EZB kauft griechische Staatsanleihen Bundesbanker vermuten französisches Komplott

Deutschlands oberste Banker sind irritiert: 25 Milliarden Euro hat die EZB bisher für griechische Staatsanleihen ausgegeben. Nach SPIEGEL-Informationen vermutet die Bundesbank, dass damit vor allem Paris gedient wird - so könnten französische Institute ihre Schrottpapiere loswerden.

EZB-Zentrale in Frankfurt am Main: Bundesbanker sind über Anleihen-Käufe irritiert
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EZB-Zentrale in Frankfurt am Main: Bundesbanker sind über Anleihen-Käufe irritiert


Hamburg/Berlin - In Frankfurt am Main wundert sich in diesen Tagen mancher: Der Kauf von Staatsanleihen hochverschuldeter Euro-Länder durch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt nach SPIEGEL-Informationen für erhebliche Irritationen in der Bundesbank.

Insgesamt hat die Hüterin des Euro bis Ende vergangener Woche fast 40 Milliarden Euro für die Schuldtitel ausgegeben, 25 Milliarden Euro allein für griechische Bonds. Für die Käufe von Papieren aus Athen sehen hochrangige Notenbanker, im Gegensatz zum Erwerb spanischer oder portugiesischer Anleihen, keinerlei Anlass - schließlich haben die Euro-Länder ihr Griechenland-Rettungspaket längst verabschiedet, die ersten Gelder sind zudem bereits geflossen. Der allgemeine Rettungsfonds, an den sich die übrigen hochverschuldeten Euroländer wenden können, ist dagegen noch nicht gegründet.

Die EZB sorgt mit den Käufen dafür, dass die Preise für griechische Bonds künstlich hochgehalten werden, kritisieren die Bundesbanker - und vor allem französische Banken nutzen nun die Gelegenheit, ihre Griechenland-Anleihen an die EZB zu verkaufen und so ihre Bilanzen von den Schrottpapieren zu säubern.

Einige hochrangige Notenbanker vermuten gar ein französisches Komplott, schließlich hat EZB-Chef Jean-Claude Trichet, ein Franzose, auf Druck des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy eine eherne Grundregel der Notenbank preisgegeben - nämlich niemals Staatsanleihen aus Mitgliedstaaten zu kaufen.

Der Kauf griechischer Anleihen durch die Zentralbank geht gleich in doppelter Hinsicht gegen die Interessen der Deutschen. Zum einen sind sie mit 27 Prozent an der EZB und somit an den Risiken aus den Schuldtiteln beteiligt. Dazu aber kommt, dass deutsche Banken ihre griechischen Anleihen nicht an die EZB verkaufen dürfen - schließlich haben sie sich gegenüber Finanzminister Wolfgang Schäuble verpflichtet, die Papiere bis Mai 2013 zu halten.

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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kabian 29.05.2010
1. Jetzt wird es besonders witzig
Wir brauchen dringend eine Regierung für Europa. Weg mit der Kleinstaaterei. Wir brauchen Idealisten damit wir endlich vorankommen in Europa.
edgarzander 29.05.2010
2. Zahlmeister Deutschland
Zitat von sysopDie Führung der Bundesbank ist irritiert: 25 Milliarden Euro hat die EZB bisher für griechische Staatsanleihen ausgegeben. Nach SPIEGEL-Informationen vermuten die Bundesbanker, dass damit vor allem Paris gedient wird - so könnten französische Institute ihre Schrottpapiere loswerden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697489,00.html
Sollte das richtig sein, haben für mich bei der nächsten Wahl die etablierten Parteien ausgedient....
medienquadrat, 29.05.2010
3. ...
soso, die Deutschen "wundern" sich also. Niedlicher kann man nun wirklich nicht verharmlosen, dass sich Deutschland wieder hat über den Tisch ziehen lassen.
redpirate37 29.05.2010
4. VTler
Zitat von sysopDie Führung der Bundesbank ist irritiert: 25 Milliarden Euro hat die EZB bisher für griechische Staatsanleihen ausgegeben. Nach SPIEGEL-Informationen vermuten die Bundesbanker, dass damit vor allem Paris gedient wird - so könnten französische Institute ihre Schrottpapiere loswerden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697489,00.html
Die Bundessbänker sind alle Verschwörungtheoretiker und betreiben Panikmache, sonst nichts :)
Eppelein von Gailingen 29.05.2010
5. Solche Tricksereien sind den Franzosen durchaus zuzutrauen
Zitat von sysopDie Führung der Bundesbank ist irritiert: 25 Milliarden Euro hat die EZB bisher für griechische Staatsanleihen ausgegeben. Nach SPIEGEL-Informationen vermuten die Bundesbanker, dass damit vor allem Paris gedient wird - so könnten französische Institute ihre Schrottpapiere loswerden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,697489,00.html
Dem Sarkozy gleich doppelt. Das wäre dann hoffentlich das Ende der Aera Trichet! Gefeuert. In die EZB gehört schon längst ein Deutscher Spitzenbanker als Präsident. Haben wir so etwas überhaupt? Vielleicht gar den schlimmsten aller Finger: *Asmussen?* Die Merkel bringt es fertig und etabliert ihn.
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