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IfW-Prognose: Flüchtlingskrise könnte bis zu 55 Milliarden Euro kosten

Flüchtlinge bei Registrierung in Berlin: 1000 Euro als Integrationshilfe? Zur Großansicht
DPA

Flüchtlinge bei Registrierung in Berlin: 1000 Euro als Integrationshilfe?

Was kostet die Flüchtlingskrise? Das Kieler Institut für Weltwirtschaft geht in einer neuen Studie von jährlichen Aufwendungen zwischen 25 und 55 Milliarden Euro aus. Die Herausforderung sei historisch, aber beherrschbar.

Hunderttausende Flüchtlinge kommen nach Deutschland - das wird die öffentlichen Haushalte einer neuen Studie zufolge erheblich belasten. Im günstigsten Fall summierten sich die jährlichen Kosten bis 2022 auf rund 25 Milliarden Euro, im teuersten Szenario auf 55 Milliarden Euro, teilte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Freitag mit.

"Insgesamt sind die Schätzungen natürlich mit großen Unsicherheiten behaftet", räumte IfW-Experte Matthias Lücke ein. "Insbesondere was die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge betrifft und die Geschwindigkeit, mit der sie sich in den Arbeitsmarkt integrieren."

Selbst im ungünstigsten Fall würden die Kosten aber weniger als zwei Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen. "Die Finanzpolitik steht angesichts der zusätzlichen Ausgaben vor der größten Herausforderung seit der Wiedervereinigung", sagte Lücke. "Die Kosten bleiben im Verhältnis zur Wirtschaftskraft Deutschlands aber beherrschbar."

Zu einem ähnlichen Ergebnis waren kürzlich auch die Wirtschaftsweisen gekommen. Für den finanziell günstigsten Fall nahmen die Forscher an, dass ab 2018 nur noch 360.000 Flüchtlinge jährlich nach Deutschland kommen und 70 Prozent dauerhaft bleiben. Die Kosten würden dann rund 25 Milliarden Euro jährlich betragen.

Angesichts der Situation in Syrien und den Krisenländern Irak, Afghanistan und Pakistan sei aber kaum mit einer entscheidenden Verbesserung der Lage zu rechnen. Kämen bis 2020 weiterhin eine Million Flüchtlinge pro Jahr nach Deutschland, würden die Kosten bis 2022 auf 55 Milliarden Euro steigen.

"Eine vorausschauende öffentliche Finanzplanung sollte daher mit der Möglichkeit eines dauerhaft hohen Flüchtlingszustroms rechnen", sagte Lücke. Neben einer Straffung des Asylverfahrens raten die Forscher dazu, zusätzlich 1000 Euro pro Flüchtling für eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt bereitzustellen. Das zahle sich aus und könne die Kosten am Ende um Milliarden drücken.

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dab/Reuters

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