Folgen des Sparzwangs Steuerschulden in Griechenland steigen auf 68 Milliarden Euro

Der Sparzwang Griechenlands macht sich bemerkbar: Viele Menschen können ihre Steuern nicht mehr zahlen. Die Schulden steigen massiv.

Geschlossenes Krankenhaus in Athen: Der Sparzwang des Landes führt dazu, dass viele ihre Steuern nicht mehr zahlen können
AP

Geschlossenes Krankenhaus in Athen: Der Sparzwang des Landes führt dazu, dass viele ihre Steuern nicht mehr zahlen können


Athen - Mit Griechenlands Wirtschaft geht es langsam wieder bergauf, doch nun kommt schon wieder ein Rückschlag: Immer mehr Griechen können ihre Steuerschulden nicht zahlen.

Allein in den ersten sieben Monaten des Jahres seien die Steuerschulden des Landes um 7,2 Milliarden Euro gestiegen, berichtete die griechische Presse am Mittwoch unter Berufung auf das Finanzministerium. Insgesamt sollen sich die Steuerschulden auf 67,9 Milliarden Euro summieren. Dazu kommen noch 77 Milliarden Euro faule Kredite sowie 15 Milliarden Euro nicht gezahlte Beiträge an Renten- und Krankenkassen.

Beim nächsten Treffen Anfang September mit den Geldgeber-Kontrolleuren der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) wolle die griechische Regierung das Thema Steuersenkungen ansprechen, hieß es.

Griechenland wolle sich im Herbst über Staatsanleihen mit siebenjähriger Laufzeit erneut Geld von Privatinvestoren beschaffen, meldet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Regierungskreise. Experten der Schuldenagentur PDMA fühlten bereits an den Märkten vor, wie groß das Interesse an den Anleihen sei.

Griechenland war es im April - vier Jahre nach dem finanziellen Kollaps - erstmals wieder gelungen, Kapital bei privaten Investoren aufzunehmen. Damals ging es um eine Summe von drei Milliarden Euro, der Zinssatz für die fünfjährige Staatsanleihe betrug 4,75 Prozent. Im Juli folgte die Platzierung einer weiteren Anleihe mit dreijähriger Laufzeit. Damals wurden 1,5 Milliarden Euro eingesammelt, der Zinssatz lag bei 3,375 Prozent.

vet/dpa



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insgesamt 34 Beiträge
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Seite 1
TS_Alien 27.08.2014
1.
Fehlende Steuereinnahmen gibt es auch in Deutschland. Nur in Deutschland wollen viele ihre Steuern nicht bezahlen. Wo sonst kommen die dreistelligen Jahresbeträge her, die schwarz ins Ausland geschafft werden? Nicht vergessen sollte man den zusätzlichen Betrag, der bei vielen Steuerstraftätern als Bargeld schwarz zuhause gehortet wird.
MehrSeinalsSchein 27.08.2014
2. Fass ohne Boden
... ein fass ohne Boden - aber, wer A saht muß auch B sagen!
hermannheester 27.08.2014
3. Das Wunder von Athen ist nicht eingetreten?
Man nehme den Bürgern auch den letzten Cent bspw. den, den sie eigentlich für ihre Krankenversicherung nutzen sollten und warte darauf, dass die Steuern darauf umgehend gezahlt werden. Wer aber kein Brot mehr hat der hat auch keine Kruste....
prince62 27.08.2014
4. Diese miese Anti-Euro-Propaganda:-)
Das ist alles nur erlogene Anti-Euro-Propaganda rechter Populisten und Euroskeptiker, denn lt. EU-SPD-Schulz und CDU-Merkel bringt der Euro Frieden, Wohlstand und noch viel mehr Wohlstand für Europa und nicht zu vergessen den Frieden, den wir ja vor Euro-Einführung nie hatten:-)
DerNachfrager 27.08.2014
5. Die Griechen können ihre Steuern nicht zahlen....
... den Spruch hören Griechenlands Finanzämter von den Yachteignern seit Jahrzehnten !
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