Finanzausstattung EU-Kommissar Rehn warnt vor neuer Bankenkrise

Staatsschuldenkrise plus Schwächen im Bankenbereich - diese gefährliche Mischung bedroht laut EU-Währungskommissar Olli Rehn die Stabilität Europas. Er fordert die Geldhäuser auf, sich besser auszurüsten: "Wir können das eine nicht ohne das andere lösen - wir müssen beides lösen."

EU-Kommissar Rehn: Insolvenz Griechenlands hätte gravierende Folgen
REUTERS

EU-Kommissar Rehn: Insolvenz Griechenlands hätte gravierende Folgen


Berlin - Erst der Internationale Währungsfonds, jetzt auch die EU-Kommission: Währungskommissar Olli Rehn dringt auf eine bessere Kapitalausstattung der Banken. Es sei notwendig, die Rekapitalisierung der Institute zu intensivieren und dafür schon bald innerhalb der EU einen gemeinsamen Ansatz zu erarbeiten, sagte Rehn der "Welt".

Die derzeitige Krise ist Rehn zufolge eine ernsthafte Kombination aus einer Staatsschuldenkrise und Schwächen im Bankenbereich. "Wir können das eine nicht ohne das andere lösen - wir müssen beides lösen", sagte der Finne. Nationale Bemühungen, krisenanfällige Banken zu schützen, seien nicht ausreichend: "Wir müssen die Reparaturarbeiten im Finanzbereich ergänzen durch eine stärkere Rekapitalisierung der Banken, um das Risiko einer Kreditklemme zu reduzieren und damit eine weitere Eintrübung der Konjunktur, wie sich gerade in Europa und in den USA zeigt, zu verhindern."

Zuletzt war von Banken wieder verstärkt vor den Gefahren einer Kreditklemme gewarnt worden. Am Rande der Herbsttagung des Währungsfonds (IWF) in Washington war sogar von ersten Anzeichen die Rede.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte zudem vor einiger riesigen Kapitallücke der Banken gewarnt.Rehn kündigte an, dass sich die EU-Finanzminister bei ihrem nächsten Treffen in Luxemburg in einer Woche mit einem gemeinsamen europäischen Plan zur besseren Kapitalausstattung der Banken beschäftigen werden.

Das hoch verschuldete Griechenland forderte Rehn auf, die getroffenen Vereinbarungen umzusetzen, um die nächste Milliardentranche von den Europäern und dem IWF zu erhalten. Zugleich warnte er vor einer Insolvenz des Landes: "Eine ungeordnete Insolvenz würde in Griechenland einen schmerzhaften wirtschaftlichen und sozialen Schaden anrichten." Ein solcher Schritt würde aber auch gravierende politische und wirtschaftliche Folgen für Europa haben. "Eine Ansteckung würde schwer einzudämmen sein. Deutschlands Reichtum stützt sich auf einem stabilen Euro und auf stabile Partner", sagte Rehn.

yes/Reuters/dpa

insgesamt 19 Beiträge
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Pandora0611 26.09.2011
1. Gab es nicht erst einen Bankenstresstest,
Zitat von sysopStaatsschuldenkrise plus Schwächen im Bankenbereich - diese gefährliche Mischung bedroht laut EU-Währungskommissar Olli Rehn die Stabilität Europas. Er fordert die Geldhäuser auf, sich besser auszurüsten: "Wir können das eine nicht ohne das andere lösen - wir müssen beides lösen." http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,788316,00.html
den die meisten Banken mit Bravour bestanden? Es kann also gar nicht sein, daß unsere Banken Probleme haben/bekommen. Unsere Banken sind solide und finaziell bestens ausgestattet! Oder etwa doch nicht?
beebo 26.09.2011
2. Die Banken sind ein Fass ohne Boden
Man kann die jetzigen Banken mit viel Staatsgeld wieder Rekapitalisieren. Sobald es 2. Wochen ruhig an der Krisenfront ist, werden die Bänkster dieses Geld schnell dafür verwenden die Dividende, die Boni oder die Kasinogeschäfte zu erhöhen. Wenn dann nach 4. Wochen wieder die Krise anfängt, schreien die wieder nach noch mehr Staatsgeld.
Doctor Feelgood 26.09.2011
3. Herr Rehn quatscht wie üblich das nach...
...was die Finanzlobby ihm aufgetragen hat: der Steuerzahler muß noch mehr Geld aufbringen um die Banken zu retten. Natürlich wird dies in der Hauptsache nett als "alternativlose" Staatenrettung dargestellt. Faktisch geht es jedoch um die Banken, die sich mit faulen Staatsanleihen verzockt haben - in dem Bewußtsein, daß die Steuerzahler sie herauspauken sollen. Tatsächlich hilft jedoch nur eines: die Einführung des Trennbankensystem, geppart mit der heilsamen Pleite unproduktiver Invetmentbanken. Die für die Realwirtschaft relevanten Geschäftsbanken hingegen werden erhalten. Man darf gespannt sein, wie lange das Volk noch mitspielt. Hoffentlich nicht mehr lange!
Pandora0611 26.09.2011
4. Eine neue Bankenpleite droht
Zitat von Pandora0611den die meisten Banken mit Bravour bestanden? Es kann also gar nicht sein, daß unsere Banken Probleme haben/bekommen. Unsere Banken sind solide und finaziell bestens ausgestattet! Oder etwa doch nicht?
Hierzu ein Bericht von Reuters: *Griechenland-Rettung könnte für Banken teurer werden* (http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE78P03B20110926)
Wemhöner 26.09.2011
5. ---
Was heißt denn hier: warnt vor neuer Bankenkrise ? Es ist immer noch die alte Bankenkrise !!! Es sind immer noch die alten Probleme.
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