London - Die Rating-Agentur Fitch hat die USA vor dem baldigen Verlust ihrer Top-Bonität gewarnt. Sollten Demokraten und Republikaner keine Lösung im Haushaltsstreit finden, sei die Gefahr hoch, dass die USA ihr AAA-Rating einbüßten, teilte Fitch am Mittwoch mit.
Einigen sich die Parteien nicht, drohen den Amerikanern im kommenden Jahr automatische Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen im Umfang von 600 Milliarden Dollar. Die US-Wirtschaft könnte dann in eine laut Fitch "vermeidbare und unnötige" Rezession geraten, die die Finanzstabilität und Wachstumsaussichten des Landes gefährde.
Zuletzt hatten sich Demokraten und Republikaner im Haushaltsstreit angenähert. Präsident Barack Obama präsentierte einen Kompromiss: Er will die niedrigen Einkommensteuersätze aus der Bush-Zeit um ein weiteres Jahr verlängern. Nur für Jahreseinkommen von mehr als 400.000 Dollar soll künftig wieder ein höherer Steuersatz gelten. Auf der Ausgabenseite bietet Obama den Republikanern Einschnitte von 1,22 Billionen Dollar über zehn Jahre an, ein Großteil davon in der nationalen Krankenversorgung.
Die Republikaner haben ihren kategorischen Widerstand gegen jegliche Erhöhung der Einkommensteuer aufgegeben. Sie sind offenbar bereit, der Regierung Steuermehreinnahmen von einer Billion Dollar über zehn Jahre zu gestatten. Das ist nur 200 Milliarden Dollar von Obamas Angebot entfernt.
Im August vergangenen Jahres hatte Standard & Poor's als erste und bislang einzige der drei großen Rating-Agenturen den USA ihre Top-Bonität gestrichen und dies mit dem langwierigen Streit um die Schuldenobergrenze begründet. Auch Moody's hat den USA bereits mehrfach mit dem Entzug der Bestnote gedroht.
ssu/Reuters
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