Rezession in der Euro-Zone: Notenbanker senken Prognose für 2013
Die Europäische Zentralbank sieht die Aussichten für das kommende Jahr noch skeptischer als bisher. Statt eines Mini-Wachstums geht sie in ihrer neuen Prognose von einem weiteren Schrumpfen der Wirtschaft in der Euro-Zone aus. Den Leitzins halten die Währungshüter auf historisch niedrigem Niveau.
Frankfurt am Main - Die Euro-Zone steckt in der Rezession, die Arbeitslosenzahlen in Südeuropa steigen dramatisch. Die Schuldenkrise hat massive Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung in den 17 Mitgliedsländern der Währungsunion. Wenn man den Einschätzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) vertraut, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Die Währungshüter haben ihre Prognose für das kommende Jahr deutlich gesenkt. Demnach wird die Wirtschaft in der Euro-Zone auch 2013 schrumpfen.
Die EZB erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 0,3 Prozent zurückgehen wird. Das sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Die Konjunktur werde sich im Laufe des Jahres nur schrittweise erholen. Für 2014 erwartet die EZB ein Wachstum von 1,2 Prozent. Allerdings schränken die Notenbanker ihre langfristige Prognose ein. Denn sie nennen eine große Bandbreite von 0,2 bis 2,2 Prozent. Auch für das laufende Jahr senkte die EZB ihre Prognose - von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent.
Die Projektionen der EZB werden vom Mitarbeiterstab erstellt und dienen dem Rat als Hilfe bei seinen geldpolitischen Entscheidungen. Die Notenbank gibt ihre Prognosen für gewöhnlich in Bandbreiten an.
Trotz der trüben Aussichten hält sich die EZB mit weiteren Maßnahmen zurück. Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Von weiteren Schritten nach unten, von denen vor allem schwächelnde Südländer profitieren würden, sahen die Währungshüter am Donnerstag ab.
EZB-Präsident Mario Draghi hatte kürzlich betont, das Vertrauen von Investoren in den Euro-Raum kehre allmählich zurück. Nach seiner Überzeugung trug dazu auch der Kurs der Notenbank bei. Die EZB versorgt nicht nur seit Monaten Banken mit extrem billigem Geld. Sie bekräftigte auch mehrfach ihre Bereitschaft, notfalls unbegrenzt Anleihen klammer Euro-Staaten wie Spanien aufzukaufen.
cte/dpa
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
- alles aus der Rubrik Wirtschaft
- Twitter | RSS
- alles aus der Rubrik Staat & Soziales
- RSS
- alles zum Thema Euro-Krise
- RSS
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Donnerstag, 06.12.2012 – 15:40 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
MEHR AUS DEM RESSORT WIRTSCHAFT
-
Börsen
Dax, Dow, Nikkei und Ihr persönliches Portfolio: Die Weltbörsen im Überblick -
Gehalt-Check
Brutto-Netto-Rechner: Berechnen Sie Ihr Gehalt -
Konjunktur
Alle wichtigen Wirtschaftsdaten: Arbeitslosigkeit, Brutto-
inlandsprodukt und Inflation -
Finanztest
Im Test: Finanztipps und mehr - was Sie als Verbraucher unbedingt wissen sollten -
Mehr Wirtschaft
Die Angebote von manager-magazin.de und harvardbusiness
manager.de
