidity Assistance" (ELA) zugreifen, für die nicht die EZB haftet, sondern die Notenbank in Athen selbst.

Damit hängen die griechischen Banken nun ab Mitte kommender Woche bis auf weiteres vollständig am Tropf ihrer eigenen Notenbank in Athen. Nach Daten des Euro-Systems refinanzierten sich die Institute per Ende Juni in einem Umfang von 62 Milliarden Euro über Notkredite ihrer Zentralbank und im Volumen von 74 Milliarden Euro direkt bei der EZB.

Parallel zu der Entscheidung, keine Griechenland-Anleihen mehr als Sicherheiten zu akzeptieren, erließ die EZB aber auch Regelungen, um die Maßnahme abzufedern. So lässt die Notenbank zusätzliche Kreditforderungen griechischer Banken als Sicherheiten zu, ebenso erweiterte sie den entsprechenden Sicherheitenrahmen für Zypern, Portugal und Italien.

An den Aktienmärkten sorgte die Entscheidung der EZB für Unruhe. Der Dax Chart zeigen rutschte mit 1,5 Prozent ins Minus. Die Leitindizes in Madrid und Mailand gaben sogar um 4,7 beziehungsweise 4,2 Prozent nach. Auch an den US-Börsen ging es abwärts. Der Euro Chart zeigen fiel auf 1,2155 Dollar.

Griechenland hinkt bei Reformen und Einsparungen hinterher und gerät deshalb bei den Geldgebern unter Druck. Wegen der Rezession und des Wahlkampfs in Griechenland war das zweite Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro aus dem Ruder gelaufen. Die Regierung in Athen will nun mehr Zeit für ihr Reformprogramm. Das wiederum stößt bei den Geldgebern auf Widerstand. Diplomaten in Brüssel erklärten, Beschlussbedarf zu den Problemen in Griechenland werde erst im September gesehen.

mmq/Reuters

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insgesamt 11 Beiträge
niepmann 20.07.2012
Man wird den Verdacht nicht mehr los, dass GR aus der Eurozone gedrängt werden soll. Das könnte sogar der richtige Weg für die Griechen sein, auch wenn die Regierung in Athen das aus verständlichen Gründen anders seiht.
Zitat von sysopKurz vor der nächsten Troika-Mission in Griechenland erhöht die Europäische Zentralbank den Druck. Die Notenbank teilte mit, sie akzeptiere vorerst keine Anleihen des Krisenstaates mehr als Sicherheiten. Erst müsse der Bericht der Kontrolleure vorliegen. EZB akzeptiert Anleihen von Griechenland nicht mehr als Sicherheiten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,845571,00.html)
Man wird den Verdacht nicht mehr los, dass GR aus der Eurozone gedrängt werden soll. Das könnte sogar der richtige Weg für die Griechen sein, auch wenn die Regierung in Athen das aus verständlichen Gründen anders seiht.
vhe 20.07.2012
Verraten Sie's nicht! Wenn wir die Griechen noch ein bisschen gaengeln, gehen sie vielleicht hocherhobenen Hauptes und mit "Ihr koennt uns doch alle mal" raus, aber vor allem: *sie gehen endlich raus*!
Zitat von niepmannMan wird den Verdacht nicht mehr los, dass GR aus der Eurozone gedrängt werden soll.
Verraten Sie's nicht! Wenn wir die Griechen noch ein bisschen gaengeln, gehen sie vielleicht hocherhobenen Hauptes und mit "Ihr koennt uns doch alle mal" raus, aber vor allem: *sie gehen endlich raus*!
generix4 20.07.2012
diese Schrottanleihen noch als Sicherheiten akzeptiert? Da tun sich ja wirklich Abgründe auf. Keine Bank der Welt würde diese GR-Anleihen als Sicherheit annehmen. Anscheinend tat die EZB dies immer noch. Naja alles für [...]
Zitat von sysopKurz vor der nächsten Troika-Mission in Griechenland erhöht die Europäische Zentralbank den Druck. Die Notenbank teilte mit, sie akzeptiere vorerst keine Anleihen des Krisenstaates mehr als Sicherheiten. Erst müsse der Bericht der Kontrolleure vorliegen. EZB akzeptiert Anleihen von Griechenland nicht mehr als Sicherheiten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,845571,00.html)
diese Schrottanleihen noch als Sicherheiten akzeptiert? Da tun sich ja wirklich Abgründe auf. Keine Bank der Welt würde diese GR-Anleihen als Sicherheit annehmen. Anscheinend tat die EZB dies immer noch. Naja alles für den €, alles für den Club! Wieviel dieser Anleihen hat die EZB im Portfollio? Mit welcher Summe haftet da der Steuerzahler?
xifo 20.07.2012
Jetzt ist Spanien an die Reihe.Da sind über 1Billion Euros zu Klauen. Griechenland ist teils platt ab jetzt wird richtig geraubt und Oktober von die Euro-zone rausgedrengt.Die Vergewaltigung war bis jetzt zufrieden gestellt [...]
Zitat von sysopKurz vor der nächsten Troika-Mission in Griechenland erhöht die Europäische Zentralbank den Druck. Die Notenbank teilte mit, sie akzeptiere vorerst keine Anleihen des Krisenstaates mehr als Sicherheiten. Erst müsse der Bericht der Kontrolleure vorliegen. EZB akzeptiert Anleihen von Griechenland nicht mehr als Sicherheiten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,845571,00.html)
Jetzt ist Spanien an die Reihe.Da sind über 1Billion Euros zu Klauen. Griechenland ist teils platt ab jetzt wird richtig geraubt und Oktober von die Euro-zone rausgedrengt.Die Vergewaltigung war bis jetzt zufrieden gestellt .Mit die eigenen Leute in Regierung kann das Gesetzlich geschützte Klauen weiter ohne Probleme stattfinden. Wichtig ist jetzt aber Spanien , Griechenland adieu ,deine eigene Verräter haben echt gute arbeit geleistet und die werden weiter leisten.
funxxsta 20.07.2012
Den Reformstau in Hellas an den Wahlen und der Rezession festzumachen, wird der Wirklichkeit nicht gerecht. Griechenland hatte nun 3 Jahre Zeit offensichtlich dringend notwendige Reformen einzuleiten. Statt dessen verstaendigte [...]
Den Reformstau in Hellas an den Wahlen und der Rezession festzumachen, wird der Wirklichkeit nicht gerecht. Griechenland hatte nun 3 Jahre Zeit offensichtlich dringend notwendige Reformen einzuleiten. Statt dessen verstaendigte man sich in Hellas darauf, woechentlich Generalstreiks auszurufen, Solidarpartner zu beleidigen und zu erpressen. Um die notwendigen Verbesserungen vollends zu sabotieren wiesen zustaendige Minister ihre Ressorts an, mit den Solidarpartnern vereinbarte Reformen - welche die Grundlage fuer immense finanzielle sowie professionelle Unterstuetzung waren - NICHT umzusetzen. Die griechische Polit-Elite hat alles dafuer getan ihre Buerger auszubluten und den steuerberfreiten und steuerfluechtigen einheimischen "Investoeren" den Grund fuer die Ausloesung der Filetstuecke am Staatseigentum zu bereiten. Waere man in Hellas mit der gleichen Cleverness an Reformen herangegenagen wie man seine Solidarpartner versucht ueber den Tisch zu ziehen, ginge es Hellas nun erheblich besser. Aber es kamen ja nicht einmal realistische Reformvorschlaege aus Hellas. Im Gegenteil. Also SPON, zurueck zur Realitaet, bitte.
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  • Freitag, 20.07.2012 – 16:47 Uhr
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Gedränge unter dem Rettungsschirm
Im April 2010 beschloss der EU-Gipfel das erste Rettungspaket in Höhe von 110 Milliarden Euro für drei Jahre, bestehend aus bilateralen Krediten unter Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ein Jahr später legten die Staats- und Regierungschefs ein zweites Rettungspaket nach, an dem sich neben dem IWF auch die privaten Gläubiger mit einem Forderungsverzicht beteiligten. Das später ausgehandelte Gesamtvolumen: 172,6 Milliarden Euro (inklusive 24,4 Milliarden aus dem alten Programm) für die kommenden zwei Jahre. 30 Milliarden Euro davon gehen indes nicht an Athen, sondern zur Absicherung an die Banken. Deren Verlust aus dem Schuldenschnitt: 107 Milliarden Euro.


So funktioniert der Rettungsfonds ESM
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) kann bis zu 500 Milliarden Euro an Hilfsgeldern vergeben. Nur 80 Milliarden Euro davon werden wirklich eingezahlt, der Rest sind Garantien. Nicht angerechnet werden die bereits vergebenen Hilfen aus dem vorläufigen Rettungsfonds EFSF sowie bilaterale Kredite der Euro-Staaten an Griechenland.




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