Fachkräftemangel Arbeitsagentur-Chef fordert 200.000 Zuwanderer pro Jahr

Die Wirtschaft klagt bereits über zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Der Mangel werde sich in den kommenden Jahren noch enorm verschärfen, sagt der Chef der Bundesagentur für Arbeit - und sieht nur eine Lösung für das Problem: Deutschland müsse massiv Zuwanderer anwerben.

BA-Chef Weise: "Die Kräfte finden wir in Deutschland nicht"
DPA

BA-Chef Weise: "Die Kräfte finden wir in Deutschland nicht"


Nürnberg - Deutschland schrumpft: Bis zum Jahr 2025 werden laut Prognosen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hierzulande 6,5 Millionen Menschen weniger im erwerbsfähigen Alter leben als heute. Deshalb sei die deutsche Wirtschaft künftig massiv auf ausländische Zuwanderer angewiesen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Freitag. "Wenn man das berücksichtigt, brauchen wir 200.000 Zuwanderer pro Jahr, wobei in dieser Zahl die Familienangehörigen mit eingerechnet sind."

Zwar will die BA laut Weise das inländische Potential an Arbeitskräften aktivieren - dieses alleine reiche aber nicht aus, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Ausländische Arbeitskräfte würden den Arbeitslosen auch keine Jobs wegnehmen. "Die Kräfte, die wir aus dem Ausland holen, finden wir in Deutschland nicht", sagte Weise. "Und wir können nicht jede am Markt gefragte Qualifikation herbeischulen. Nicht jeder ist zum Ingenieur geeignet."

Der BA-Chef verwies noch auf einen weiteren positiven Effekt des Zuzugs von Fachkräften: Jeder qualifizierte Arbeitsplatz schaffe mindestens einen weiteren Job für weniger Qualifizierte. Sollten hingegen Fachkräfte fehlen, würde die Wirtschaft in ihrer Entwicklung gebremst, sagte Weise. Firmen würden dann ins Ausland gehen oder zumindest Teile der Produktion oder Entwicklung dorthin verlegen.

fdi/dpa-AFX

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