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Bis 2017: Studie beziffert Kosten der Flüchtlingskrise auf 50 Milliarden Euro

Notunterkunft im ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin: Verpflegung, Unterkunft, Sprachkurse Zur Großansicht
DPA

Notunterkunft im ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin: Verpflegung, Unterkunft, Sprachkurse

Verpflegung, Unterkunft, Integration: Der Staat könnte bis Ende kommenden Jahres knapp 50 Milliarden Euro für Flüchtlinge ausgeben müssen. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft bestätigt bisherige Schätzungen.

Die Flüchtlingskrise könnte sich bis Ende 2017 in den öffentlichen Haushalten mit Ausgaben von knapp 50 Milliarden Euro niederschlagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW Köln), berichtet die "Rheinische Post". Damit liegt die Prognose des Kölner Instituts in ähnlicher Größenordnung wie eine Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) aus dem Dezember und wie eine Schätzung der Wirtschaftsweisen.

Laut dem IW Köln werden im laufenden Jahr für Unterbringung und Verpflegung von rund 1,5 Millionen Asylbewerbern 17 Milliarden Euro anfallen. Hinzu kämen fünf Milliarden Euro für Sprach- und Integrationskurse. 2017 erhöhten sich die Unterbringungskosten auf 22,6 Milliarden Euro - unter der Annahme, dass die Zahl der Flüchtlinge auf 2,2 Millionen steigt. Zusammen mit den Integrationskosten fielen im Wahljahr 2017 also 27,6 Milliarden Euro an.

Im Dezember war das Kieler IfW teils zu noch höheren Kostenschätzungen gekommen. Im günstigsten Fall bezifferten die IfW-Forscher die jährlichen Kosten bis 2022 auf rund 25 Milliarden Euro, im teuersten Szenario auf 55 Milliarden Euro. Allerdings betonten die IfW-Forscher, dass die Schätzungen mit großen Unsicherheiten behaftet seien - denn es sei nicht vorauszusehen, wie viele Flüchtlinge tatsächlich noch ankommen werden und wie schnell sie sich in den Arbeitsmarkt integrieren. Auch die Autoren der IW-Studie verweisen ausdrücklich auf diese Unsicherheit in ihrer Berechnung.

Kommt es jedoch so wie in dem zugrunde gelegten Szenario, könnte das Polster in den öffentlichen Kassen als Folge der Aufwendungen Stück für Stück aufgezehrt werden, heißt es laut Zeitung in der IW-Studie. "Um eine Neuverschuldung in den meisten Ländern und auch im Bund zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, ist eine kritische Überprüfung der Ausgaben erforderlich", mahnen die Wirtschaftsforscher.

Die Forscher des IfW hatten im Zusammenhang mit ihrer - tendenziell noch etwas höheren - Schätzung allerdings darauf hingewiesen, dass selbst im ungünstigsten Fall die Kosten weniger als zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen würden. Daher stehe die Finanzpolitik zwar vor einer großen Herausforderung, im Vergleich zur Wirtschaftskraft Deutschlands blieben die Kosten aber beherrschbar.

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fdi/Reuters

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