Handelsstreit Frankreich warnt vor "kaltem Krieg" zwischen China und USA

Der französische Finanzminister Bruno Le Maire warnt vor einer Eskalation des US-Handelsstreits mit China. Noch gebe es aber eine Möglichkeit, das zu verhindern.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire
AFP

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire


Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hat eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) gefordert. Andernfalls drohe vor dem Hintergrund des Handelsstreits zwischen China und den USA ein neuer kalter Krieg, sagte Le Maire bei der Eröffnung einer Handelskonferenz des Ministeriums.

"Das wirkliche Risiko liegt nun darin, dass es zu einem kalten Krieg kommt zwischen China und den USA, aus dem alle Länder - auch Europa - als Verlierer hervorgehen." Le Maire wiederholte diese Aussage auf Twitter.

Dieser Handelskrieg sei wirtschaftlicher Selbstmord für die Welt, sagte Le Maire weiter. "Er ist einfach dumm." Die WTO müsse ihre Lähmung überwinden und sicherstellen, dass weltweite Handelsregeln von allen beachtet werden.

Auf Twitter forderte Le Maire auch einen neuen Multilateralismus. Dieser müsse transparent und modern sein und solle den Kampf gegen den Klimawandel und die Datenschutzfrage beachten.

In ihrem Handelskonflikt haben die USA und China sich gegenseitig mit Zöllen im Volumen von mehreren Hundert Milliarden Dollar überzogen. Die USA drohen mit weiteren Import-Abgaben für chinesische Produkte.

Die Differenz zwischen amerikanischen Exporten nach China und US-Importen aus China ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten drastisch gestiegen. Zuletzt betrug das US-Handelsdefizit mit China 375 Milliarden Dollar (siehe Grafik). US-Präsident Donald Trump findet das unfair und hat seinen Wählern versprochen, das zu ändern. Der Streit belastet die Finanzmärkte, weil es die Sorge vor einem Handelskrieg gibt.

Bei dem G20-Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer Ende November und Anfang Dezember in Buenos Aires will sich Trump offenbar mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping treffen.

kko/Reuters

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