Facebook-Chef auf Hawaii Zuckerberg will Einheimische vertreiben

Facebook-Chef Mark Zuckerberg kaufte vor zwei Jahren ein riesiges Strandgrundstück auf Hawaii. Auf seinem Profil schrieb er noch was von "join the community". Nun klagt er gegen Einheimische, weil sie ihm zu nahe kommen.

Insel Kauai (Hawaii)
AP / Kauai Visitors Bureau

Insel Kauai (Hawaii)


Facebook-Chef Mark Zuckerberg will auf Hawaii per Gericht Einheimische von deren Grundbesitz vertreiben können. Dazu hat der 32-Jährige am 30. Dezember mehrere Klagen vor einem Gericht auf Hawaii eingereicht, wie der Honolulu Star Advertiser berichtet.

Zuckerberg hatte vor gut zwei Jahren ein riesiges Strandgrundstück auf der Insel Kauai gekauft - nach Angaben von "Forbes" für rund 100 Millionen Dollar. Wegen der Eigenheiten des lokalen Liegenschaftsrechts verblieben aber zahlreiche isolierte Parzellen im Besitz einheimischer Familien. Privatbesitz von Grundstücken gibt es auf Hawaii erst seit 1848. Den Besitz kann danach für sich reklamieren, wer eine lange und dauerhafte Nutzung nachweisen kann, wobei sich die Eigentumsrechte, grob vereinfacht, jeweils auf sämtliche Nachkommen der nächsten Generation übertragen.

Beim Kauf seines Anwesens hatte Zuckerberg rund ein Dutzend dieser Grundstücksinseln von insgesamt mehreren Hektar nicht mitkaufen können. Nun haben die Besitzer nach lokaler Gesetzgebung das Recht, jederzeit das Grundstück Zuckerbergs zu queren, um zu ihren Landinseln zu gelangen.

Diesen Zustand will Zuckerberg nun beenden und bedient sich dabei eines Rechtsmittels, das auf Hawaii als 'quiet title and partition' bekannt ist und von einem Richter in Gang gesetzt werden muss. Stimmt er zu, kommt es zu einem Zwangsverkauf des Landes, bei dem der höchste Bieter gewinnt.

"To join the community"

Grund für die Einrichtung dieses Rechtsmittels: Durch die häufige Übertragung der Ländereien von einer Generation auf die folgende sind die jeweiligen individuellen Anteile inzwischen so klein, dass einzelne Eigner oft das Interesse an ihrem Anteil verlieren und das Land nicht mehr bewirtschaften. Trotzdem ist durch die zersplitterte Eignerstruktur oft keine Einigung über einen Verkauf zu erzielen. Entsprechend richtet sich die Klage des Facebook-Chefs, die er über mehrere Firmen laufen lässt, gleich gegen Hunderte Einheimische.

Noch zwei Tage vor seiner Klage hatte Zuckerberg auf Facebook geschrieben: Er und seine Frau seien so begeistert von der Gegend rund um ihren Besitz, dass sie Teil dieser Gemeinschaft werden wollten ("to join the community"). Er zeige seiner Tochter Max die Natur, "in der lokale Bauern Früchte und Gewürze anbauen".

soc/Reuters



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
goffis1 20.01.2017
1. Dann halt nicht....
Es ist mal wieder wie immer: Erst große Gesten, dann die Peitsche. Ich bin sicher, dass die Anwälte Herrn Zuckerberg im Vorfeld die Probleme geschildert haben. Er wusste also wie sich die Situation sein würde. Er hat trotzdem gekauft. Jetzt muss er damit leben. Ich bin sicher, wenn das Angebot hoch genug ist, der Eine oder Andere gerne Verkauft. Aber Zwangsverkäufe sind schon nahe an einer Enteignung. Also: Finger weg!
napoleonwilson 20.01.2017
2. Dann lässt er die Maske fallen....
Der Höchstbietende bekommt also den Zuschlag. Wer das sein wird ist jedem klar. Oder wie man in Bayern sagen würde : Wer zahlt, schafft an. Dann ist ganz schnell Schluss mit Offenheit und Toleranz. Das bestätigt nur sein Bild in der Öffentlichkeit. Dieser Mann ist die Skrupelosigkeit in Person.
j.vantast 20.01.2017
3. Privatsphäre?
Hmm, derjenige, der die Privatsphäre aller Menschen ausspäht hätte also gern etwas Privatsphäre? Und dahingehend hat er nun auch schon seine Webcam und das Mikrofon in seinem privaten Notebook abgeklebt. Ich wünschte ihm das möglichst viele Leute versuchen über die Mauer zu schauen. Dann merkt er vielleicht das Privatsphäre sicher ein hohes Gut ist, aber bitte auch für jeden und nicht nur für die die sich es leisten können hohe Mauern um ihr Grundstück zu ziehen.
vogelskipper 20.01.2017
4. Gier, gieriger, am gierigsten
Diese Möglichkeit an die restlichen Landparzellen zu kommen, wurde ihm sicherlich von seinen Anwälten erklärt, bevor er dieses Grundstück gekauft hat. Je reicher die Leute sind, desto geiziger werden sie. Einer wie Zuckerberg gibt keine 100 Millionen Dollar aus ohne sich sehr sicher zu sein, dass er die gesamte Fläche später in diesem Verfahren auch noch für sich bekommen kann. Die "Community" hat ihn reich gemacht und erhält nun in Teilen seinen Dank dafür.
grommeck 20.01.2017
5. Genau deshalb darf es übermäßigen Reichtum nicht geben.....
Die Erde darf nicht an den Meistbietenden verschachert werden.
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