Folgen der Euro-Krise Bundesbank droht Gewinneinbruch

Die Euro-Krise schlägt auf den deutschen Haushalt durch. Der Gewinn, den die Bundesbank an Finanzminister Schäuble überweist, könnte laut "Bild"-Zeitung in diesem Jahr deutlich schrumpfen. Bundesbank-Chef Jens Weidmann verbucht demnach das niedrigste Plus seit sieben Jahren.

Bundesbank-Chef Jens Weidmann, Finanzminister Schäuble: Weniger Geld
REUTERS

Bundesbank-Chef Jens Weidmann, Finanzminister Schäuble: Weniger Geld


Berlin - Die riskante Rettungspolitik der europäischen Notenbanken hinterlässt deutliche Spuren in der Bilanz der Bundesbank. Laut "Bild"-Zeitung ist der Gewinn im vergangenen Jahr auf weniger als eine Milliarde Euro geschrumpft. Der Überschuss liege nur noch im hohen dreistelligen Millionenbereich, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Kreise des Bundesfinanzministeriums. Das sei der niedrigste Wert seit sieben Jahren.

Für 2010 hatte die Bundesbank noch 2,2 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen, für das Jahr davor sogar 4,1 Milliarden Euro. In der kommenden Woche will die Notenbank die offiziellen Zahlen für 2011 vorlegen. Präsident Jens Weidmann hatte im SPIEGEL bereits vor einer deutlich geringeren Überweisung gewarnt.

Der gesunkene Gewinn reißt laut "Bild"-Zeitung eine Lücke von mehr als 1,5 Milliarden Euro in den aktuellen Bundeshaushalt. Laut Haushaltsplan sollte die Bundesbank eigentlich 2,5 Milliarden Euro Überschuss an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) überweisen.

Wie die Zeitung berichtet, kommt der drastische Gewinnrückgang vor allem durch die wachsenden Risiken im Euro-Raum zustande. Die Bundesbank habe mehr Wagnisrückstellungen gebildet, um sich gegen mögliche Verluste zu wappnen.

Die europäischen Notenbanken haben seit Mai 2010 unter Führung der Europäischen Zentralbank (EZB) einen riskanten Hilfskurs für die schuldengeplagten Euro-Länder eingeschlagen. So haben sie zum Beispiel Staatsanleihen von Krisenländern im Volumen von mehr als 200 Milliarden Euro aufgekauft. Zudem wurden die Anforderungen an die Sicherheiten, mit denen sich Finanzinstitute Geld bei den Zentralbanken leihen können, stetig gesenkt - auch wenn die Bundesbank die letzten Schritte dieser Art nicht mehr mitgemacht hat.

Die im Euro-System der EZB zusammengeschlossenen nationalen Notenbanken haften im Notfall gemeinsam für erlittene Verluste. Die Bundesbank ist derzeit mit einem Anteil von 27 Prozent an diesem System beteiligt. Entsprechend hoch wären ihre Verluste, wenn es zu ausfällen kommt.

stk/dpa-AFX

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insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
RosaHasi 06.03.2012
1. .
wenn target2 explodiert dann gibts bald nicht nur gewinneinbruch sondern volksbrankrott
c++ 06.03.2012
2. .
Leider erfährt man in dem Artikel nicht, wie viel Prozent auf welche Papiere abgeschrieben wurden, auch nicht, ob Risikovorsorge für die Target2-Forderungen getätigt wurden. Wie hoch sind die nicht wertberichtigten Forderungen gegenüber Risikoschuldnern?
sonnenthau 06.03.2012
3. Macht sich denn diese lächerliche Summme
überhaupt bemerkbar? Den Bürgschaftssummen nach zu urteilen müssen wir doch tatsächlich im Geld schwimmen ... *wer die Ironie findet darf sie gern behalten*
Ardolas 06.03.2012
4. Na, das ist doch der perfekte Grund
Schäuble überlegt doch bestimmt schon lange, was er als Grund aufführen kann, um eine Steuererhöhung - für was auch immer - in die Wege zu leiten. Da nun 2,5 Milliarden im Staatshaushalt fehlen - und die Steuereinnahmen durch den Kraftstoff ja nicht reichen - wird wohl irgend eine Steuer demnächst angehoben. Wie wäre es mit 20% MwSt? Oder einer Bundesbank-Sonderabgabe? Irgendwas wird Schäuble & Co. schon einfallen.
donnerfalke 06.03.2012
5. Die arme Bundesbank
Schnell, Milliardenpakete her!Sonst gibt es einen großen Untergang und die Boni von den Sesselpupsern werden nicht steigen!
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