Schuldenkrise EZB belässt Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank hält an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Der Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent, teilte die Notenbank mit. Weitere Krisenmaßnahmen, wie aus Frankreich gefordert, gibt es aber zunächst nicht.


Barcelona - Der EZB-Rat hat den Leitzins für die Euro-Zone bei 1,0 Prozent bestätigt. Das teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Barcelona auf einer auswärtigen Ratssitzung mit. Die Notenbank hatte den Zins im Dezember auf den aktuellen Stand gesenkt und seitdem unvenändert gelassen.

Wegen der Proteste gegen den strikten Sparkurs der Regierung in Madrid fand das Treffen der Zentralbanker in der Wirtschaftsmetropole Kataloniens unter massiv erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Spanien steht seit Wochen im Zentrum der Euro-Schuldenkrise. Zuletzt hatte es am Finanzmarkt Spekulationen gegeben, EZB-Chef Mario Draghi könnte entgegen seinem Kurs in den vergangenen Monaten die Möglichkeit einer Zinssenkung für den Fall signalisieren, dass die Krise sich verschärft.

Der Druck zu weiteren Schritten der Notenbank war zuletzt gestiegen - unter anderem aufgrund diverser Forderungen beider Kandidaten im französischen Präsidentschaftswahlkampf, Amtsinhaber Nicolas Sarkozy und seines Konkurrenten Francois Hollande. Wegen der nach wie vor weit über zwei Prozent liegenden Teuerungsrate in der Euro-Zone halten Experten eine solche Kehrtwende der EZB aber für unwahrscheinlich.

cte/Reuters

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