Wirtschaft


Anleihekaufprogramm: EZB sieht Entspannung an Finanzmärkten

Die Europäische Zentralbank sieht erste Erfolge ihrer neuen Krisenpolitik. Schon die Ankündigung, Anleihen von Euro-Staaten aufzukaufen, habe Wirkung gezeigt, sagte EZB-Chef Draghi. Nun seien die Regierungen an der Reihe.

EZB-Chef Draghi: "Wir sind bereit"Zur Großansicht
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EZB-Chef Draghi: "Wir sind bereit"

Ljubljana - EZB-Präsident Mario Draghi hat die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Staatsanleihen kriselnder Euro-Staaten bekräftigt. "Wir sind bereit", sagte Draghi am Donnerstag nach einer Sitzung des EZB-Rates in Ljubljana.

Schon die Ankündigung des neuen Kaufprogramms habe die Spannungen an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen beruhigt. "Es ist jetzt notwendig, dass die Regierungen die notwendigen Schritte unternehmen." Sie müssten sowohl ihre Haushalte in den Griff bekommen als auch strukturelle Ungleichgewichte beseitigen und den Finanzsektor umbauen. Es habe bereits einige Fortschritte gegeben.

Die EZB hatte im September angekündigt, Staatsanleihen kriselnder Länder in unbegrenzter Höhe am Markt zu kaufen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Staaten vorher unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen und sich Sparauflagen unterwerfen.

Bedenken, die Notenbank könnte mit ihrem neuen Anleiheprogramm ihren Auftrag verletzen, wies Draghi zurück. Die EZB sei ihrem Mandat, für stabile Preise zu sorgen, nach wie vor fest verpflichtet. In dieser Hinsicht stehe man in der Tradition der Bundesbank.

Draghi betonte, dass die Notenbank auch bei ihrem Anleiheprogramm politisch unabhängig sei. Die Bedingungen für Anleihekäufe, die die jeweiligen Länder anhand einer Vereinbarung mit dem Rettungsfonds ESM fixieren, müssten jederzeit vollständig erfüllt sein. Andernfalls werde die Notenbank ihre Anleihekäufe einstellen.

Den Leitzins für die Euro-Zone beließ die EZB auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Damit können sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank weiterhin sehr günstig mit Geld versorgen.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
adam68161 04.10.2012
hat wohl zur Zeit Oberwasser. Aber warten wir's mal ab!
hat wohl zur Zeit Oberwasser. Aber warten wir's mal ab!
Ja, warten wir mal ab und schauen, ob Draghi und seine schlauen ideologischen EU-Fanatiker Naturgesetze außer Kraft setzen können. Vielleicht wird man von fettigem Essen gar nicht fett? Vielleicht kann man mit eckigen [...]
Zitat von adam68161Aber warten wir's mal ab!
Ja, warten wir mal ab und schauen, ob Draghi und seine schlauen ideologischen EU-Fanatiker Naturgesetze außer Kraft setzen können. Vielleicht wird man von fettigem Essen gar nicht fett? Vielleicht kann man mit eckigen Fußbällen besser spielen? Vielleicht fällt der Stein, den man senkrecht hochwirft, gar nicht auf den Kopf? Vielleicht steigt die Inflation gar nicht, wenn man die Geldmenge ausweitet? Versuchen wir doch alles einmal, man kann sowas ja unmöglich vorher wissen.
c++ 04.10.2012
Wieso der Ankauf von Staatsanleihen das Ziel verfolgt, die Stabilität der Währung zu sichern, was Ziel der EZB ist, ist ein Geheimnis für mich. Es liegt außerhalb des Mandats der EZB, es genügt nicht, dass damit die Aufgabe der [...]
Wieso der Ankauf von Staatsanleihen das Ziel verfolgt, die Stabilität der Währung zu sichern, was Ziel der EZB ist, ist ein Geheimnis für mich. Es liegt außerhalb des Mandats der EZB, es genügt nicht, dass damit die Aufgabe der EZB nicht gefährdet wird. Aber in diesen Zeiten ist wohl jeder Vertragsbruch "alternativlos". Lustig auch die Aussage: "Es ist jetzt notwendig, dass die Regierungen die notwendigen Schritte unternehmen." Sie müssten sowohl ihre Haushalte in den Griff bekommen als auch strukturelle Ungleichgewichte beseitigen und den Finanzsektor umbauen. Das klingt so wie die Aussage: es ist jetzt notwendig, dass ein Weltwunder geschieht. Die Haushalte in den Griff bekommen und die strukturellen Ungleichgewichte beseitigen, das wird mit dem Euro wohl kaum möglich sein und allein der Versuch wird ganz, ganz lange dauern.
wenn die Zockerei wieder an Fahrt gewinnt, wird das als Entspannung der Finanzmärkte betrachtet?
wenn die Zockerei wieder an Fahrt gewinnt, wird das als Entspannung der Finanzmärkte betrachtet?
pepe_sargnagel 04.10.2012
So ganz stimmt das nicht. Die Regierungen sind erst an der Reihe, wenn die Ankündigung (keine Handlung) der EZB verpufft. Und die Ankündigung verpufft genau dann, wenn wir alle (nicht nur die Finanzmärkte - wer auch immer das [...]
Zitat von sysopDie Europäische Zentralbank sieht erste Erfolge ihrer neuen Krisenpolitik. Schon die Ankündigung, Anleihen von Euro-Staaten aufzukaufen, habe Wirkung gezeigt, sagte EZB-Chef Draghi. Nun seien die Regierungen an der Reihe. [url]http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ezb-draghi-sieht-e
So ganz stimmt das nicht. Die Regierungen sind erst an der Reihe, wenn die Ankündigung (keine Handlung) der EZB verpufft. Und die Ankündigung verpufft genau dann, wenn wir alle (nicht nur die Finanzmärkte - wer auch immer das ist) sehen, dass außer Ankündigungen nichts getan wird und wurde. So ist die heutige Politik leider - wenn sie aber mal etwas tut, dann darf man sicher sein, dass es die (Wirtschafts)Lobby erfreut und den Großteil der Bürger belastet.
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  • Donnerstag, 04.10.2012 – 15:52 Uhr
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Die Europäische Zentralbank
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die gemeinsame Währungsbehörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion und bildet mit den nationalen Zentralbanken der EU-Staaten das Europäische System der Zentralbanken .





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