Förderboom Grünen-Politiker fordert Zwangspause für riskante Gasförderung

Konzerne wollen massenhaft Erdgas aus deutschem Boden pressen - mit einer Fördermethode, die große Umweltrisiken birgt. Der Grünen-Politiker Oliver Krischer fordert im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ein zweijähriges Verbot der Technologie - und bekommt ausgerechnet Argumentationshilfe von einem Energieriesen.

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US-Protest gegen Fracking: Die neue Gasfördertechnik hat weltweit viele Feinde
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US-Protest gegen Fracking: Die neue Gasfördertechnik hat weltweit viele Feinde


Hamburg - Energiekonzerne prüfen derzeit gewaltige neue Gasförderprojekte in Deutschland - mit einer neuen Methode namens "Fracking", die große Umweltrisiken birgt. Der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer will die Fördertechnik nun vorerst verbieten lassen.

"Die deutsche Bundesregierung täte gut daran, für Deutschland ein zweijähriges Moratorium zu verhängen", sagt der Grünen-Parlamentarier SPIEGEL ONLINE. "Nur dann gibt es Zeit für unabhängige, wissenschaftlich fundierte Analysen. Nur so lassen sich verheerende Umweltzerstörungen vermeiden, wie sie in den USA durch massenhaftes Fracking entstanden sind."

Mit Fracking erschließen sich Konzerne Gasquellen in bislang schwer zugänglichem Gestein. Sie pressen Millionen Liter Wasser und Tausende Liter teils giftiger Chemikalien unter hohem Druck in Bohrlöcher. Dadurch bilden sich im umliegenden Gestein feine Risse - aus denen Erdgas entweicht. Dieses wird dann abgesaugt. Das Verfahren wird bei regulären Bohrungen selten eingesetzt, bei der Erschließung schwer zugänglicher Gasquellen ist es Standard.

In Amerika wird das Verfahren schon jetzt im großen Stil eingesetzt. Es wurde Hunderttausende Male gefrackt. Mit gewaltigen Effekten: Die heimische Gasproduktion stieg so stark, dass die USA Russland als weltgrößten Gasproduzenten ablösten.

Schützenhilfe von Exxon

Was ein Milliardengeschäft für die Energiewirtschaft ist, könnte für die Umwelt verheerende Folgen haben. In den USA mehren sich Berichte über bedenkliche Luft- und Wasserverschmutzung sowie Gasrückstände im Grundwasser. Bis heute fehlen Untersuchungen, inwieweit die aufgetretenen Umweltschäden Einzelfälle sind oder ein flächendeckendes Problem. Eine entsprechende Studie der amerikanischen Umweltbehörde EPA soll erst 2012 veröffentlicht werden.

Auch in Deutschland haben Energiekonzerne bereits in mehreren Bundesländern Lizenzen erhalten, um das Potential von Fracking zu erforschen. Der US-Konzern Exxon hat in Niedersachsen sogar schon Probebohrungen durchgeführt, inklusive Fracking und unter Einsatz giftiger Chemikalien. Die Erforschung der Risiken hinkt hinterher: Ähnlich wie die EPA lässt auch die Bundesregierung die Umweltrisiken gerade erst erforschen.

Krischer will dieser Forschung nun mehr Zeit geben - und bekommt mit seiner Forderung nach einer zweijährigen Zwangspause unverhofft Argumentationshilfe. Am Dienstag verkündete Exxon Fortschritte bei der Fracking-Technologie. In zwei Jahren werde man ohne Einsatz von Giftstoffen fracken können, sagte Europachef Gernot Kalkoffen der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Für Krischer ein "zusätzlicher Anreiz, die Bohrungen für diesen Zeitraum auszusetzen".

Der Grünen-Politiker hat vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags bereits ein Rechtsgutachten anfertigen lassen. Fragestellung: Ist ein Verbotsgesetz für Fracking in Deutschland verfassungsrechtlich zulässig? Ergebnis: Der Schutz von Mensch und Umwelt ist eine ausreichende Begründung, um Fracking vorerst zu verbieten.

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nitram1 01.02.2012
1. Währe ja noch schöner oder?
Billige Energie oder? Wo wir die jetzt alles so schön teuer gemacht haben und mit Nahrungsmitteln schaffen wir das auch noch oder? Es lebe der Ökologismus! Michael Miersch | Der Ökologismus als neue Religion der Wohlstands-Eliten (http://www.politik-poker.de/der-oekologismus-als-neue-religion-der-wohlstands-eliten.php)
Stelzi 01.02.2012
2. Exxon
Wenn Exxon selbst schon sagt, in zwei Jahren können sie es ohne Giftmüll in den Boden zu pumpen, dann sollte man halt mindestens so lange warten. Ist doch logisch.
kästchen 01.02.2012
3.
Zitat von nitram1Billige Energie oder? Wo wir die jetzt alles so schön teuer gemacht haben und mit Nahrungsmitteln schaffen wir das auch noch oder? Es lebe der Ökologismus! Michael Miersch | Der Ökologismus als neue Religion der Wohlstands-Eliten (http://www.politik-poker.de/der-oekologismus-als-neue-religion-der-wohlstands-eliten.php)
Überhaupt den Artikel gelesen? Jetzt fracken ist nicht günstig, sondern hätte enorme Investitionen in Wasseraufbereitung zur Folge. Da ist die Energie dann günstig, aber das Wasser wird viel teurer. Alternative: Zwei Jahre warten, keine Giftstoffe mehr nutzen müssen, weniger Schaden an der Umwelt...das sagt ja sogar EXXON selbst!
lapaz 01.02.2012
4. Gesundheit geht vor!
Zitat von nitram1Billige Energie oder? Wo wir die jetzt alles so schön teuer gemacht haben und mit Nahrungsmitteln schaffen wir das auch noch oder? Es lebe der Ökologismus! Michael Miersch | Der Ökologismus als neue Religion der Wohlstands-Eliten (http://www.politik-poker.de/der-oekologismus-als-neue-religion-der-wohlstands-eliten.php)
Für Energiegewinnung wie für Nahrungsmittelproduktion gilt (und sonst übrigens auch), dass sie nicht mehr Schaden anrichten darf, als sie Nutzen hervorbringt. Billige Energie rechtfertigt nicht das Riskieren von Umweltschäden und damit die Gefährdung menschlicher Gesundheit. Wenn das geschieht, sind die Folgekosten, wie z.B. die Beseitigung der Umweltschäden, sehr viel höher. Und wir wissen alle, wer das am Ende bezahlt, jedenfalls nicht diejenigen, die es angerichtet haben.
gucky2009 01.02.2012
5.
Zitat von kästchenÜberhaupt den Artikel gelesen? Jetzt fracken ist nicht günstig, sondern hätte enorme Investitionen in Wasseraufbereitung zur Folge. Da ist die Energie dann günstig, aber das Wasser wird viel teurer. Alternative: Zwei Jahre warten, keine Giftstoffe mehr nutzen müssen, weniger Schaden an der Umwelt...das sagt ja sogar EXXON selbst!
Glaube ich nicht das er das hat. Ich denke dieser Forist hat ein reflexartiges Leiden das sobald irgendwas mit Grün, Ökologie etc. geschrieben wird er seine Ablehnung in einem Post verbreiten muss.
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