Windige US-Geschäfte Schaden für Bistum Eichstätt wohl viel geringer als gemeldet

Bis zu 50 Millionen Euro verzockt bei dubiosen Deals in Übersee - mit dieser Schreckensmeldung ging das Bistum Eichstätt Anfang des Jahres an die Öffentlichkeit. Doch die Affäre könnte für die Kirche glimpflich ausgehen.

Türme des Doms in Eichstätt
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Türme des Doms in Eichstätt


Drohende Millionenverluste durch dubiose Immobiliengeschäfte in den USA hatten die Diözese Eichstätt in die Schlagzeilen gebracht. Doch laut Staatsanwaltschaft könnten die Folgen der Zockereien für die katholische Kirche nun wesentlich glimpflicher sein, als ursprünglich gedacht. Die Staatsanwaltschaft München II gehe statt den bislang angenommenen etwa 60 Millionen Dollar (etwa 50,3 Millionen Euro) Schaden "nur noch von einem gesicherten Vermögensschaden von mindestens rund einer Million US-Dollar" (etwa 839.000 Euro) aus, teilte eine Sprecherin mit. Dabei handele es sich um Bestechungszahlungen. Zuerst hatte die "Augsburger Allgemeine" über die neue Entwicklung berichtet.

Wegen der Immobiliengeschäfte ermittelt die Staatsanwaltschaft seit Anfang Februar gegen den ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor sowie einen Immobilien-Projektentwickler. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr vorgeworfen. Beide Beschuldigte legten laut der Sprecherin Teilgeständnisse ab. Die Diözese selbst hatte erklärt, sie sehe sich als Opfer.

Zu Beginn des Skandals seien die Ermittler davon ausgegangen, dass die "Rückzahlungsansprüche mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durchzusetzen" wären, berichtete die "Augsburger Allgemeine". Inzwischen hätten die Ermittler Vernehmungen von Zeugen und Beschuldigten durchgeführt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dabei habe man neue Erkenntnisse erlangt, etwa zur Struktur der Darlehensverträge und der Darlehensschuldner. Zudem habe es inzwischen Rückzahlungen von Darlehen gegeben.

mmq/dpa/AFP



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iimzip 09.05.2018
1. Apropos
Was ist eigentlich aus diesen dubiosen Cross Border Leasing-Aktionen geworden, die deutschen Kommunen als problemloser Goldesel vorgestellt wurden - und gutteils wider alle Warnungen und am Bürger vorbei (weil ja idiotensicher und (nur kurzfristig) aktuelle Finanzklemmen behebend) abgeschlossen wurden? Haben sich die ersten Fallstricke bewahrheitet? Mal ganz davon abgesehen, dass die auf kommunaler Seite begeistert zugestimmt Habenden längst nicht mehr im Amt sind...
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