Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank (EZB) hält die Zinsen im Euro-Raum auf Rekordtief. Der Leitzins verharrt bei 0,75 Prozent. Das entschied der Rat der Notenbank am Donnerstag in Frankfurt. Zuletzt war der Satz im vergangenen Juli gesenkt worden.
Die Entscheidung ist keine Überraschung. Führende EZB-Vertreter hatten in den vergangenen Wochen betont, es sei eher das Problem, dass die bereits extrem niedrigen Zinsen nicht dort ankämen, wo sie gebraucht würden. Eigentlich sollten die weit geöffneten Geldschleusen die Konjunktur stimulieren - gerade in den Krisenstaaten des Währungsraums. Das funktioniert aber nur mäßig.
Weitere Sondermaßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa dürfte die Notenbank ebenfalls zunächst nicht ergreifen. Nach der EZB-Ankündigung, unter Bedingungen notfalls unbegrenzt Anleihen angeschlagener Staaten zu kaufen, hatte Notenbank-Präsident Mario Draghi eine Entspannung an den Märkten ausgemacht.
Die EZB ist bei den Zinsen auch in der anderen Richtung nicht zum Handeln gezwungen. Trotz ihrer Politik des extrem billigen Geldes blieb die Inflation bislang im Rahmen. Im Dezember lag die jährliche Teuerungsrate in den 17 Euro-Staaten nach einer ersten Schätzung von Eurostat wie im November bei 2,2 Prozent und damit nur leicht über der Zielmarke der EZB von "unter, aber nahe bei 2,0 Prozent".
stk/dpa
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