Einnahmenschätzung Finanzsteuer könnte bis zu elf Milliarden Euro bringen

Finanzminister Schäuble beziffert die Einnahmen auf zwei Milliarden Euro. Doch einer Studie zufolge könnte die Finanztransaktionsteuer mehr als fünfmal so viel bringen. Dabei ist nach SPIEGEL-Informationen sogar berücksichtigt, dass ein Teil der Spekulationen ins Ausland verlagert wird.


Hamburg - Die Einnahmen aus einer Finanztransaktionsteuer könnten weitaus höher ausfallen als von der Bundesregierung veranschlagt. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einer bislang unveröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der SPD-Bundestagsfraktion hervor. Nach den Berechnungen der Forscher beträgt das jährliche Aufkommen bis zu 11,2 Milliarden Euro - fast so viel, wie die Tabaksteuer einbringt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kalkuliert bisher lediglich mit zwei Milliarden Euro pro Jahr. "Hohe Einnahmen erzielt man nur, wenn auch Spekulationsgeschäfte erfasst werden", sagt der SPD-Finanzexperte Carsten Sieling. "Die Koalition darf davon nicht abrücken."

Regierung und Opposition hatten sich im Rahmen der Verhandlungen über den Fiskalpakt darauf verständigt, Finanzgeschäfte in Deutschland künftig stärker zu besteuern. Als Grundlage soll der Vorschlag der EU-Kommission dienen. Käufer und Verkäufer müssten dann beim Aktienhandel jeweils eine Steuer in Höhe von 0,1 Prozent zahlen, bei Termingeschäften 0,01 Prozent. Die DIW-Studie berücksichtigt, dass ein Teil der Umsätze wohl in Länder ohne eine solche Steuer verlagert würde.

Als Vorteil der Transaktionsteuer nennen Befürworter neben den Einnahmen auch, dass sie Spekulationen unattraktiver machen, die auf kurzfristige Kapitalumschichtungen setzen. Finanzminister Schäuble hat sich dafür ausgesprochen, die Steuer auch einzuführen, wenn nicht alle EU-Staaten mitmachen. Zehn Länder haben sich bislang für eine Einführung der Abgabe ausgesprochen.

Strikt dagegen ist bislang unter anderem Großbritannien. Premierminister David Cameron bekräftigte am Sonntag seine Ablehnung, sich auf eine gemeinsame europäische Fiskalpolitik einzulassen. "Wir haben nicht zu wenig Europa, sondern zu viel davon", schrieb er in einem Gastbeitrag für die "Sunday Times".

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cte

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insgesamt 95 Beiträge
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crocodil 01.07.2012
1. David Cameron
hat recht, keine EUROS mehr für die Länder auszugeben. wo nur Korruption herrscht und die Banken reicher werden. Ganz zu schweigen von den Leuten , die sich damit Luxusvillen und eine Yacht kaufen könnnen. Aber die EU hat`s ja, wahrscheinlich stehen dann bald wieder Steuererhöhungen an!!!
anna-m. 01.07.2012
2. Studie im Auftrag der SPD!
Natürlich muss eine von der SPD-Bundestagsfraktion in Auftrag gegebene Studie ein solches Ergebnis haben. Dass das dem Spiegel eine solche Suggestiv-Überschrift wert ist ... hm, muss das verwundern? Wie wäre es statt solcher Vermutungsmeldungen mit einer aussagekräftigen Analyse, was die durch diese Steuer erkaufte Zustimmung der SPD zum ESM dem Steuerzahlen letztendlich kosten wird?!
Solid 01.07.2012
3. Steuern
Man ist doch erstaunt, dass eine Branche, die gerade erst 700 Mrd € geschenkt bekommen hat, nicht mehr als 11 Mrd € Steuern zustande bringt... Vielleicht hätte man denen die Steuer erlassen sollen und sie stattdessen pleite gehen lassen sollen... Hätte... sollte... könnte...
founder 01.07.2012
4. Früher Bahn, Strom und Telephon
Im 19. Jahrhundert brachte uns der Aktienmarkt die Bahn, das Stromnetz, das Telephon. Technik begeisterte Aktionäre die an Visionen neuer Technologie glaubten. Heute, spielsüchtige Zocker deren einzige Vision eine tolle Spekulation ist. Wenn diese Zocker vor 150 Jahren gelebt hätte, wir würden heute mit der Pferdekutsche reisen, Strom wäre eine Jahrmarktsattraktion und Telefon gebs auch keines.
Darjaan 01.07.2012
5.
11 Milliarden... das verpufft doch vor dem Hintergrund, was diese Zwangsfiskalunion uns demnächst kostet... mit 11 Milliarden bekommen sie nichtmal die Pensionen der griechischen Beamten gerettet... am Besten wir geben unsere Kohle komplett nach Brüssel, Italien, Griechenland und Spanien, und bekommen nur noch Essensmarken... dann kann man sich das ganze Palaver sparen denn am Ende führt alles sowieso dorthin...
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