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Weibliche Führungskräfte: Merkel und Seehofer einigen sich auf Flexi-Quote

Kanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer setzen auf die Flexi-Quote. Nach SPIEGEL-Informationen haben sie sich darauf geeinigt, dieses Modell für mehr Frauen in Führungspositionen gesetzlich zu verankern - statt einer festen Quote. Der Schritt soll die Gegner des Betreuungsgelds besänftigen.

Merkel, Seehofer: Kompromissangebot an die FDP Zur Großansicht
REUTERS

Merkel, Seehofer: Kompromissangebot an die FDP

Hamburg - Kanzlerin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer wollen im Gesetz eine flexible Frauenquote für Unternehmen festschreiben. Auf diesen Schritt haben sich nach SPIEGEL-Informationen die CDU-Vorsitzende Merkel und Seehofer in einem vertraulichen Gespräch verständigt.

Zum Hintergrund: In den Führungsetagen der meisten deutschen Unternehmen herrscht akuter Frauenmangel. Bei den 200 deutschen Top-Konzernen waren im vergangenen Jahr nur drei Prozent der Vorstände weiblich. Trotz einiger prominenter Zugänge in den vergangenen eineinhalb Jahren hat sich die Lage kaum verbessert. In der Politik ist daher seit längerem ein Streit im Gange, wie man mehr Frauen in Spitzenpositionen bringen kann. EU-Kommissarin Viviane Reding etwa droht seit längerem mit einem europaweiten Gesetz, das den Firmen feste Frauenquoten vorschreibt.

Die sogenannte Flexi-Quote lehnt dagegen feste Quoten strikt ab. Sie sieht vor, dass Unternehmen sich selbst ein Ziel für die Förderung von Frauen in Führungspositionen setzen. Die Quote muss aber öffentlich ausgewiesen werden und darf nicht nachträglich nach unten korrigiert werden. Wenn ein Unternehmen dieses Ziel verfehlt, können Sanktionen - zum Beispiel Geldbußen - verhängt werden. Die Idee zur Flexi-Quote stammt von Familienministerin Kristina Schröder (CDU).

Merkel und Seehofer wollen mit ihrer Einigung zum einen den Unmut der Frauen in der Unionsfraktion dämpfen, die sich gegen das von der CSU geforderte Betreuungsgeld wenden. Zum anderen sehen sie in der Flexi-Quote ein Kompromissangebot an die FDP. Die Liberalen sind strikt gegen eine feste Quote für Frauen in Führungspositionen, wie sie unter anderem Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert. Auch Seehofer hat in internen Gesprächen deutlich gemacht, dass er für eine feste Quote keine Mehrheit in seiner Partei sieht.

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1. Gesetz
Quagmyre 25.05.2012
Zitat von sysopREUTERSKanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer setzen auf die Flexi-Quote. Nach SPIEGEL-Informationen haben sie sich darauf geeinigt, dieses Modell für mehr Frauen in Führungspositionen gesetzlich zu verankern - statt einer festen Quote. Der Schritt soll die Gegner des Betreuungsgelds besänftigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,835158,00.html
Wir sollen also ein Gesetz bekommen, dass einseitig bevorzugt Frauen in Führungspositionen(!) bringen soll. Soll das Gleichberechtigung sein? Das ist feministisches Gesellschaftsdesign zu Lasten der Männer.
2.
u30 25.05.2012
@ Quagmyre: hatten wir die Diskussion nicht schon? Wird langsam langweilig. Wir stecken in einem festgefahrenen System fest, das sich nicht von alleine ändern wird und deshalb von aussen aufgebrochen werden muss. Danach gehts dann allen besser, weil die Arbeitskultur sich ändert.
3.
spon-facebook-10000145022 25.05.2012
Offenbar haben Sie überlesen, dass es derzeit ein Ungleichgewicht von 97% Männern zu 3% Frauen in den Spitzenpositionen gibt. Sie glauben also doch nicht ehrlich, dass es zu einem umgekehrten Ungleichgewicht kommen wird. Darauf wird hier auch nicht abgezielt! Die weibliche Minderheit ist Ergebnis jahrelanger Diskriminierung, die nur durch gesetzliche Quoten aufgelöst werden kann, um dann allen gleiche Chancen zu gewähren.
4.
neu_ab 25.05.2012
Zitat von QuagmyreWir sollen also ein Gesetz bekommen, dass einseitig bevorzugt Frauen in Führungspositionen(!) bringen soll. Soll das Gleichberechtigung sein? Das ist feministisches Gesellschaftsdesign zu Lasten der Männer.
Das finde ich auch daneben. Sollen die Frauen, wenn sie es draufhaben, sich doch wie alle anderen auch hocharbeiten müssen. Dieser von den eigentlichen Kernleistungen losgekoppelte Genderkram führt letzlich nur zur Schwächung der Strukturen. Ausserdem, wie wäre es mit Quoten für Frauen in dreckigen, gefährlichen & unjangenehmen Berufen? Oder wäre den Damen das nicht recht, dort auch "Gleichberechtigung" zu erfahren?
5. Nebenkriegsschauplatz
spon-facebook-10000011612 25.05.2012
Zitat von sysopREUTERSKanzlerin Merkel und CSU-Chef Seehofer setzen auf die Flexi-Quote. Nach SPIEGEL-Informationen haben sie sich darauf geeinigt, dieses Modell für mehr Frauen in Führungspositionen gesetzlich zu verankern - statt einer festen Quote. Der Schritt soll die Gegner des Betreuungsgelds besänftigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,835158,00.html
Wenn Du etwas verdecken willst, dann eröffne einen Nebenkriegsschauplatz, der möglichst Emotionsgeladen ist. Wir haben derzeit wesentlich wichtigere Themen in D als "Herdprämie" und Frauenquote in Führungspositionen.
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