Brexit-Folgen Finanzlobby verspricht Zehntausende neue Jobs für Region Frankfurt

Viele Banken zieht es wegen des Brexits nach Frankfurt am Main. Das kurbelt die Wirtschaft auch in anderen Branchen an. Eine Studie stellt ein Jobwunder in Aussicht.

Skyline von Frankfurt am Main
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Skyline von Frankfurt am Main


Frankfurt am Main und die gesamte Rhein-Main-Region können durch den Brexit auf Zehntausende neue Arbeitsplätze außerhalb des Bankensektors hoffen. Das haben Wissenschaftler der Otto Beisheim School of Management im Auftrag der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance berechnet.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass in der gesamten Region im besten Falle bis zu 88.000 neue Stellen außerhalb der Finanzbranche entstehen könnten. Sie könnten demnach etwa in der Immobilienbranche, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, aber auch in der verarbeitenden Industrie oder im Kfz-Handel geschaffen werden.

Denn aufgrund des geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU erwarten die Studienautoren, dass einige Banken ihre Standorte von London aus nach Frankfurt verlagern. Das führe auch zu zusätzlichen Jobs außerhalb des Bankgewerbes. "Die Rechenmodelle zeigen, dass durch einen initialen Schock, also die zusätzlichen Jobs in der Finanzindustrie durch den Brexit, der langfristige Wachstumspfad verändert wird", sagte Mitautor Moritz Noll. Die Wachstumseffekte auf dem Arbeitsmarkt könnten noch deutlich höher sein, als es der Ersteffekt vermuten lasse. Es sei "noch Luft nach oben".

Frankfurt Main Finance versteht sich als "Stimme des Finanzplatzes Frankfurt Rhein-Main". Zu den mehr als 40 Mitgliedern der Initiative zählen außer dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt unter anderem zahlreiche Banken, Versicherungen sowie die Börse.

hej/AFP



insgesamt 133 Beiträge
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Krokodilstreichler 25.08.2017
1.
Steigende Mieten in Frankfurt, das sind ja tolle Aussichten für Geringverdiener, die in der Stadt leben. Und wenn die Finanzbranche mal wieder eine Weltwirtschaftskrise auslöst, gibt es eine noch höhere Anzahl an Arbeitslosen. Na, wenigstens entspannt sich der Wohnungsmarkt für arme Londoner ein wenig.
monoman 25.08.2017
2.
Die Ver- und Entmieterbranche klopft sich in Frankfurt sowieso schon seit je die Schenkel, das dürfte sich aber noch steigern lassen.
spaceagency 25.08.2017
3. Träumen ist schön
aber ich wäre noch etwas vorsichtig damit. Eine grosse Börse macht noch lange keinen grossen Finanzplatz. Und da gibt es noch viel Luft nach oben. Frankfurt ist kein Top Finanzplatz. In Europa sind das nach wie vor London und danach kommt Zürich und selbst Genf ist wesentlich grösser. London wird auch nach dem Brexit gross bleiben wenn nicht wie bisher der grösste Finanzplatz der Welt. Bestimmt tun Frankfurt neue Banken gut, da die eigenen beiden deutschen Grossbanken praktisch und faktisch sowieso keine Rolle mehr spielen. Die DeBa auf Platz 56 im Ranking der Marktkapitalisierung und die CoBa nicht mal mehr gelistet in den Top Rankings. Allerdiongs ist die DeBa ganz Top in Sachen Kriminalität, Gefährlichkeit und schlechtest im Stresstest. Daher braucht Frankfurt dringend neue Impulse. Aber eben träumen ist schön
sPeterle 25.08.2017
4. FfM
das kann Frankfurt gar nicht verdauen, verkehrstechnisch und im Immobilien Bereich ist das dort onehin total überlastet. Das vertreibt nur einmal mehr die einfache Bevölkerung aus der Stadt
outsider-realist 25.08.2017
5. Verzichte gerne
Möge der Brexit einen grossen Bogen um Frankfurt machen. Eine Stadt, die jetzt schon an ihre Grenzen stösst. Fast jeder hat hier Arbeit und diejenigen die arbeitslos sind, werden keinen neuen Job bekommen. Die neuen Arbeitsplätze werden samt neue Mitbürger importiert. Fazit: Die Mieten und andere Kosten steigen ins Nirvana und der normale Bürger wird der Verlierer sein. Die Infrastruktur bricht ja jetzt schon zusammen. London ist ja ein abschreckendes Beispiel. Welcher vernünftig denkende Mensch möchte solche Verhältnisse in Frankfurt? Es gibt natürlich auch Profiteure, die sich den Brexit nach Frankfurt herbeisehnen. Frankfurt war mal eine schöne grüne Stadt und wird immer mehr zur tristen Betonhochburg. Pläne für die Versiegelung der Landschaft um Frankfurt herum liegen ja bereits vor. Häuser im Bauklötzchenstil.....Vororte nach anerikanischen Stil. Nein Danke.....ich verzichte auf dieses angebliche Jobwunder. Ich sehe nur Nachteile und bin garantiert kein negativ eingestellter Mensch.
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