Fallende Preise Japan fällt in die Deflation zurück

In Japan gibt es seit dreieinhalb Jahren erstmals wieder eine Deflation. Die Regierung ist beunruhigt. Sie fürchtet, dass das wirtschaftlich gebeutelte Land durch fallende Preise zusätzlich belastet wird.

Die Skyline von Tokio: zusätzliche Belastung durch fallende Preise
REUTERS

Die Skyline von Tokio: zusätzliche Belastung durch fallende Preise


Tokio - Japan steckt nach Auffassung der Regierung erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder in einer Phase dauerhaft fallender Preise. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, dass sich das Land in einer Deflation befinde, sagte der stellvertretende Regierungschef Naoto Kan am Freitag nach einer Kabinettssitzung.

Damit wachse das Risiko, dass die von der weltweiten Rezession mitgenommene Wirtschaft des Landes zusätzlich belastet werde, erklärte die Regierung in ihrem Monatsbericht. Er sei sehr besorgt, sagte auch Finanzminister Hirohisa Fujii. "Wir sind uns der ernsten Risiken bewusst", wurde Fujii am Freitag zitiert.

Zuvor hatte die japanische Notenbank die Leitzinsen bei nahe Null belassen und die Wirtschaftslage des Landes besser bewertet. Zentralbank und Regierung haben hier unterschiedliche Einschätzungen.

Die Regierung erklärte dazu, sie erwarte eine enge Abstimmung mit der Bank von Japan, um eine angemessene und flexible Geldpolitik zu sichern, die der Wirtschaft dabei helfe, zu einem nachhaltigen Wachstum zurückzukehren und Preisstabilität zu erreichen.

Zuletzt hatte sich die zweitgrößte Volkswirtschaft zwischen März 2001 und Juni 2006 in einer Phase dauerhaft fallender Preise befunden. Mit fiskalpolitischen Maßnahmen wie höheren öffentlichen Ausgaben allein sei der Trend fallender Preise nicht umzukehren, sagte Fujii. Impulse müssten vielmehr vom Privatsektor kommen.

fro/dpa-AFX/Reuters



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