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Steuererhöhung: In Finnland müssen mehr Menschen Flüchtlingssoli zahlen

Finanzminister Alexander Stubb (Archiv): Steuer auf Kapitalgewinne um einen Prozentpunkt hoch Zur Großansicht
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Finanzminister Alexander Stubb (Archiv): Steuer auf Kapitalgewinne um einen Prozentpunkt hoch

Steuererhöhung und Solidaritätszuschlag: Finnland will seine Top-Verdiener stärker an den Kosten für Flüchtlinge beteiligen. Die Ausgaben für Migranten sollen 2015 um rund 114 Millionen Euro steigen.

Die finnische Regierung plant eine Steuererhöhung. Grund dafür sind die Kosten für die wachsende Zahl von Flüchtlingen. Die Steuer auf Kapitalgewinne solle um einen Prozentpunkt erhöht werden, sagte Finanzminister Alexander Stubb am Donnerstag während einer Pressekonferenz. Wer mehr als 72.300 Euro im Jahr verdiene, solle zudem für zwei Jahre einen Solidaritätszuschlag zahlen. Bislang mussten das nur Gutverdiener ab einem Einkommen von 90.000 Euro.

Das etwa fünf Millionen Einwohner zählende Finnland erwartet in diesem Jahr 30.000 Asylanträge, mehr als sieben Mal so viel wie im vergangenen Jahr. Die Ausgaben für Migranten sollen in diesem Jahr um etwa 114 Million Euro steigen. Zuletzt hatte der finnische Premierminister Juha Sipilä angekündigt, Flüchtlinge in seinem eigenen Haus unterbringen zu wollen.

Finnland droht bereits das vierte Rezessionsjahr in Folge. Grund dafür ist die schwache Nachfrage aus Europa und Russland. Außerdem leidet das Land noch immer unter dem Niedergang des einst weltgrößten Handy-Herstellers Nokia. Um die Konjunktur wieder in Gang zu bringen, soll die Wettbewerbsfähigkeit durch eine Reduzierung der Feiertage gesteigert werden. Die Regierung plant für 2016 einen Haushalt von 54,1 Milliarden Euro. Die Ausgaben sollen die Einnahmen um rund fünf Milliarden Euro übertreffen.

mka/Reuters

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