Millionenschaden: Geldfälscher setzen auf kleine Scheine

20-Euro-Noten werden am häufigsten gefälscht. Das zeigen neue Zahlen der Bundesbank. Die Zahlen der falschen Banknoten bleibt in Deutschland aber überschaubar. In den vergangenen Monaten wurden weniger Blüten gefunden als noch ein Jahr zuvor.

Ein "falscher Fuffziger": Inzwischen sind mehr 20-Euro-Blüten im Umlauf Zur Großansicht
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Ein "falscher Fuffziger": Inzwischen sind mehr 20-Euro-Blüten im Umlauf

Frankfurt am Main - Geldfälscher in Deutschland setzen besonders auf 20-Euro-Scheine: Vier von zehn in Deutschland entdeckten Blüten seien Zwanziger, nur jede dritte Banknote dagegen ein "falscher Fuffziger", teilten Experten der Bundesbank mit.

Im ersten Halbjahr 2012 zogen Fahnder 18.975 Euro-Blüten aus dem Verkehr. Damit sank ihre Zahl gegenüber dem zweiten Halbjahr 2011 um fünf Prozent. Nach Angaben der Bundesbank entstand im ersten Halbjahr 2012 durch falsche Noten ein Schaden von rund 1,1 Millionen Euro.

Der rückläufige Trend setzte sich auch laut Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) fort: In den ersten sechs Monaten 2012 wurden demnach insgesamt 251.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen. Dies entspricht einem Rückgang von 15,2 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2011. Auch im europäischen Raum wurden die 20- und 50-Euro-Noten am häufigsten gefälscht.

"Die Polizei hat exzellente Arbeit geleistet, und auch die Präventionsarbeit der Bundesbank trägt Früchte", erklärte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele die seit Jahren rückläufigen Falschgeldzahlen. "Im Handel und in der Bevölkerung ist ein hohes Sicherheitsempfinden vorhanden. Die Menschen haben ein Gespür dafür, was eine echte Banknote ist."

Die Währungshüter betonten: Verglichen mit der Anzahl echter Euro-Geldscheine im Umlauf - durchschnittlich 14,6 Milliarden Banknoten in der ersten Jahreshälfte 2012 - sei der Anteil der Fälschungen nach wie vor sehr gering. In Deutschland entfallen rechnerisch pro Jahr fünf Falschnoten auf 10.000 Einwohner.

Die meisten eingezogenen Blüten stammten aus Werkstätten in Süd- und Südosteuropa. "In Deutschland gibt es eigentlich fast nur Gelegenheitsfälscher, die aber keine großen Mengen Falschgeld in Umlauf bringen", sagte Martin Weber, Sachverständiger für Banknotenfälschungen im Nationalen Analysezentrum der Bundesbank in Mainz.

lei/dpa

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