Erfolgreiche Integration Mehr als 300.000 Flüchtlinge haben einen Job

Immer mehr Flüchtlinge finden in Deutschland Arbeit. Vor allem junge Asylbewerber haben gute Chancen. Der wichtigste Erfolgsfaktor: Sprache.

Eritreischer Praktikant
DPA

Eritreischer Praktikant


Die Bundesagentur für Arbeit (BA) zieht eine positive Zwischenbilanz bei der Integration von Flüchtlingen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Im Mai 2018 gingen demnach 306.574 Personen aus den acht Haupt-Asylzugangsländern einer Beschäftigung nach. Im Mai 2017 waren es noch 203.736 Personen gewesen.

Stark gestiegen ist auch die Zahl der sozialversicherten Beschäftigten: Sie stieg binnen eines Jahres bis Mai 2018 um 87.991 auf 237.537 Personen. Die Erwartungen der BA seien damit leicht übertroffen worden, sagte Vorstandschef Detlef Scheele.

Besonders junge Menschen sind inzwischen recht gut integriert. Knapp 28.000 junge Flüchtlinge haben laut BA eine Lehre angefangen. "Wir haben immer gesagt, dass die, die als Kinder und Jugendliche eingereist sind, bessere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben", sagte Scheele.

Im Video: Die Turbo-Integration - Flüchtlinge bei Porsche

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Bei der Flüchtlingsintegration auf dem Arbeitsmarkt bleibe der Spracherwerb der erfolgskritische Faktor. Die staatlich geförderten Sprachkurse sollten daher verlängert werden. Es sei unrealistisch zu glauben, man könne in knapp einem Jahr so gut Deutsch lernen, dass es immer für die Berufsschule reiche.

Im Juli waren noch immer 482.000 Flüchtlinge arbeitssuchend gemeldet. Darin enthalten sind auch Menschen, die aktuell einen Integrations- und Sprachkurs absolvieren. Gut 187.000 Flüchtlinge waren im Juli arbeitslos gemeldet. Die Zahl ist seit Monaten recht konstant.

Insgesamt befinden sich mehr als 1,5 Millionen Menschen aus Kriegs- und Krisenländern in Deutschland, darunter aus Syrien, dem Irak, Afghanistan, Iran, Pakistan, Somalia, Eritrea und Nigeria.

Im Video: Arbeitsverbot für Flüchtlinge in Bayern

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ssu/dpa



insgesamt 92 Beiträge
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Seite 1
kritischer-spiegelleser 21.08.2018
1. Job?
Solange nicht der Arbeitgeber für diesen Job bezahlt sondern das Arbeitsamt ist das kein Job. Das ist eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Statistik!
peter09 21.08.2018
2. Trotz anderslautender Aussagen am Ende des Artikels
gibt es ein Forum zu diesem Thema. Dass viele Flüchtlinge einen Job erhalten ist gar nicht so verwunderlich. Entgegen vieler Vorurteile, Vorstellungen oder sogar Wünschen haben viele von diesen eine Ausbildung. Wer keine Ausbildung hat, kann ausgebildet werden, denn nichts wäre besser, wenn gut deutsch sprechende Flüchtlinge später in ihr Land zurückkehren und dann von dort aus mit Deutschland Handel betreiben. gerade die Lehrberufe werden hier erfolgreich sein, denn in Deutschland gibt es leider zu viele Häuptlinge, aber zu wenig Indianer.
optophon 21.08.2018
3. spurwechsel
es ist mal wieder typisch für die cdu (bei der csu wundere ich mich nicht) dem spurwechsel eine absage zu erteilen. ein solche absage nützt weder den menschen noch der wirtschaft. ein spurwechsel wäre dringend für die cdu nötig in der frage, einwanderungsgesetz und migration. wie so oft, ist das land weiter als die gralshüter im adenauerhaus.
RioTokio 21.08.2018
4.
Da die meisten Flüchtlinge nicht eine Lehre und die deutsche Sprache gelernt haben werden in so kurzer Zeit wird es sich um einfache, schlecht bezahlte Jobs handeln. Das lohnt nur so lange noch keine Familie da ist, bei der die Frau oft noch geringer qualifiziert ist und für Kindererziehung zuständig ist. 300.000 von 1,5 Millionen oder mehr sind 20%. Aus Erfahrungen in Schweden und der Schweiß weiß man, dass ein hoher Prozentsatz dauerhaft in der Arbeitslosigkeit verbleiben wird.
Ökofred 21.08.2018
5. echt jetzt?
Zitat von kritischer-spiegelleserSolange nicht der Arbeitgeber für diesen Job bezahlt sondern das Arbeitsamt ist das kein Job. Das ist eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Statistik!
Und wo lesen sie das in dem Artikel, dass das Arbeitsamt bezahlt?
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