US-Notenbank Senat bestätigt Powell als neuen Fed-Chef

Es ist einer der wichtigsten Posten der Weltwirtschaft: Jerome Powell folgt auf Janet Yellen und wird neuer Vorsitzender der Notenbank Fed. Der US-Senat bestätigte den Trump-Kandidaten mit 84 zu 13 Stimmen.

Jerome Powell
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Jerome Powell


Der US-Senat hat den früheren Finanzinvestor Jerome Powell als neuen Vorsitzenden der Notenbank Federal Reserve bestätigt. 84 Senatoren stimmten am Dienstagabend für den 64-Jährigen, es gab 13 Gegenstimmen. Präsident Donald Trump hatte Powell im November nominiert.

Powell ist bereits seit 2012 Mitglied im Board of Governors, dem Führungsgremium der Fed. Er gilt als Anhänger einer Zinspolitik der moderaten Schritte. Beobachter erwarten, dass er die behutsame Zinspolitik seiner Vorgängerin Janet Yellen fortsetzen wird. Yellens Amtszeit endet nach vier Jahren im Februar 2018. Die 71-Jährige stand grundsätzlich für eine Verlängerung bereit. Trump entschied sich aber für Powell.

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Politisch gilt Powell als den regierenden Republikanern nahestehend. Er war auch der Wunschkandidat von Finanzminister Steven Mnuchin. Powell ist der erste Fed-Chef seit Jahrzehnten ohne Abschluss in Wirtschaftswissenschaften. Er verfügt aber über Berufserfahrung an den Finanzmärkten und im Regierungsapparat: Der studierte Jurist war als Investmentbanker und Abteilungsleiter im Finanzministerium tätig. Später war er Partner der Anlagefirma Carlyle Group und machte in dieser Zeit ein zweistelliges Millionenvermögen (mehr zu Powell lesen Sie hier).

Der Posten an der Fed-Spitze gilt als einflussreich. Die Federal Reserve Bank betreibt nicht nur abstrakte Geldpolitik. Sie beeinflusst die Wirtschaft, das Wachstum, die Märkte, die Börsen - weit über die USA hinaus: Die Fed weist dem Rest der globalen Finanzwelt die Richtung.

aar/dpa/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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omanolika 24.01.2018
1. Einigkeit, Ahnung und Vorurteile
Schön, dass der US-Senat ja mit wenig Streit, entschieden hat mit überraschender Einigkeit, aber hoffentlich weiß Powell auch um die Verpflichtung, der globalen Finanzwelt zu zeigen die Richtung. Natürlich hat er durch seine Erfahrung auch Ahnung, und dennoch hofft man jetzt auf gute Finanzplanung, denn eines macht ihn - zugegeben auch wegen Vorurteilen - suspekt, nämlich, dass er von Donald Trump favorisiert wird - das erschreckt...
gunpot 24.01.2018
2. So, einige sind erschrocken,
weil.der neue FED Chef von Trump favorisiert wurde. Richtig, Trump hat viele Lücken besonders im Sozialen und im Welthandel. Dennoch, von inländischer Wirtschaft versteht er etwas. Das sehen auch die Senatoren so, die mit 84 Stimmen sprich Prozent für Powell votierten. Solche Mehrheiten wird Trump höchst selten bei seinen Vorschlägen erhalten.
Aberlour A ' Bunadh 24.01.2018
3. Trumps Favorit?
Zitat von omanolikaSchön, dass der US-Senat ja mit wenig Streit, entschieden hat mit überraschender Einigkeit, aber hoffentlich weiß Powell auch um die Verpflichtung, der globalen Finanzwelt zu zeigen die Richtung. Natürlich hat er durch seine Erfahrung auch Ahnung, und dennoch hofft man jetzt auf gute Finanzplanung, denn eines macht ihn - zugegeben auch wegen Vorurteilen - suspekt, nämlich, dass er von Donald Trump favorisiert wird - das erschreckt...
Zunächst ist mal schade, dass nach maximaler Ökonomen-Power an der Spitze der Fed (Janet Yellen, selbst professionelle Ökonomin und dazu noch mit einem Ökonomie-Nobel-Gedenkpreisträger verheiratet) nun ein "Fachfremder" das Amt übernimmt. Allerdings halte ich es für ein Gerücht, dass ihr Nachfolger ein "Wunschkandidat" von Donald Trump ist. Denn, horror of horrors (aus Trumps Sicht), Jerome Powell wurde von keinem Geringeren als Barack Obama in den Gouverneursrat der Federal Reserve berufen. Das war insofern ungewöhnlich, weil Obama hier nicht einen eigenen Parteigänger berufen hatte. Und da Trumps Regierungshandeln allein darauf gerichtet ist, alle Spuren von Obama auszulöschen, ein klarer Rückschlag. Die Wahrheit ist, dass Trump keinen anderen Kandidaten durchgekriegt hätte. Schon gar nicht einen aus seiner engeren Clique. Da macht man dann mal schnell einen "Wunschkandidaten" draus und schon ist man wieder the greatest president alive, auch was rede ich da, the greatest president in the history of mankind. Hell Yeah!
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