Finanzkrise: China rechnet mit dauerhaftem Einbruch der Weltwirtschaft

Die chinesische Regierung warnt vor den Folgen der Finanzkrise: Eine langwierige globale Rezession sei sicher, sagt Vizepremier Wang Qishan.  Experten werten dies als Hinweis darauf, dass Peking bald noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpt - und die Inflation weiter anheizt.

Finanzdistrikt in Shanghai: Vizepremier sieht strukturelle Probleme im Bankensystem Zur Großansicht
REUTERS

Finanzdistrikt in Shanghai: Vizepremier sieht strukturelle Probleme im Bankensystem

Peking - Noch hat China die Folgen der Schuldenkrise recht unbeschadet überstanden. Doch auch in der Volksrepublik wächst angesichts der Probleme in der Euro-Zone und den USA die Sorge, dass dies nicht auf Dauer so bleibt.

Die Weltwirtschaft befinde sich derzeit "in einer äußerst ernsten Lage", sagte Vizepremierminister Wang Qishan laut einem Bericht der "Financial Times". "In diesen unsicheren Zeiten ist nur sicher, dass die Rezession eine lange Zeit andauern wird." Damit China dies überstehe, müsse das Land sein Finanzsystem grundlegend reformieren.

Zwischen Juli und September wuchs das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Wirtschaftsmacht aufs Jahr gerechnet um 9,1 Prozent. Das war etwas weniger als im zweiten Quartal, aber immer noch ein beeindruckender Wert in einer Zeit, in der die meisten Industriestaaten nur minimal wachsen.

Boom mit Nebenwirkungen

Laut "FT" sagte Wang chinesischen Staatsmedien, das Land habe strukturelle Probleme im Finanzsektor. Die Banken sollten blindes Wachstum vermeiden und sich lieber darauf konzentrieren, ihre Effizienz zu steigern.

Das könnte dem Bericht zufolge aber bedeuten, dass China seine Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter lockern wird. Das bedeutet: Die staatlichen Banken vergeben exzessiv Kredite und pumpen so noch mehr Geld in die Unternehmen. Die Gefahr dabei ist, dass die Wirtschaft überhitzt. Schon jetzt ist die hohe Inflation ein großes Problem der Volksrepublik.

Der Boom der vergangenen Jahre hatte noch weitere Nebenwirkungen: Vor allem im Immobiliensektor ist eine gewaltige Spekulationsblase entstanden. Die exzessive Vergabe von Krediten hat zuletzt auch die Experten des Internationalen Währungsfonds auf den Plan gerufen. Sie fürchten zahllose Firmenpleiten, weil die Unternehmen die geforderten Wucherzinsen oft nicht mehr zahlen könnten.

cte

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Hut ab vor der Realitätssicht der Chinesen
Gerdtrader50 21.11.2011
Ich teile die Auffassung der Chinesischen Regierung. Offensichtlich haben Kommunisten mit Markterfahrung eine größere wirtschaftliche und finanzmarkttechnische Kompetenz als die sogenannten Kapitalistenvertreter des Westens. Sowohl die USA aus politischer Sturheit und der Absicht, Obama auszuhebeln, weniger aus Unwissenheit, und die Europäer, unwissend, überheblich, stur, keine Ahnung von Ökonomie und Finanzmärkten mit ihren ungeeigneten Procederes mit Rettungsschirmen, Stabilitätsmechanismen und lauter so ein Quark, der nichts hilft, nur Geld kostet, keinen Durchblick bei Multinationalwährung, die systemisch an den 17 Mitgliedern scheitert, Dazu noch die Unwissenheit, zu glauben, man könne mit Sparbefehlen in die Rezessionen hinein an dem Desaster etwas ändern. Nein, man beschleunigt das Desaster noch in Richtung Depression. Die meist begleitende Deflation in der Eurozone ist jedoch zweigeteilt, entgegen den klassischen, früheren Entwicklungen, Deflation überall, außer: Lebensmittel, Rohstoffe, Energien, da inflationierts. Die gigantischen Arbeitslosenzahlen der Eurozone nebst den künstlich gedrückten Deutschlands werden ihr übriges dazu beitragen, den Kontinent an den Rand des Zusammenbruchs zu treiben.(wirtschaftlich) Die Schuldenaufnahme wird sich dann trotzdem erhöhen müssen, oder die 5. Welt-Einwohner liegen zu Teilen in den Rinnsteinen. Da sind mir die Chinesen-Kommunisten mit etwas Inflation und Wirtschaftswachstum lieber, auch wenn sich Immobilienblasen bilden, die Vermietung derselben liesse sich mit staatlichen Programmen an weniger begüterte Chinesen durchaus regeln und das Zusammenbrechen der Blase damit vermeiden.
2. Widerspruch
Taixinomee 21.11.2011
Zitat von sysopDie chinesische Regierung warnt vor den Folgen der Finanzkrise: Eine langwierige globale Rezession sei sicher, sagt Vize-Premier Wang Qishan.* Experten werten dies als Hinweis darauf, dass Peking*bald noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpt - und die Inflation weiter anheizt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,798931,00.html
Waren es die gleichen Experten, die die Finanzkrise nicht vorher gesehen haben und Lehman Brothers Bestnoten gaben? Die Aussagen des Vize-Premiers deuten doch eher daraufhin, dass sie eben nicht blind noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen. Ganz wichtig ist jetzt, Start-Up Unternehmen, Kleinbetriebe und und Mittelständler trotz Inflationsabwehr nicht abzuwürgen. Den ganzen Immobilienmakler usw. (Parasiten einer jeden Volkswirtschaft) kann man aber ruhig eine Abfuhr verpassen!
3. Immobilienblase
robertll 21.11.2011
Die Immobilienblase gibt es nicht nur in China, auch bei uns werden Immobilienkredite viel zu billig vergeben und die Regierung tut absolut nichts dagegen. Manche Kredite liegen sogar schon unter den Inflationswert. Sprich, Anleger kaufen über Fonts reihenweise Häuser und Wohnungen in deutschen Großstädten, was die Preise gewaltig hoch treibt und ein soziales Problem verursacht. Die Anleger und Banken können nur hoffen, dass der Staat im Fall einer Krise wieder einmal einspringt. Doch ist das utopisch, den würde dass der Staat machen, würden die sozialen Probleme in Deutschland explodieren. Die Bürger müssten praktisch dreifach zahlen, für ihre hohe Miete, für die Steuerlast und für den Verlust ihre Anlagepapiere. Natürlich sind es mehrheitlich nicht deutsche Anleger, aber der Fall der HypoRealEstate hat gezeigt, wie sich Kreditunternehmen verhalten wen es um Steuermilliarden geht. Rücksichtslos! Wir sollten bei aller China, GB und USA Kritik nicht vergessen das unsere Politiker zu feige oder zu korrupt sind um auch nur den kleinen Finger zu heben diese Probleme zu lösen. Was sie eh bald nicht mehr tun können, da die Banken alle Regierungsgelder erbeutet haben..
4. Kommunisten
Houdremont 21.11.2011
Zitat von sysopDie chinesische Regierung warnt vor den Folgen der Finanzkrise: Eine langwierige globale Rezession sei sicher, sagt Vize-Premier Wang Qishan.* Experten werten dies als Hinweis darauf, dass Peking*bald noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpt - und die Inflation weiter anheizt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,798931,00.html
Mir ist bis heute nicht ganz klar ob die Chinesischen Kommunisten merken das Sie selbst einen gehörigen Anteil an der Weltwirtschaftsschieflage haben. Solange die Chinesische Währung nicht international handelbar ist, findet kein Ausgleich der Länderbilanzen über den Handel, etc. statt. Wenn China nun auch billiges Geld druckt und verteilt, und damit die Werkzeuge der Amerikanischen FED übernimmt? Wohin hebeln die jetzt? Was passiert sobald die chinesische Währung frei handlebar wird? Die Schieflage besteht darin, das die Chinesische Währung international künstlich billig gehalten wird. Durch die inneren billigen Löhne haben sich soviel Devisen angesammetl welche aufgegeben werden sollten. Die Chinesen finden immer weniger internationale Anlagemöglichkeiten.
5. Dat lööpt sich aans torecht
Stauss 21.11.2011
Das läuft sich alles zurecht. Chinesische Weisheit.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
RSS
alles zum Thema Wirtschaft in China
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 20 Kommentare
  • Zur Startseite

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Xi Jinping

Regierungschef: Li Keqiang

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon | China-Reiseseite