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"Blockupy"-Proteste: Frankfurts Banker gehen in Deckung

Die EZB organisiert Polizeieskorten, Barclays schraubt das Firmenschild ab, die Commerzbank schließt sogar ihre Zentrale: Frankfurts Bankenszene wappnet sich für die "Blockupy"-Proteste. Laut Polizei ist mit 2000 gewaltbereiten Teilnehmern zu rechnen.

Polizisten am Occupy-Camp vor der EZB: Bankern wird Freizeitkleidung empfohlen Zur Großansicht
DPA

Polizisten am Occupy-Camp vor der EZB: Bankern wird Freizeitkleidung empfohlen

Frankfurt - Ihre Proteste wurden verboten, doch davon wollen sich viele Aktivisten offenbar nicht abhalten lassen. Ab Mittwoch stellen sich zahlreiche Geldinstitute in Frankfurt auf bankenkritische "Blockupy"-Proteste ein. Auch Ausschreitungen werden dabei nicht ausgeschlossen.

So schließt die Commerzbank Chart zeigen ihre Zentrale von Donnerstag bis Sonntag. Im höchsten Wolkenkratzer Frankfurts arbeiten normalerweise mehrere tausend Menschen. Auch ein weiteres Büro-Gebäude, das sogenannte Galileo, öffnet seine Pforten nicht. "Commerzbank-Filialen, die in der Sicherheitszone der Frankfurter Innenstadt liegen, werden teilweise und zeitlich begrenzt geschlossen sein", sagte eine Sprecherin. "Die Kunden werden durch Plakataushänge über die geplanten Schließungen dieser Filialen informiert."

Die Europäische Zentralbank (EZB) zog aus Furcht vor Krawallen ihre Ratssitzung auf Dienstag vor. Zahlreiche Mitarbeiter sollen zudem während der mehrtägigen Proteste auf geheime Ausweichquartiere verteilt werden. Für die übrigen seien Polizeieskorten organisiert worden, damit sie das EZB-Hochhaus mitten im Frankfurter Bankenviertel gefahrlos betreten und wieder verlassen können.

"Die EZB wird alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Fortführung ihrer entscheidenden Geschäfte sicherzustellen und handlungsfähig zu bleiben", sagte ein Sprecher. Die Proteste beeinträchtigen sogar den Abschied von EZB-Ratsmitglied José Manuel González-Páramo am Mittwoch. Die Ehrung, ursprünglich in einem Luxushotel nur einen Steinwurf vom EZB-Gebäude entfernt geplant, wurde ins Umland verlegt. Die Gäste, zu denen Notenbanker aus aller Welt gehören, erfahren das neue Ziel erst kurz vor Beginn der Feierlichkeiten.

Die Hessische Landesbank (Helaba) legte ihren Mitarbeitern nach Aussagen eines Sprechers nahe, sich am Freitag freizunehmen oder von zu Hause aus zu arbeiten. Auch die staatliche Förderbank KfW rechnet damit, dass am Freitag weniger als 20 Prozent der etwa 2500 Frankfurter Mitarbeiter ihre Büros aufsuchen werden.

Die britische Investmentbank Barclays Chart zeigen montierte sogar ihr Firmenschild ab. "Wir wollen doch nicht, dass Farbbeutel gegen unsere Fassaden fliegen", sagte ein Mitarbeiter. Die Deutsche Bank Chart zeigenwollte keine Details zu ihren Vorbereitungen nennen.

Auch Stadtführungen wurden abgesagt

Die Polizei rechnet bei den Protesten mit rund 2000 gewaltbereiten Teilnehmern. Darunter sei "das Klientel, das man den bekannten massiven Ausschreitungen in Berlin und Hamburg zuzurechnen hat", sagte der Frankfurter Polizeivizechef Gerhard Bereswill am Dienstag. "Wir gehen davon aus, dass es am Mittwochabend schon zu ersten Gewalttätigkeiten kommen kann."

Die Behörden empfahlen allen Bankern, am Freitag Freizeitkleidung zu tragen und sich zurückhaltend zu verhalten. Zudem sollten sie möglichst früh ins Büro kommen, hieß es aus allen Banken übereinstimmend. Auch Frankfurt-Besucher bekommen die Folgen der Proteste zu spüren: Die Stadt sagte unter anderem vorsorglich 20 Stadtführungen ab, auch Vorträge in Museen fallen aus.

Unter dem Motto "Blockupy" haben rund 40 Organisationen von Mittwoch bis Samstag zu Protesten gegen die Krisenpolitik von EU, EZB und Internationalem Währungsfonds aufgerufen. Unterstützt wird die Bewegung unter anderem von Aktivisten und Gruppen der bankenkritischen Occupy-Bewegung, der Gewerkschaften, des globalisierungskritischen Netzwerks Attac und von linken Initiativen und Parteien. Unter anderem will die "Blockupy"-Bewegung am Donnerstag Plätze in der Innenstadt besetzen und am Freitag die EZB und weite Teile des Bankenviertels lahmlegen.

Frankfurt hat die Proteste als "unmittelbare Gefährdung beziehungsweise Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" verboten. Das Verwaltungsgericht Frankfurt bestätigte das Demonstrationsverbot am Montagabend in weiten Teilen. Demnach bleiben die geplanten Veranstaltungen und Blockaden im Bankenviertel am Donnerstag und Freitag untersagt. Eine Großdemonstration am Samstag und eine Rave-Demo am Mittwoch können dagegen unter Auflagen stattfinden.

Gegen die Entscheidung gingen beim Hessischen Verwaltungsgerichthof (VGH) laut der Linkspartei und der Stadt Frankfurt Beschwerden ein. Der VGH will laut einem Gerichtssprecher bis Mittwoch darüber entscheiden.

dab/Reuters/dpa/Reuters

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1. ........
DerKritische 15.05.2012
Zitat von sysopDPADie EZB organisiert Polizei-Eskorten, Barclays schraubt das Firmenschild ab, die Commerzbank schließt sogar ihre Zentrale: Frankfurts Bankenszene wappnet sich für die Blockupy-Proteste. Laut Polizei ist mit 2000 gewaltbereiten Teilnehmern zu rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,833403,00.html
Interessant zu sehen wie die Politik ihre Vergehen auf andere Umlenken konnte. Aber sowas liegt denen. Irgendwann erkennt aber auch der dümmste Bürger, wer ihn wirklich verarscht hat.
2.
acitapple 15.05.2012
Zitat von sysopDPADie EZB organisiert Polizei-Eskorten, Barclays schraubt das Firmenschild ab, die Commerzbank schließt sogar ihre Zentrale: Frankfurts Bankenszene wappnet sich für die Blockupy-Proteste. Laut Polizei ist mit 2000 gewaltbereiten Teilnehmern zu rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,833403,00.html
offenbar nicht nur die banker. ob man es glaubt oder nicht, in ffm gibts noch andere berufszweige und nicht wenige einzelhänder machen sich ebenfalls sorgen um ihre läden. ich schätze mal sie werden auch die leidtragenden wenn es zu ausschreitungen kommt. so ein kleiner laden kommt mit einem brand wesentlich schlechter zurecht als so ein bürokomplex. aber das werden wohl kollateralschäden für ein höheres ziel...
3. Gegen Misstände zu
ronald1952 15.05.2012
Zitat von sysopDPADie EZB organisiert Polizei-Eskorten, Barclays schraubt das Firmenschild ab, die Commerzbank schließt sogar ihre Zentrale: Frankfurts Bankenszene wappnet sich für die Blockupy-Proteste. Laut Polizei ist mit 2000 gewaltbereiten Teilnehmern zu rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,833403,00.html
Protestieren finde ich allererste Bürgerpflicht die leider die wenigsten der Bundesbürger für sich beanspruchen.Lieber zu Hause vor dem Fernseher sitzen und in den Sessel Fur...!Jeder Bürger unseres Landes hat das Recht zu Protestieren wenn es nötig ist. Aber Gewalt ist das allerletzte und auf keinen Fall zu Rechtfertigen.Denn wer bekommt denn die Gewalt ab?Meist unbeteiligte und unsere Polizei,die nun mal gar nichts dafür kann das die Bänker so gierig und unsere Politiker so strunzdumm sind,diesen Herrschaften gesetzlich keinen Riegel vorzuschieben.Wie immer wird unsere Polizei zwischen zwei Stühlen sitzen.Nähmlich beide Seiten zu beschützen, ebenso wie das Eigentum von unbeteiligten Bürgen.Vor allen Dingen,die um die es geht kriegen sowieso nichts ab.Diese Herrschaften bringen sich lieber in Sicherheit. Also bitte keine Gewalt gegen Personen und Sachwerte, denn wir alle werden es Bezahlen müssen. schönen Tag noch,
4. Empörend
backtoblack 15.05.2012
Zitat von sysopDPADie EZB organisiert Polizei-Eskorten, Barclays schraubt das Firmenschild ab, die Commerzbank schließt sogar ihre Zentrale: Frankfurts Bankenszene wappnet sich für die Blockupy-Proteste. Laut Polizei ist mit 2000 gewaltbereiten Teilnehmern zu rechnen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,833403,00.html
Es ist wirklich empörend, welches Klima an Vorverurteilung, Hetze und Law-and-Order-Mentalität in der ach so liberalen Stadt Frankfurt seit ein paar Wochen initiiert wird. Frankfurt, seit Jahren von der CDU und den Grünen regiert, will augenscheinlich den Ausnahmezustand. Protest gegen die Gier der Banken darf nicht sein. Dafür wird die gesamte Innenstadt quasi zur knüppelfreien Zone für die Polizei erklärt. Es ist eine Schande. Wenn das Anliegen der Blockupy-Protestierer auch bei den Medien kaum noch durchdringt, dann muss man wirklich das Schlimmste befürchten. Wie sagte es der ehemalige amerikanische Studentenführer und heutige Dozent Tom Hayden (72) heute in einem Interview in der Süddeutschen Zeitung. "Die Errungenschaften des New Deal (in den USA) kamen aus einem chaotischen, wütenden Aufstieg sozialer Bewegungen. Ich glaube so wird es sich auch diesmal (mit Occupy) abspielen. Im wirtschaftsliberalen Frankfurt kapiert das keiner, schon gar nicht die Grünen in der Kommunalverantwortung.
5. Vorverurteilung
8054056 15.05.2012
SPON weiß es mal wieder ganz genau: Noch bevor die Proteste richtig begonnen haben, brandmarkt das "Nachrichten"-Magazin die Demonstranten als Gewalttäter. Zweck der Aktion: Delegitimierung legitimer Proteste. Also bitte, liebe Leute: Die Kirche im Dorf lassen und froh darüber sein, dass sich hier Bürger gegen die Erfrechungen der Spekulantenbankster wehren. Ansonsten bleibt festzuhalten, dass DER SPIEGEL tatsächlich eine Bild-Zeitung für die gehobenen Stände darstellt. Etwas mehr Ausgewogenheit angesichts der dramatischen Schieflage, an der ZUVÖRDERST der deutsche Austeritätskurs ist, wäre angebracht. Dass sich die Völker Europas dagegen wehren, ist begrüßenswert und sollte den Apologeten des dumpfen Griechen-Bashing zu denken geben. Wie lautet der Spruch an einer Häuserwand in der Nähe des Berliner Ostbahnhofs doch so treffend: Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten!
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