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Arbeitsmarkt: Zahl der Hartz-IV-Empfänger aus Krisenländern steigt

Flüchtlinge vor der Berliner Aufnahmestelle "LaGeSo": Warten auf die Registrierung Zur Großansicht
AFP

Flüchtlinge vor der Berliner Aufnahmestelle "LaGeSo": Warten auf die Registrierung

Flüchtlinge haben es bei der Jobsuche schwer. Finden sie keine Arbeit, haben sie Anspruch auf Grundsicherung: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger aus Fluchtländern hat sich binnen eines Jahres um rund 20 Prozent erhöht.

Deutschland muss dringend und schnell in die Qualifikation von Flüchtlingen investieren, darin sind sich viele Ökonomen einig. Damit würden sich ihre Chancen erhöhen, eine Arbeit zu finden - noch scheitern viele daran, wie laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ) eine aktuelle Auswertung der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt. Dem Papier zufolge hat sich die Zahl der erwerbslosen Hartz-IV-Empfänger aus den Asylzugangsstaaten bis September 2015 binnen eines Jahres um rund 20 Prozent erhöht: auf gut 160.000 Menschen.

Für die Bundesagentur für Arbeit kommen die Zahlen nicht überraschend. "Die Integration in den Arbeitsmarkt gelingt - auch auf Grund der Sprachbarrieren - nicht immer ohne Probleme", sagte eine BA-Sprecherin der "SZ".

Besonders schwer bei der Jobsuche tun sich demnach Menschen aus afrikanischen und arabischen Ländern. So sei die Zahl der Arbeitslosen aus den nicht europäischen Asylzugangsstaaten viel stärker gewachsen als die der registrierten Jobsuchenden vom Balkan: Die Zahl der registrierten Jobsuchenden aus Syrien habe sich mehr als verdoppelt. Bei Menschen aus Eritrea betrage das Plus gut 60 Prozent, bei Irakern mehr als 17 Prozent. Entsprechend stark fällt auch der Anstieg der Hartz-IV-Leistungen aus.

Die Zahl aller Hartz-IV-Empfänger aus den Fluchtländern, einschließlich Familienangehörigen, stieg dem Bericht zufolge binnen eines Jahres bis Juni 2015 um 83.000 oder 23,4 Prozent auf fast 436.000 Menschen. Einen Anspruch auf Hartz IV haben Flüchtlinge, wenn ihr Asylantrag anerkannt ist und sie keine Arbeit finden.

bos/dpa

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