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Zuwanderungsdebatte: Deutsche Bank rechnet mit Wirtschaftswachstum dank Flüchtlingen

Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Schwerin: Forderung nach Deregulierung    Zur Großansicht
DPA

Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Schwerin: Forderung nach Deregulierung

Die Flüchtlingskrise bedroht das deutsche Wirtschaftswachstum? Ganz im Gegenteil, heißt es aus der Deutschen Bank: Der Konzern erwartet wegen der vielen Migranten neue Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich.

Mit den zahlreichen Flüchtlingen wird sich das deutsche Wirtschaftswachstum nach Einschätzung der Deutschen Bank beschleunigen. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2016 um 1,9 Prozent wachsen, prognostizierte Stefan Schneider, Chef-Volkswirt des Instituts für Deutschland. Ein Viertel Prozentpunkt davon entfalle auf die staatlichen Ausgaben zur Versorgung der Flüchtlinge.

Auch langfristig zahle sich Zuwanderung aus, denn mit ihr könne der Rückgang der Arbeitskräfte durch den demografischen Wandel abgefedert werden, fügte Schneider hinzu - denn Zuwanderer seien im Schnitt halb so alt wie Deutsche.

Schneider warnte gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. Die Integration der Neuankömmlinge in den deutschen Arbeitsmarkt komme nicht von heute auf morgen. Zudem müsse in den kommenden Jahren massiv in Deutschkurse und andere Qualifizierungsmaßnahmen investiert werden. Er taxierte den Bedarf auf mehr als zehn Milliarden Euro jährlich. Schneider forderte ferner eine Deregulierung, um etwa Unternehmensgründungen zu erleichtern, da sich Migranten häufiger selbstständig machten.

Die Deutsche Bank hatte sich bereits im Oktober für eine aufgeschlossene Willkommenspolitik gegenüber Asylbewerbern plädiert. In einem Gastbeitrag für "Die Zeit" verteidigte der Chefökonom des Konzerns, David Folkerts-Landau, den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik.

"Deutschland dürfte in diesem Jahr die USA als Einwanderungsland Nummer eins ablösen", so Folkerts-Landau: "Mit ihrem Bekenntnis zur Zuwanderung könnte Angela Merkel einer der großen Staatsführer werden, die Deutschland weit über die eigene Generation hinaus verändern."

Der Volkswirt warnte auch vor den Folgen des demografischen Wandels in Deutschland: "Wenn sich nichts ändert, erwartet uns eine Zukunft mit weniger Arbeitskräften und mickrigen Wachstumsraten. Die Älteren werden an politischer Macht und Einfluss gewinnen. Deutschland wird zu einem statischen, risikoscheuen und in sich gekehrten Land. Besitzstände zu wahren wird wichtiger sein, als Neues zu schaffen." Auch aus diesen Gründen sei Deutschland auf Einwanderer angewiesen.

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mxw/Reuters

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